CPUs und APUs: CPUs mit Grafikeinheit (APUs) für Spiele
SpecialWir blicken in unserem Special auf Prozessoren inklusive einer Kaufberatung und bieten zudem noch Wissenstipps zu Themen wie Sockel, Takt und Threads. Außerdem widmen wir uns der Frage, was APUs - damit sind landläufig CPUs mit einer relativ starken Grafikeinheit gemeint - leisten und ob sie in Zeiten von horrenden Grafikkartenpreisen eine Alternative für den Gaming-Einstieg sein können.
APU für Gaming?
Viele denken an die Simpsons und den indischstämmigen Supermarkt-Betreiber aus Springfield, wenn sie das Wort APU lesen. Im Zusammenhang mit Prozessoren bedeutet APU aber, dass es sich um eine CPU mit integrierter Grafikeinheit (IGP) handelt. Der Name bedeutet Accelerated Processing Unit und stammt von AMD. Strenggenommen muss es dabei also nicht um eine Grafikeinheit gehen - aber die APUs von AMD waren stets Prozessoren, den Hauptmerkmal neben der eigentlichen CPU-Fähigkeit eine Co-CPU für die Grafik ist.
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Intel verwendet den Namen APU nicht, obgleich man inzwischen landläufig von APUs spricht, sobald eine CPU eine Grafikeinheit hat - egal von welchem Hersteller sie stammt. Doch wie stark ist die 3D-Leistung von solchen modernen CPUs mit IGP? Die beiden für einen Spiele-PC wichtigen Sockel bei AMD und Intel sind, wie schon beschrieben, die Sockel AM4 und 1200. Bei AMDs Sockel AM4 haben die meisten Ryzen-CPUs keine IGP, einige aber schon. Diese erkennt man an einem G im Modellnamen (Beispiel: Ryzen 5 5600G). Bei Intel haben die Sockel 1200-CPUs standardmäßig eine IGP, es gibt sie aber meist auch ohne IGP, was man an einem F oder KF im Modellnamen erkennt. Beispiele: der Intel Core i5-10400F oder Core i7-10700KF. Die (K)F-CPUs sind in jedem Falle die beste Wahl, wenn man sowieso eine dedizierte Grafikkarte nutzt, da sie günstiger sind als die normalen Prozessormodelle.
Doch was ist in Sachen Gaming zu erwarten, wenn man bei einem PC-Neukauf wegen der horrenden Preise auf eine Grafikkare verzichtet und daher zuerst auf die IGP setzen will? Viel darf man nicht verlangen, aber Test von diversen Redaktionen und Fachmagazinen zeigen, dass man durchaus noch einige nicht allzu alte Games spielen kann, obwohl nur eine IGP die Grafik berechnet - allerdings gilt stets, dass nur niedrige Details drin sind. Unsere Schwester-Redaktion der PC Games Hardware hat beispielsweise den Ryzen 5 5600G und Ryzen 7 5700G getestet, wobei wir direkt die Seite mit den Ergebnissen der IGP-Leistung verlinken (zuvor wurde auch die Leistung mit einer Nvidia GeForce RTX 3090 getestet): Cyberpunk 2077, Control, Greedfall, Metro Exodus und The Witcher 3 laufen auf niedrigen Details und mit 1280x720 Pixeln zwischen 35 und 67 FPS. Ein weiterer deutschsprachiger Test mit den beiden APUs kommt zum Beispiel von ComputerBase, und zwar in Full-HD mit niedrigen Details. In Fortnite sind demnach über 60 FPS drin, bei Rainbow Six Siege zwischen 53 und 66 FPS, bei F1 2201 zwischen 42 und 53 FPS sowie bei Resident Evil: Village zwischen 32 und 42 FPS. Intels Core i7-11700 hingegen erreicht jeweils nur etwa 50 Prozent der Leistung der schwächsten AMD-APU - allgemein sind die CPUs mit Intel-IGPs für Gaming daher kein Kauftipp.
Quelle: PC Games Hardware
AMD Ryzen 5 5600G mit relativ starker Grafikeinheit
Natürlich muss man sich vor dem Kauf genau informieren, wenn es um bestimmte Games geht, die man unbedingt per IGP spielen will. Denn funktioniert das Vorhaben nicht, muss man sich trotzdem eine Grafikkarte besorgen. In Sachen Leistung kommt dabei aktuell nur AMD in Frage, wobei man sich über eines im Klaren sein muss: Die APUs sind von der Leistung nicht mit den scheinbar gleichartigen CPUs vergleichbar: Der Ryzen 5 5600G kostet etwa so viel wie der Ryzen 5 5600X, und der Ryzen 7 5700G kostet ähnlich viel wie der Ryzen 7 5800X. Spielt man aber mit Grafikkarte, dann sind die X-CPUs, also die ohne IGP, um 20 bis 25 Prozent schneller als die APUs in Verbindung mit einer Grafikkarte.
Unser Rat ist daher: Wer das Geld für eine Grafikkarte nicht hat, der kann mit dem Griff zu einer aktuellen AMD-APU viele, teilweise auch neue Games noch spielen und kommt recht günstig dabei weg. Man nimmt aber in Kauf, eine nicht ganz so starke CPU zu haben, wenn man sich dann später doch noch eine Grafikkarte dazukauft. Eine andere Option wäre, sich eine starke CPU ohne IGP zu kaufen und solange auf Gaming zu verzichten, bis die Preise bei Gamer-Grafikkarten akzeptabel sind. Bis dahin nutzt man dann, damit man auf dem Monitor überhaupt ein Bild hat und möglicherweise auch für einige Uralt-Games, zum Beispiel eine Nvidia GT 710 für 50 Euro, sofern man nicht sowieso noch eine halbwegs annehmbare Grafikkarte besitzt.