Mini-PCs: Mini-ITX oder µATX und Mainboards

Special Antonio Funes
Mini-PCs: Mini-ITX oder µATX und Mainboards
Quelle: SilverStone

Die neuen Spielekonsolen PS5 und Xbox Series X sind zu Weihnachten kaum zu bekommen. Also bietet sich ein Mini-PC als eine Art Konsolen-Ersatz an. Doch auch bei den dafür wichtigen Grafikkarten gibt es Engpässe - wir liefern trotzdem Tipps zum Zusammenstellen eines Mini-PCs und vier Konfigurations-Vorschläge, bei denen euch die Grafikkartenwahl freisteht.

Gehäuse: Mini-ITX oder µATX?

Um einen relativ starken Spiele-PC zu verwirklichen, ist es so gut wie unmöglich, mit einem Gehäuse auszukommen, das vom Volumen her einer Playstation 5 oder Xbox Series X ähnelt. Die beiden Konsolen setzen auf hoch spezialisierte Hybrid-Chips für CPU und Grafik, hinzu kommt ein ausgeklügeltes, speziell auf die Komponenten abgestimmtes Kühlungssystem. Aber es gibt durchaus PC-Gehäuse, die nicht viel größer als eine Konsole sind und trotzdem eine ausreichend starke Grafikkarte beheimaten können. Prädestiniert dafür sind Gehäuse mit dem sogenannten Mini-ITX-Format. Hier passen nur Mainboards hinein, die ebenfalls den Mini-ITX-Formfaktor haben.

Dabei kann es zwei Fallstricke geben. Der eine ist, dass einige Mini-ITX Gehäuse ein sehr kurzes ATX-Netzteil oder gar ein Sonderformat wie SFX benötigen. Punkt Zwei ist: Manche solcher Gehäuse bieten zwar Platz für relativ lange Grafikkarten, sind aber nicht besonders breit und verlangen Grafikkarten im "low profile"-Format.

Das ASRock H410M ITX/ac für den Sockel Intel 1200 Quelle: ASRock Das ASRock H410M ITX/ac für den Sockel Intel 1200 Dies bedeutet, dass die Grafikkarte schmaler als eine normale Grafikkarte sein muss und auch ein schmaleres Slotblech hat. Gaming-fähige low-profile-Grafikkarten gibt es aber seit einer Weile nicht mehr, mal von sehr wenigen Ausnahmen im absoluten Einsteiger-Bereich abgesehen: Das höchste der Gefühle ist dabei eine Nvidia GeForce GTX 1650. Mini-ITX-Gehäuse, die für Gaminghardware geeignet sind, sind daher am Ende oftmals nicht viel kleiner als manch ein besonders kompaktes µATX-Gehäuse, aber da es trotzdem einen Tick enger zugeht, kann der Einbau der Komponenten schwieriger sein. Daher sollte man sich für ein "Projekt Mini-Gaming-PC" nicht zu sehr darauf versteifen, dass es unbedingt ein Mini-ITX-PC sein muss, außer vielleicht man ist in der Lage, sich ein perfektes Gehäuse selbst zu bauen, wie ihr im Artikel unserer Kollegen der PC Games nachlesen könnt. Wer aber ein fertiges Gehäuse kauft, der sollte folgenden Rat beherzigen: Für einen HTPC (Multimedia-PC für Filme, Musik und so weiter) oder Office-PC ist Mini-ITX ideal - für einen kleinen Gaming-PC aber kann der Griff zu µATX besser sein, auch was die Kosten angeht. Warum das so ist, erklären wir im nächsten Abschnitt.

Mainboards für Mini-PCs

Die meisten µATX-Mainboards sind nicht schlechter ausgestattet als richtige ATX-Modelle. Ihnen fehlen lediglich unten einige Slots für Erweiterungskarten, wobei heutzutage ohnehin kaum jemand außer der Grafikkarte noch eine weitere Karte verwendet - für eine Soundkarte wäre allerdings immer noch ein Slot frei, außer für den Sonderfall, dass eine drei Slots dicke Grafikkarte eingebaut wird. Neben Erweiterungsslots kann es auch sein, dass es etwas weniger Ports für Lüfter oder Onboard-USB gibt als bei einem ähnlichen ATX-Mainboard. Dafür sind die µATX-Platinen oftmals fünf bis 10 Euro günstiger. Besonders interessant aber, vor allem bei einem begrenzten Budget, ist die Tatsache, dass es für einen Gaming-PC geeignete µATX-Mainboards für die wichtigen CPU-Sockel Intel 1200 und AMD AM4 ab etwa 60 Euro gibt. Bei Mini-IXT geht es erst ab 90 bis 100 Euro los, und Mini-ITX-Mainboards haben in jedem Falle deutlich weniger Onboard-Anschlüsse: Es gibt maximal zwei RAM-Slots und nur einen einzigen PCIe-Slot, nämlich den für die Grafikkarte. Der Preisunterschied macht es noch attraktiver, bei der Gehäusegröße nicht um jeden Zentimeter zu kämpfen, sondern zu akzeptieren, dass das Gehäuse das µATX-Format und nicht nur das Mini-IXT-Format bietet.

  1. Seite 1 Mini-PCs: Konsolen und Grafikkarten als Mangelware
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  3. Seite 3 Mini-PCs: Maße, Lüfter und weitere Tipps
  4. Seite 4 Mini-PCs: Vier Basis-Mini-PCs
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