SSDs: Überschätzte Datenraten, Modellempfehlungen und Aufklärung zur Haltbarkeit

Special Antonio Funes
SSD-Collage mit DALL-E 3 erzeugt
Quelle: Erzeugt mit DALL-E 3; Amazon.de, Crucial, Kingston Samsung, WD; Montage: PCGH

Wir erklären die Funktionsweise von SSDs, M.2-Standards und die (überschätzte) Lesegeschwindigkeit. Außerdem gibt es 20 Modell-Empfehlungen von 2 bis 4 TB.

Wichtigkeit der Datenraten oft überschätzt

Die hohen Datenübertragungsraten bei sehr schnellen M.2-SSDs sind für einen Gaming-PC eher Nebensache. Kleine Vorteile kann es lediglich geben, wenn in großen Open World-Spielen Inhalte im laufenden Spiel nachgeladen werden. Ansonsten werden bei Spielen oder im Alltag nur selten wirklich viele Daten am Stück gelesen oder geschrieben, so dass die Leseraten nur wenig Einfluss auf die Ladezeiten von Spielen haben.

Vielmehr ergibt sich die Ladezeit auch aus dem Entpacken von Dateien und dem Initiieren von Algorithmen. Dabei werden vor allem sehr viele, aber eher kleine Datenpakete geladen und nur selten größere Datenmengen an einem Stück. Bei dieser Art von Ladezeiten zeigt sich der Zugriffsnachteil einer Festplatte - wir hatten hierzu vor einer Weile auch einen entsprechenden Test für euch durchgeführt, bei dem wir die Ladezeiten zwischen einer Festplatte, einer SATA-SDD und zwei M.2-SSDs (je eine mit PCIe 3.0 und 4.0-Speed) verglichen.

Die Festplatte war beim Laden von Spielen deutlich schlechter als alle SSD, aber zwischen der drei SSD-Arten gab es nur sehr kleine Unterschiede. Der Ladezeit-Vorteil bewegte sich für die schnelleren SSDs im unteren einstelligen Prozentbereich, da die Ladezeit eben nicht nur aus dem Lesen von Daten vom Speicherlaufwerk besteht. Man kann sagen: Falls ihr zwischen mehreren SSDs schwankt, dann lohnen sich hohe Aufpreise für eine schnellere SSD eher nicht. Oftmals bekommt ihr aber eine M.2-SSD mit 2000 GB Speicherplatz und beispielsweise 7000 MB/s Leserate für nur 10 bis 15 Euro mehr als das halb so schnelle Modell - hier kann man dann auch das teurere Modell nehmen.

Preise und einige Modellempfehlungen

Eine SSD ist zwar pro Gigabyte noch immer deutlich teurer als eine Festplatte, aber mit Preisen ab 50 Euro für 1000GB oder ab 90 Euro für 2000GB Speicherplatz kann man eine SSD bei weitem nicht mehr als Luxus abtun. Bei Festplatten bekommt ihr zwar 2000GB bereits für 60 Euro und ab etwa 80 Euro sogar 4000GB. Trotzdem raten wir euch, dass ihr Windows und Spiele immer auf einer SSD installiert. An dieser Stelle haben wir 11 SSD-Modellreihen im M.2-Format (PCIe 4.0) herausgesucht, die derzeit ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, und euch die Preise für die Varianten mit 2000 und 4000 Gigabyte Speicherplatz in die folgende Tabelle eingetragen:

Modell / Modellreihe Lesen (2TB) Schreiben (2TB) TBW (2TB) Preis 2TB Preis 4TB
Western Digital SN5000 5150 MB/s 4850 MB/s 900 TB 115 Euro 225 Euro
Lexar NQ790 7000 MB/s 6000 MB/s 1200 TB 115 Euro 230 Euro
Kingston NV3 NVMe 6000 MB/s 5000 MB/s 640 TB 115 Euro 230 Euro
Patriot Viper VP4300 Lite 7400 MB/s 6400 MB/s 1600 TB 120 Euro 240 Euro
Lexar NM790 7400 MB/s 6500 MB/s 1500 TB 120 Euro 240 Euro
Verbatim Vi7000G 7400 MB/s 6500 MB/s 700 TB 120 Euro 240 Euro
Samsung SSD 990 EVO Plus 7250 MB/s 6300 MB/s 1200 TB 130 Euro 245 Euro
Western Digital WD Black SN7100 7250 MB/s 6900 MB/s 1200 TB 125 Euro  
Kioxia Exceria Pro 7300 MB/s 6300 MB/s 800 TB 130 Euro 270 Euro
Kingston Fury Renegade 7300 MB/s 7000 MB/s 2000 TB 140 Euro 285 Euro
Western Digital SN850X 7300 MB/s 6600 MB/s 1200 TB 150 Euro 260 Euro

Die Geschwindigkeitsangaben sowie die TBW - was das ist, erklären wir im nächsten Abschnitt - beziehen sich auf die 2TB-Varianten. Bei 4TB Kapazität können die Daten abweichen. Die 1000GB-Versionen kosten zwischen 50 und 70 Euro, wir raten aber zu mindestens 2000GB.

TBW: Haltbarkeit von SSDs

Die Speicherzellen von SSDs können nicht unbegrenzt häufig überschrieben werden. Irgendwann ist eine SSD daher nur noch ein reines Leselaufwerk. Da zum Beginn des SSD-Hypes wegen mangelnder Erfahrung der Hersteller in Punkto Massenproduktion relativ viele Fälle von rasch defekten SSDs bekannt wurden, kam das Gerücht auf, dass dies an der begrenzten Anzahl an Speichervorgängen läge. Diese Legende ist noch immer bei einigen Anwendern verbreitet - in Wahrheit dauert es aber bei den allermeisten SSDs bei einem halbwegs normalen Nutzerverhalten viele Jahre, bis die SSD an ihr Lebensende kommt. Bei vielen SSDs gibt es als Angabe die TBW - dies steht für Terabytes to be written. Hat eine SSD dabei einen Wert von beispielsweise 500 TB, dann könnt ihr sie also insgesamt mit 500 Terabyte an Daten überscheiben, bevor sie streikt. Für eine SSD mit 1 TB Speicherplatz (hier ist eine TBW von 500 TB weit verbreitet) bedeutet dies, dass ihr sie also 500 Tage am Stück komplett überschreiben könntet - dies ist ein unrealistisches Szenario. Aber selbst falls ihr jeden Tag 100 Gigabyte an Daten neu auf die SSD schreibt, was enorm viele wäre, ginge dies für 5000 Tage am Stück und somit für weit mehr als 13 Jahre. Auf das Thema Haltbarkeit solltet ihr daher eher gelassen blicken.

  1. Seite 1 SSDs: Unterschiede zur Festplatten mit klaren Vorteilen für SSDs
  2. Seite 2 SSDs: M.2-Größen, PCIe-Standards und Kühlkörper
  3. Seite 3 SSDs: Überschätzte Datenraten, Modellempfehlungen und Aufklärung zur Haltbarkeit
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