SSDs: M.2-Größen, PCIe-Standards und Kühlkörper

Special Antonio Funes
SSD-Collage mit DALL-E 3 erzeugt
Quelle: Erzeugt mit DALL-E 3; Amazon.de, Crucial, Kingston Samsung, WD; Montage: PCGH

Wir erklären die Funktionsweise von SSDs, M.2-Standards und die (überschätzte) Lesegeschwindigkeit. Außerdem gibt es 20 Modell-Empfehlungen von 2 bis 4 TB.

SSDs: M.2-Größen, PCIe-Standards und Kühlkörper

Wir haben ja eben beschrieben, dass eine an PCIe angebundene M.2-SSD deutlich schneller als eine SATA-SSD ist und je nach PCIe-Standard bei der Datenrate nochmal massiv zulegen kann. Die wichtigsten Dinge zu dem Thema wollen wir nun ein wenig verständlicher erklären. Zunächst einmal geht es um die Bauformat-Standards SATA und M.2. Wenn wir von einer SATA-SSD reden, meine wir eine SSD in einem kleinen Gehäuse, meist 2,5 Zoll (analog zu Notebook-Festplatten).

An dem Gehäuse ist ein SATA- und ein Stromanschluss. Letzterer wird mit dem Netzteil verbunden, der SATA-Anschluss mit einem SATA-Port am Mainboard. SATA ist aber auf maximal 600 MB/s beschränkt - und hier kommt der M.2-Standard ins Spiel. Dabei handelt es sich um ein Format, bei dem die SSD nur noch ein kleiner Riegel ist, bei dem an einer der schmaleren Kanten eine Metallbeschichtung ist, die in einen passenden M.2-Slot des Mainboards gesteckt wird. Das andere Ende der SSD wird mit einer Schraube fixiert, die SSD "liegt" später quasi flach auf dem Mainboard und kann daher enorm platzsparend eingebaut werden. Manche Mainboards bieten sogar einen M.2-Slot auf ihrer Rückseite.

Western Digital SN720-SDD mit verschiedenen M.2-Längen Quelle: Western Digital Western Digital SN720-SDD mit verschiedenen M.2-Längen Das Standardformat für M.2-SSDs ist 2280 - das steht für eine Breite von 22 und eine Länge von 80 Millimetern. Moderne Mainboards haben bis auf extrem wenige Ausnahmen immer mindestens einen M.2-Slots für solche 2280er M.2-SSDs. Es gibt aber auch andere Längen wie 30 oder 42 Millimeter, bei denen die SSD dann 2230 und 2242 benannt werden. Hier muss man dann aufpassen, ob bei den M.2-Slots des Mainboards eine weitere Fixierungsoption für eine Schraube vorhanden ist, wenn die Länge nur bei 30 oder 42 liegt. Viele Mainboards haben auch einen separaten 2230-Slot, der aber meist für WLAN-Module gedacht ist, die es als M.2-Versionen für eben dieses Format gibt.

Doch Vorsicht: Es gibt bei alten Mainboards auch noch M.2-Slots, deren Anbindung nur mit SATA und nicht per PCIe funktioniert. Daher findet ihr im Handel noch immer auch vereinzelt M.2-SSDs, die mit SATA angebunden sind. Schaut daher vor dem Kauf, dass ihr in jedem Falle eine M.2-SSD mit PCIe-Anbindung nehmt. Dabei gibt es dann wiederum die Standards PCIe 3.0, 4.0 und 5.0. Diese sind alle abwärtskompatibel, das heißt, dass eine M.2-SSD mit PCIe 5.0 auch einem 3.0-Slot funktioniert, dann aber natürlich auf 3.0-Speed beschränkt ist. Eine M.2-SSD mit 4.0-Standard könnt ihr wiederum beispielsweise auch in einem 5.0-Slot betreiben, es bleibt aber beim 4.0-Speed der SSD.

Einige SSDs haben zusätzlich einen Kühlkörper, da die Übertragungsgeschwindigkeit bei manchen Modellen ausgebremst werden kann, falls die SSD länger am Stück Daten scheffelt. Hier muss man aber aufpassen, ob der Kühler nach dem Einbau nicht eventuell stören könnte. Einige Mainboards bieten einen M.2-Slot inklusive einer Blende, die als Kühler dient. Falls ihr ein neues Mainboard kauft, empfehlen wir euch ein Modell mit mindestens zwei M.2-Slots. Denn da die M.2-SSDs keinerlei Kabel benötigen und flach auf dem Mainboard verbaut werden, sind sie beim Platzbedarf einer SATA-SSD allein hier schon deutlich überlegen. Außerdem sind mittlerweile die Preise von SATA- und M.2-SSD bei gleicher Kapazität sehr ähnlich, schnelle M.2-SSDs sind ein wenig teurer, aber in einem gut verschmerzbaren Bereich. Vor wenigen Jahren war das M.2-Format noch doppelt so teuer wie die SATA-Modelle. Damals hätte man aus Kostengründen eher zu SATA geraten, zumal die Vorteile von schnellen M.2 bei einem Gaming-PC nur klein sind - warum das so ist, erklären wir euch als nächstes.

  1. Seite 1 SSDs: Unterschiede zur Festplatten mit klaren Vorteilen für SSDs
  2. Seite 2 SSDs: M.2-Größen, PCIe-Standards und Kühlkörper
  3. Seite 3 SSDs: Überschätzte Datenraten, Modellempfehlungen und Aufklärung zur Haltbarkeit
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk