Wir erklären euch, wie ihr den Stromverbrauch und die Stromkosten für euren PC ermittelt und geben euch einige Tipps rund um den Hardware-Strombedarf.
Benötigtes Netzteil und Strombedarf
Manche Nutzer haben Bedenken, dass ein PC, der beispielsweise ein 650-Watt-Netzteil hat, auch 650 Watt an Strom verbraucht. Dies ist nicht so - die Wattangabe eines Netzteils beschreibt bei lediglich, wie hoch die maximal empfohlene, auf Dauer anliegende Stromlast oder auch die überhaupt maximal mögliche Watt-Leistung des Netzteils ist.
Manche Netzteile können nur ein klein wenig mehr Strom liefern als das, was ihre Nennleistung aussagt. Andere, vor allem ordentliche Markenmodelle, können problemlos für kurze Zeit zehn, 15 oder auch über 20 Prozent mehr Watt zusätzlich zur Verfügung stellen als das, was ihre Nennleistung vermuten lässt.
Benötigt ein PC beispielsweise bei Spielelast 300 Watt, dann verbraucht ein 650-Watt-Netzteil auch nur diese 300 Watt plus eine gewisse Verlustleistung. Letztere kommt zustande, da nicht der komplette aus der Steckdose gezogene Strom in für den PC brauchbaren Strom umgewandelt wird - daher wird ein Netzteil im Betrieb auch warm, denn durch die Arbeit des Netzteils wird ein Teil des Stroms in Wärme umgewandelt.
Quelle: Seasonic
Seasonic FOCUS GX 750 Watt
Netzteil-Effizienz
Je weniger Verlustleistung ein Netzteil hat, desto effizienter ist es. Die Effizienz wird oft als Durchschnittswert angegeben, es gibt aber auch meist bei den Netzteilmodellen seitens der Hersteller Informationen darüber, wie hoch die Effizienz in Abhängigkeit der Netzteilauslastung ist. Denn dabei gibt es Unterschiede.
Bei wenig Last, wenn beispielsweise ein 600 Watt-Netzteil nur 100 Watt liefern muss, kommt es bei vielen Modellen vor, dass die Effizienz etwas schwächer als bei hoher Last, in unserem Beispiel 500 Watt oder mehr, ist. Daher sollte man vermeiden, ein massiv überdimensioniertes Netzteil zu verwenden. Ein Rechenbeispiel: Bei hoher Last hat ein 800-Watt-Netzteil eine Effizienz von beispielsweise 92 Prozent, bei halber Last aber nur noch 88 Prozent.
Um 400 Watt an den PC abzugeben, muss es 400 geteilt durch 0,88, also 454 Watt aus der Steckdose ziehen. Nehmen wir nun an, ihr verwendet ein 500 Watt-Netzteil, das bei hoher Last - und 400 Watt sind für dieses Netzteil eine hohe Last - ebenfalls 92 Prozent Effizienz aufweist.
Es zieht dann also 400 geteilt durch 0,92 = 434 Watt aus der Steckdose. Das Netzteil ist nicht nur günstiger als das 800 Watt-Modell, es spart euch auch 20 Watt an Stromverbrauch und somit bare Münze im Betrieb. Nicht immer ist daher ein teures Netzteil mit hohem Wattwert sinnvoll.
Man sollte natürlich aufpassen, dass man auf der anderen Seite kein zu schwaches Netzteil nimmt. Aber benötigen die Bauteile im PC bei Last zum Beispiel 400 Watt, dann reicht ein gutes 450 bis 500 Watt-Markennetzteil aus. Es gibt freilich auch sehr gute Netzteile, die bei allen Last-Szenarien eine sehr gute Effizienz haben - ob sich der Kauf aber lohnt, hängt vom Preis und der Frage, wie lange ihr den PC täglich nutzt ab.
Damit man die Effizienz besser abschätzen kann, lassen sich viele Hersteller ihre Netzteile zertifizieren. Dabei gibt es zwei wichtige Label, das 80 Plus-, sowie das Cybenetics-Label. Diese fordern eine Mindesteffizienz von Netzeilen und vergeben dann je nachdem, wie gut das Netzteil abschneidet, folgende Label:
| Netzteil-Auslastung | 10 Prozent | 20 Prozent | 50 Prozent | 100 Prozent |
|---|---|---|---|---|
| 80 Plus Bronze | entfällt | 85% | 88% | 85% |
| 80 Plus Silver | entfällt | 87% | 90% | 87% |
| 80 Plus Gold | entfällt | 90% | 92% | 89% |
| 80 Plus Platinum | entfällt | 92% | 94% | 90% |
| 80 Plus Titanium | 90% | 94% | 96% | 94% |
| Cybenetics-Label | Durchschnitts-Effizienz |
|---|---|
| Bronze | 82 bis 85 Prozent |
| Silver | 85 bis 87 Prozent |
| Gold | 87 bis 89 Prozent |
| Platinum | 89 bis 91 Prozent |
| Titanium | 91 bis 93 Prozent |
| Diamond | über 93 Prozent |
Noch einmal zurück zum benötigten Netzteil für einen Gaming-PC: Rechnet am besten zehn Prozent auf den Wattwert drauf, den euer PC (mutmaßlich) benötigt, und rundet dann wiederum in 50 Watt-Schritten nach oben auf. Benötigt der PC also bis zu 600 Watt, dann addiert zehn Prozent.
Ihr kommt auf 660 Watt, aufgerundet ergibt sich ein 700 Watt-Modell als Tipp. Um ein passendes Netzteil zu finden, aber auch, um die Stromkosten zu berechnen, muss man natürlich wissen, wie viel Strom der PC benötigt. Falls ihr kein Strommessgerät habt oder aber neue Hardware kaufen wollt, haben wir auf der nächsten Seite einige Verbrauchswerte von Grafikkarten und CPU aufgelistet.
