CPUs für Spiele: Kaufberatung, Tipps und Blick auf APUs für Gaming ohne Grafikkarte
SpecialWir blicken in unserem Special auf Prozessoren inklusive einer Kaufberatung und bieten zudem noch Wissenstipps zu Themen wie Sockel, Takt und Threads. Außerdem widmen wir uns der Frage, was APUs - damit sind landläufig CPUs mit einer relativ starken Grafikeinheit gemeint - leisten und ob sie in Zeiten von horrenden Grafikkartenpreisen eine Alternative für den Gaming-Einstieg sein können.
Prozessoren und APUs für Spiele
In unserem heutigen Special geht es um CPUs für Gaming-PC. Wir blicken auf die Leistung und die Preise für die beiden Mainstream-Sockel AMD AM4 und Intel 1200, um euch dazu eine Kaufberatung zu bieten, blicken zudem gesondert auf die Frage, ob die integrierten Grafikeinheiten, die einige CPUs bieten, auch spieletauglich sind. Wir erklären auch einige allgemeine Dinge rund um CPUs, um euch eine Entscheidung zu erleichtern. Damit starten wir auch und erklären, was die wichtigen Eckpunkte sind, auf die ihr bei einer CPU achten solltet.
In diesem Artikel
Takt, Kerne und mehr Threads dank SMT
Moderne CPUs haben mehrere Kerne, und bei den für einen aktuellen Gaming-PC infrage kommenden Prozessoren können die Kerne je zwei Threads gleichzeitig bearbeiten, was sich auch SMT nennt (Simultaneous Multithreading). Im Grunde genommen wird dadurch aus einem Vierkerner quasi ein Achtkerner, aus einem Sechskerner ein Zwölfkerner und so weiter.
Quelle: Intel
Intel Core i9-11900K mit 8 Kernen und 16 Threads für 520 Euro
Nehmen wir als Beispiel einen Core i3-10100: Dieser hat vier Kerne und kann acht Threads verwalten. Daher könnte er für Games, die von mehr als vier Kernen einen Vorteil haben, diesen Vorteil auch nutzen und ist für unter 100 Euro durchaus für einen Gaming-Budget-PC tauglich. Auf der anderen Seite wäre der Core i3-10100 allerdings nicht ganz so schnell wie eine CPU aus der gleichen Intel-Familie, die acht echte Kerne, aber kein SMT hat - so ein Modell gibt es bei den modernen Intel-CPUs allerdings ohnehin nicht, so dass diese Überlegung beim Kauf keine Rolle spielt. Auch bei AMD ist es ähnlich: Alle Ryzen-CPUs ab der 3000er-Serie haben SMT, mit Ausnahme des Ryzen 5 3500X, der sechs Kerne und Threads bietet. Einen Achtkern-Ryzen ohne SMT, den man mit einem Vierkern-Ryzen mit SMT vergleichen könnte, gibt es aber ebenfalls nicht. Daher und da wir für unsere Kauftipps sowieso nur CPU mit SMT empfehlen, machen die Überlegung zu dem Thema, ob man nun eine CPU mit oder ohne SMT nimmt, ohnehin keinen Sinn. Am Ende sind für die weitaus meisten Nutzer sowieso nur zwei Dinge wichtig: Was leistet die CPU, und was kostet sie? Kaufberatungen und Praxistests sind daher unerlässlich, um eine Entscheidung zu treffen. Auch am Takt kann man nicht erkennen, wie gut oder schlecht eine CPU ist.
Lediglich dann, wenn es sich um dieselbe CPU-Architektur und -Familie handelt und die Anzahl an Kernen und Threads identisch ist, kann man vom Takt auf die Leistung schließen. In so einem Fall, kann man sagen: Hat ein Modell 10 Prozent mehr Takt, sind auch bis zu 10 Prozent mehr Leistung drin. Aber ob nun ein Sechskerner mit recht hohem Takt schneller ist als der Achtkerner aus der gleichen CPU-Familie mit etwas niedrigerem Takt, lässt sich nur durch Tests genauer sagen. In manchen Spielen oder Anwendungen ist die Kernzahl der wichtigere Faktor, in anderen Spielen und Anwendungen aber der Takt - es ist oftmals sogar wichtig, welche Schwerpunkte man in seinem Alltag am PC setzt. So kann für bestimmte professionelle Anwendungen oder auch ambitionierte Semi-Profis eine sehr teure CPU für einen der sogenannten "Enthusiasten"-Sockel sinnvoll sein, obwohl diese CPUs in Spielen und bei etlichen normalen Anwendungen nicht besser als deutlich günstigere Mainstream-Sockel-Prozessoren sind. Teilweise sind die Profi-CPUs sogar langsamer und sind nur deswegen so teuer, weil sie für ganz bestimmte Szenarien eine extrem hohe Anzahl an Kernen bieten. Wer nicht weiß, was wir mit "Sockel" meinen, wird auf der nächsten Seite aufgeklärt.