Gaming und Strombedarf: Netzteil-Effizienz und Marktübersicht

Special Antonio Funes
Gaming und Strombedarf: Netzteil-Effizienz und Marktübersicht
Quelle: caseking

In unserem Special geht es um das Ermitteln der Stromkosten eines Gaming-PCs sowie das Thema Netzteile und deren Effizienz inklusive kleiner Marktübersicht.

Netzteil-Effizienz und kleine Markübersicht

Bevor wir zu einer Marktübersicht mit einigen empfehlenswerten Netzeilen kommen, wollen wir noch das Thema Effizienz genauer erläutern - die Eiffzienz sagt aus, wie viel des vom Netzeil aus der Steckdose gezogenen Stroms auch wirklich den Bauteilen des PCs zugute kommt. Denn beim Umwandeln des Stroms in die drei PC-Spannungswerte geht immer auch Energie verloren. Dabei gibt es eine durchschnittliche Effizienz des Netzteils sowie auch eine Effizienzkurve, die von der Auslastung des Netzteils abhängt.

Die meisten Netzteile sind etwas effizienter, wenn sie eine mittlere Belastung haben. Bei sehr starker bis voller Auslastung sinkt die Effizienz, ebenso dann, wenn der PC kaum beansprucht wird. In der Regel nennen Hersteller Eckwerte für die Auslastungsstufen 20, 50 und 100 Prozent. Es kann durchaus passieren, dass ein Netzteil eine sehr gute durchschnittliche Effizienz hat, aber bei wenig Last schlecht dasteht - nutzt ihr euren PC oft nur für Office-Tätigkeiten, dann ist dieses Netzteil eher suboptimal.

Um Konsumenten einen besseren Anhaltspunkt zu geben, gibt es die 80 Plus-Label. Die Label setzen jeweils eine Mindesteffizienz bei 20, 50 und 100 Prozent Auslastung voraus. Folgendermaßen sehen die Werte für die einzelnen Label aus, wobei wir nur die Label für 230 Volt nennen (es gibt eigene Label für die in den USA übliche 115 Volt-Netzspannung):

Label Effizienz bei 20% Last Effizienz bei 50% Last Effizienz bei 100% Last
80 Plus 82 85 82
80 Plus Bronze 85 88 85
80 Plus Silver 87 90 87
80 Plus Gold 90 92 89
80 Plus Platinum 92 94 90
80 Plus Titanium 94 96 94

Die Label sind allerdings keine Pflicht, und viele Hersteller nutzen nur das 115V-Label, das freilich trotzdem ein Indiz für die 230V-Effizienz ist. Auch Netzteile ohne Label können durchaus eine sehr gute Effizienz haben - das fehlende Label bedeutet nicht automatisch, dass der Hersteller etwas verbergen will. Wenn ihr euch an der durchschnittlichen Effizienz eine Netzteile orientiert, ist dies auch in Ordnung - besser ist es aber, wenn ihr die Werte für 20, 50 und 100 Prozent Last kurz recherchiert, sofern es kein Label gibt.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel für die Auswirkung der durchschnittlichen Effizienz: Ihr spielt jeden Tag zwei Stunden bei 400 Watt Strombedarf, zudem ist der PC weitere drei Stunden bei wenig Last eingeschaltet (100 Watt Bedarf). Ihr habt zwei Netzteile zu Wahl: Das eine bietet eine Effizienz von 92 Prozent, das andere nur 87 Prozent.

Um den wahren Strombedarf zu berechnen, teilt man den nötigen Strombedarf durch die Effizienz und nimmt das Ergebnis mal 100. Für 400 Watt Strom muss das effiziente Netzteil 100 x (400/92) = ca. 435 Watt aus der Steckdose ziehen. Für 100 Watt sind es etwa 109 Watt. Beim ineffizienteren Modell lauten die Werte 460 und 115 Watt.

Die Stromkosten pro Jahr lauten gemäß unserer Formel von Seite 2 und bei angenommenen 30 Cent pro KWh für das effizientiere Netzteil 131 Euro und für das weniger effiziente Modell 138,50 Euro - dies entspricht etwa 5,7 Prozent. Auf diesen Wert kommt man auch ganz einfach, indem man die bessere durch die schlechtere Effizienz teilt: 92 durch 87 ergibt 1,05741, also rund 5,7 Prozent.

Die resultierenden Mehrkosten von 7,50 Euro pro Jahr sind sicher verschmerzbar - aber da man ein Netzteil in der Regel durchaus mehr als fünf Jahre nutzt, würde sich ein Mehrpreis von bis zu 40 Euro für das bessere Netzteil in jedem Falle rentieren. Im Einzelfall müsst ihr natürlich selbst ausrechnen, wie groß der Vorteil bei eurem Nutzungsverhalten ist.

Da die Effizienz nicht unwichtig ist, haben wir nun noch 20 Netzteil-Serien herausgesucht, die eine gute Effizienz haben. Die meisten bieten das 80 Plus Gold-Label, manche Reihen je nach Modell auch das Platinum-Label. Als Faustregel solltet ihr 100 Watt mehr Nennleistung wählen als das, was euer PC benötigt:

Netzteil-Serie Watt-Varianten Effizienz-Label Preis ab
Corsair TX-M Series Modular 2021 550, 650, 750 80 Plus Gold 60 Euro
Sharkoon WPM Gold Zero 550, 650, 750 80 Plus Gold 65 Euro
LC-Power GP4 Series 460, 560 80 Plus Gold 65 Euro
be quiet! Pure Power 11 CM 500, 600, 700 80 Plus Gold 70 Euro
be quiet! Pure Power 11 FM 550, 650, 750, 850, 1000 80 Plus Gold 75 Euro
FSP Hydro GSM Lite 550, 650, 750 80 Plus Gold 75 Euro
Fractal Design Ion Gold 550, 650, 750, 850 80 Plus Gold 75 Euro
Cooler Master V-Series V2 550, 650, 750, 850 80 Plus Gold / Platinum 80 Euro
EVGA GQ-Reihe 650, 750, 850, 1000 80 Plus Gold 80 Euro
Enermax Revolution D.F. 650, 750, 850 80 Plus Gold 80 Euro
Seasonic Focus GX 550, 650, 750, 850, 1000 80 Plus Gold 80 Euro
Super Flower Leadex III Gold 550, 650, 750, 850 80 Plus Gold 80 Euro
ASUS ROG Strix 550, 650, 750, 850, 1000 80 Plus Gold / Platinum 80 Euro
Sharkoon Silentstorm Cool Zero 650, 750, 850 80 Plus Gold 80 Euro
MSI MPG 650, 750, 850, 1000 80 Plus Gold 85 Euro
Thermaltake ToughPower GF1 650, 750, 850, 1000 80 Plus Gold 85 Euro
Corsair RMx Series 550, 650, 750, 850, 1000 80 Plus Gold 85 Euro
be quiet! Straight Power 11 550, 650, 750, 850, 1000 80 Plus Gold / Platinum 90 Euro
Antec EarthWatts Gold Pro 550, 650, 750 80 Plus Gold 90 Euro
Fractal Design Ion Platinum 560, 660, 760, 860 80 Plus Platinum 95 Euro

Natürlich gibt es noch viele weitere Alternativen, vor allem, falls ihr nicht ganz so viel Wert auf die Effizienz legen wollt. Folgende Kennzeichen könnt ihr bei der Suche als Eckpunkte verwenden: Zwei PCIe-Stecker (8-Pin), Label für die Eignung für Haswell Low-Power-States sowie ErP Lot 6 für einen geringen Stand-by-Verbrauch.

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