Wir haben Sonys Action-Adventure durchgezockt.
EINFACH HIMMLISCH
Der Einstieg ins göttliche Geschnetzel fällt zunächst leicht: Eingeblendete Textnachrichten machen den Spieler rasch mit den wichtigsten Regeln des Kampfes vertraut. Hirnlos draufprügeln können Sie gleich vergessen – es gilt, gekonnt zu blocken und die Angriffe Ihrer Feinde zu kontern. In puncto Defensivarbeit unterscheiden sich die Gegner am meisten von ihren Pendants in "God of War": Sie müssen schon ein paar Varianten aufbieten, um das Verteidigungsbollwerk der dickeren Brocken zu durchbrechen. Dazu gilt es, sich eine ganze Latte an Kombos und Moves einzuprägen und Narikos Kampftechniken zu meistern wie in einem Beat'em-Up.
Drei Stile stehen Ihrer Protagonistin zur Verfügung. Führt Nariko die Himmelsklinge als Ganzes, richtet sie besonders schweren Schaden an, schlägt aber auch langsamer zu. Die Klinge lässt sich allerdings auch teilen und im Nahkampf einsetzen – dann ist die Reichweite nicht besonders groß, der Schaden aber ganz ordentlich und die Attacken sind recht schnell. Wie ein Wirbelwind teilt Nariko aus, wenn sie beide Klingenteile an langen Ketten kreisen lässt – das geht verdammt zackig und deckt einen großen Radius ab, nur der Schadensfaktor ist eher gering. Zahlreiche Kombos, die Sie im Verlauf des Spiels freischalten, sorgen zusätzlich für Abwechslung und verleihen Ihnen ein großes Repertoire an taktischen Variationen.
Ein besonderes Highlight sind die Superstile, tolle Griffsequenzen, in denen Sie Ihren Gegnern so richtig Saures geben. Ähnlich derb geht's zu, wenn Sie eine Attacke des Feindes zum richtigen Zeitpunkt kontern – dann gelingt Ihnen gar der eine oder andere tödliche Treffer.
Für Abwechslung zwischen den Kampfsequenzen sorgen Minigames und leicht zu lösende Schalterrätsel. So gilt es beispielsweise, einen weit entfernten Gong zu schlagen, um eine verschlossene Tür zu entriegeln. Dafür greifen Sie sich ein herumliegendes Objekt und werfen es zielgenau auf den Gong. Per Aftertouch-Funktion, die Sie mit Sixaxis-Unterstützung oder per Analog-Stick nutzen können, lenken Sie das Objekt, nachdem es Ihre Hand verlassen hat. Der sprichwörtliche Ritt auf der Kanonenkugel wird in "Heavenly Sword" mehr als einmal Realität.
Damit der Spielablauf nicht zu gleichförmig wird, schlüpfen Sie zudem ab und an in die Haut von Kai. Dieses geistig etwas zurückgebliebene Findelkind kann zwar nicht kämpfen, ist aber eine exzellente Armbrustschützin. Gute Idee, schlechte Umsetzung: Die Sequenzen mit dem katzenhaften Geschöpf dauern oft zu lange und sind zudem recht eintönig. Hier hätte etwas mehr Vielseitigkeit gut getan.
