Ryzen 7 9700X statt 5700X: Lohnt sich das CPU-Upgrade für Spiele? Großer Praxistest
Special
Unser Autor hat bei seinem PC einen AMD Ryzen 7 5700X durch einen Ryzen 7 9700X ersetzt und mit Benchmark-Tests vor allem die Spieleleistung verglichen.
Unser Autor hat seinen PC mit einer neuen CPU aufgerüstet, und zwar mit dem AMD Ryzen 7 9700X (Zen 5-Generation) für den Sockel AMD AM5. Die alte CPU war eine Ryzen 7 5700X. Da es ein Wechsel vom Sockel AM4 kommend war, kam auch noch ein neues Mainboard sowie DDR5- statt DDR4-RAM dazu.
Der Ryzen 7 5700X ist quasi der Vor-Vorgänger des Ryzen 7 9700X, da es ja nach der 5000er-Serie bis auf eine Handvoll 8000G-Modelle (Zen 4, wie auch die Ryzen 7000-CPUs) keine Ryzen 6000- und 8000-Reihe, sondern nur die 7000er-Serie gab.
Als Grafikkarte dient für beide Setting eine Nvidia GeForce RTX 4070. In einem Praxistest hat unser Autor vor und nach der Aufrüstung die Leistung von 11 Spielen getestet, um zu erfahren, wie hoch die Leistungssteigerung durch die modernere CPU ausfällt.
In unserem Special schildern wir die Ergebnisse und Erkenntnisse detailliert, inklusive eines Blicks auf die Ladezeit von Spielständen sowie der Anwendungsleistung. Denn eine Motivation für diese Aufrüstaktion war die Tatsache, dass unser Autor seinen PC abseits von Gaming auch für Anwendungen intensiv nutzt.
Fokus auf praxisnahe Grafikeinstellungen
Wichtig sind für uns vor allem die Unterschiede bei Games, und zwar - dies wollen wir betonen - bei praxisnaher Verwendung. Denn bei den üblichen CPU-Tests testen Hardwareredaktionen fast immer nur in 720p (1024x720 Pixel) und niedrigen Details. Dies ist auch absolut in Ordnung, da man die Grafikkarte als Einflussfaktor minimiert und die wahren CPU-Leistungsunterschiede besser aufdeckt.
Allerdings fallen die Abstände bei höheren Details und Auflösungen eventuell kleiner aus als bei für den Alltag typischen Einstellungen. Wir testen für unser Special daher ganz bewusst bei höheren Einstellungen als nur 720p und niedrigen Details. Wir haben zu den 11 Spielen daher Benchmarks bei WQHD (2560x1440 Pixel) und maximalen Details erstellt, viele der Titel auch noch zusätzlich bei mittleren Details.
Etwa die Hälfte der Spiele haben wir außerdem noch bei Full-HD getestet, ebenfalls in mittleren und maximalen Detailstufen. Bei drei Titeln vergleichen wir außerdem noch die Ladezeit von Spielständen. An dieser Stelle fügen wir noch kurz die relevanten technischen Daten des PCs vor und nach der Aufrüstung ein:
| Komponente | Sockel AM4-Setup | Sockel AM5-Setup | Upgrade-Preise |
|---|---|---|---|
| Prozessor | Ryzen 7 5700X | Ryzen 7 9700X | 335 Euro |
| CPU: Kerne (Threads) | 8 (16) | 8 (16) | |
| CPU: Standard/Boost-Takt | 3,4 GHZ / 4,6 GHz | 3,8 GHz / 5,5 GHz | |
| Mainboard | ASRock B550M PG Riptide | Asus TUF Gaming B650M-E | 140 Euro |
| RAM | Corsair Vengeance RGB Pro | Kingston Fury Beast RGB | 110 Euro |
| RAM-Menge / Takt | 2x16GB DDR4-3200, CL16 | 2x16GB DDR5-6000, CL30 | |
| Grafikkarte | Gigabyte GeForce RTX 4070 Eagle OC | Gigabyte GeForce RTX 4070 Eagle OC | |
| SSD | Lexar NM790, 2000GB | Lexar NM790, 2000GB | |
| Gesamte Upgrade-Kosten | 585 Euro |
Dass das DDR5-RAM einen höheren Takt als das DDR4-RAM des alten PCs, sollte übrigens keine Rolle bei der Leistung spielen. Von Intels Sockel 1700, bei dem ihr je nach Mainboard-Modell DDR4 oder DDR5 verwenden könnt, wissen wir, dass vor allem der typischerweise deutlich schlechtere CL-Wert bei DDR5-RAM dessen Taktvorteil im Vergleich zu DDR4-RAM zumindest bei Spielen fast komplett auffrisst.
Erwartungen an durchschnittliche und minimale FPS
Wir erwarten aber natürlich trotzdem einen Leistungsvorteil durch den Ryzen 7 9700X, auch wenn der Vorsprung zum Ryzen 7 5700X möglicherweise kleiner ausfallen wird als in Tests, die ihr im Netz finden könnt. Dort sind es etwa 30 % Vorteil für den 9700X.
Theoretisch könnte sogar je nach Spiel kaum ein Leistungsplus durch den Ryzen 7 9700X bei den FPS (Bilder pro Sekunde) zu sehen sein, zumindest bei den durchschnittlichen Werten. Die durchschnittlichen Werte kommen aber aus schwankenden FPS-Werten zustande - es gibt also immer einzelne FPS-Werte, die höher und niedriger als der Durchschnittswert sind.
Was laut Erfahrungen rund um Gaming in jedem Falle durch eine stärkere CPU passieren sollte, ist, dass die Schwankungen der FPS-Werte weniger stark nach unten ausschlagen. Selbst wenn der Durchschnitt der FPS für beide CPUs ähnlich ist, sollten die niedrigsten auftretenden FPS-Werte also mit dem Ryzen 7 9700X höher ausfallen als mit dem Ryzen 7 5700X. Das Spielgefühl fällt dann flüssiger aus.
