Grafikkarten: Kühlergröße und RGB-Beleuchtung
Special
In unserem Special zu Grafikkarten geben wir Grundlagen-Tipps für den Kauf, schauen aber auch auf die neue AMD Radeon RX 5600 XT, bei der sich seit ihrem Release eine neue Situation ergeben hat. Außerdem ordnen wie die aktuellen Grafikkarten-Serien für eine Kaufberatung ein und haben 52 Custom-Grafikkarten von 130 bis 800 Euro als Kauftipps für euch herausgesucht.
Grafikkarten: Länge, Lüfter und Wärme
Je leistungsfähiger ein Grafikchip, desto wärmer kann er werden - diese Regel trifft zumindest grob stets zu. Daher, aber auch da die stärkeren Grafikkarten wegen der aufwendigeren Technik längere Platinen haben, sind die Kühler bei starken Grafikkarten meist größer, so dass diese Boliden auch relativ lang sind. So gibt es beispielsweise 10 sehr kurze Varianten der eher im unteren Mittelklassebereich einzuordnenden Nvidia GeForce GTX 1660 Super, die maximal 18 Zentimeter lang sind. Bei einer Oberklasse-Karte wie der GeForce RTX 2080 Super wiederum ist selbst das kürzeste Modell 24 Zentimeter lang, da man die starke Technik nicht ohne großen Aufwand auf weniger Länge unterbringen und akzeptabel kühlen könnte.
In diesem Artikel
- Seite 1 Grafikkarten: Custom-Modelle und Taktwerte
- Seite 2 Grafikkarten: Kühlergröße und RGB-Beleuchtung
- Seite 3 Grafikkarten: AMD Radeon RX 5600 XT
- Seite 4 Grafikkarten: Kaufberatung mit Preisbereich bis 300 Euro
- Seite 5 Grafikkarten: Kaufberatung mit Preisbereich von 300 bis 800 Euro
- Seite 6 Bildergalerie
Wenn euer PC-Gehäuse es gestattet, empfehlen wir eine eher lange Grafikkarte. Da der Kühler bei längeren Modellen logischerweise recht groß ausfällt, kann die Grafikkarte in der Regel leichter gekühlt werden, so dass die Lüfter der Grafikkarte bei Last nicht so schnell drehen müssen und daher leiser sind. Achtet aber vor dem Kauf darauf, wie viel Platz im Gehäuse ist. Ihr könnt dies beim Gehäuse-Hersteller erfahren, zur Not aber auch nachmessen.
Quelle: Asus
Grafikkarten mit drei Lüftern sind nicht selten etwa 30cm lang - die Asus TUF Gaming X3 RX 5700 OC misst knappe 27cm.
Zudem sind innerhalb einer Grafikkartenserie - zumindest erfahrungsgemäß - Modelle mit drei Lüftern leiser als Grafikkarte mit zwei oder gar nur einem Lüfter. Denn drei Lüfter schaffen natürlich eine bestimmte Luftmenge mit geringerer Drehzahl fort, als wenn es nur zwei Lüfter wären, und bei der Kühlung ist es ja wichtig, die warme Luft von der Grafikkarte wegzuschaffen. Natürlich gibt es aber auch Fälle, in denen eine Grafikkarte mit zwei Lüftern doch leiser als ein Modell mit drei Lüftern ist. Dies kann an drei Faktoren liegen: Der Qualität des Kühlers, dem Takt der Grafikkarte und dem ab Werk eingestellten Lüfter-Profil, also der Frage, wie schnell die Lüfter in Abhängigkeit der gemessenen GPU-Temperatur drehen sollen. Manche Hersteller wollen die Grafikkarte möglichst kühl halten und lassen die Lüfter bei Last Gas geben, andere gestatten es der GPU, recht heiß zu werden, damit die Lüftung leiser ist. In beiden Fällen lässt sich aber auch mit einer Software wie dem MSI Afterburner (der zu allen Herstellern kompatibel ist) in der Regel eine von euch selbst gewählte Lüfterkurve einstellen. Bei Nvidia gibt es seit einigen Wochen zudem eine Funktion in den Treibern, durch die ihr eine maximale FPS-Grenze einstellen könnt. Sollte die Grafikkarte theoretisch deutlich mehr FPS schaffen, wird sie also absichtlich beschnitten, muss dafür aber bei weniger Last arbeiten und wird dadurch auch nicht so warm. Durch diesen Trick lässt sich also nicht nur Strom sparen, sondern auch die Kühlung leiser gestalten - zumindest bei den Games, bei denen die Grafikkarte eigentlich einen höheren FPS-Wert liefern könnte als den von euch festgelegten Grenzwert.
RGB-Beleuchtung
Viele Gamer nutzen ein Gehäuse mit Seitenfenster. Von diesen Nutzern legt zwar nicht jeder Wert auf die Optik seiner Hardware - wer dies aber tut, findet bei Grafikkarten eine Menge verschiedenster Designs. Hinzu kommen auch RGB-Beleuchtungen. Wo Grafikkarten früher nur ein einfarbig beleuchtetes Logo oder ähnliches hatten, finden sich heutzutage immer mehr Grafikkarten mit LED-Beleuchtung, die man bei Bedarf in theoretisch 16,8 Millionen verschiedenen Farben leuchten lassen kann.
Quelle: be quiet!
Ein Marken-Netzteil mit zwei PCIe-8-Pin-Steckern und 500 Watt Nennwert reicht auch für die stärkste Grafikkarte aus.
Auch Effekte wie pulsierendes Licht oder wellenartige Farbwechsel sind möglich. Gesteuert wird dies über eine Software - falls das Mainboard kompatibel ist, lässt sich die Beleuchtung der Grafikkarte auch mit weiteren vom Mainboard angesteuerten LED-bestückten Geräten synchronisieren.
Netzteil
Beim Netzteil reichen eigentlich 450 bis 500 Watt Nennleistung selbst für die stärkste Grafikkarte und eine gute, moderne CPU völlig aus, wenn es sich um ein Markennetzteil ab etwa 50 Euro mit mindestens zwei PCIe-8-Pin-Steckern handelt. Dabei gibt es häufig Verwirrung, denn die Grafikkartenhersteller geben als benötigte Leistung vor allem für stärkere Grafikkarten in der Regel einen viel höheren Wert als 500 Watt an. Dies liegt daran, dass manch ein PC ein günstiges Netzteil hat, das zwar auf dem Papier beispielsweise 500 Watt leistet, bei Last in der Praxis aber doch nur 400 Watt liefern oder aber auch die Leistung auf der für Grafikkarten wichtigen 12-Volt-Schiene nicht ausreichend stabil bringen kann. Geben die Hersteller vorsichtshalber zum Beispiel 600 Watt an, dann sind sie selbst bei Nutzern mit günstigen Netzteilen auf der sicheren Seite und wissen im Falle einer Supportanfrage wegen eines Problems, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht an der Netzteil-Leistung liegt.
