Gaming und Strombedarf: Strom sparen und Netzteil-Nennleistung
Special
In unserem Special geht es um das Ermitteln der Stromkosten eines Gaming-PCs sowie das Thema Netzteile und deren Effizienz inklusive kleiner Marktübersicht.
Stromspar-Tipps
Es gibt an sich keine Dinge, mit denen man wirklich viel Stom bei einem Gaming-PC Strom sparen kann - außer seine Spielzeit stark zu verkürzen. Aber die Summe an Maßnahmen kann am Ende die ein oder andere KWh einsparen. Ihr könnt zum Beispiel darauf achten, dass der Monitor und der PC sich relativ früh abschalten, wenn ihr nicht am PC seid. Dies geht in den Energieoptionen von Windows. Spiele nicht bei der höchsten Auflösungen und maximalen Details zu spielen, spart nur in der Theorie Strom - am Ende sind die Unterschiede aber nur sehr gering.
Besser ist ein FPS-Limit, um strärkere Grafikkarten dazu zu bringen, weniger Strom zu verbrauchen. Denn wenn ihr vorgebt, dass beispielsweise bei 60 FPS Schluss sein soll, obwohl 120 FPS möglich wären, muss die Grafikkarte logischerweise weniger stark arbeiten und berechnet die 60 FPS quasi lässig nebenbei. Über die Treibersoftware von Grafikkarten lassen sich je nach Modell auch bestimmte Stromverbrauch-Ziele festlegen - die Grafikkarte senkt dann den Takt oder berechnet weniger FPS, falls die Grenze ansonsten überschritten werden sollte.
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Weitere Tipps: Wenn ihr noch mehrere, ältere Speicherlaufwerke habt, wäre es möglicherweise sinnvoll, diese durch ein einziges neues Laufwerk mit höherer Kapazität zu ersetzen - allerdings ist die Ersparnis hier nur gering, ebenso wie bei LED-Beleuchtungen. Wer allerdings viele Lüfter hat, kann sich überlegen, ob wirklich alle Lüfter nötig sind.
Ebenso könnte man die Drehzahlen nach unten hin optimieren, was den PC auch leiser macht. Wer es sich zutraut, kann auch beim Prozessor oder der Grafikkarte bewusst niedrigere Taktwerte bestimmen oder Spannungen anlegen. Hier sollte man sich aber in jedem Falle vorher genau informieren, was möglich ist und wie es funktioniert. Ein Stromspar-Faktor fehlt aber noch: das Netzteil. Hierzu kommen wir nun noch.
Netzteil - Nennleistung und Maximalwerte
Wichtig ist bei einem Netzteil die Nennleistung - doch wie kommt diese zustande? Ein Netzteil zieht den Strom bei 230 Volt aus der Steckdose und wandelt ihn in die Spannungen 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt. Pro Spannungsbereich kann das Netzteil einen Maximalwert, angegeben in Ampere, anbieten.
Ein Beispiel: Bei 3,3 / 5 / 12 Volt liefert ein Netzteil 20 / 15 / 35 Ampere. Multipliziert man nun die Spannungswerte mit dem jeweiligen Amperewert, erhält man das Maximum pro Spannungsbereich in Watt. Also: 3,3 x 20 = 66 Watt und 5 x 15 = 75 Watt und 12 x 35 = 420 Watt. In der Summe sind es 561 Watt.
Quelle: bequiet.com
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Viele Hersteller würden ein solches Netzteil passenderweise mit 550 oder 560 Watt vermarkten. Einige Hersteller untertreiben wiederum bewusst und werden lediglich 500 Watt, vielleicht sogar nur 450 Watt als Nennleistung angeben.
Letzteres macht durchaus Sinn, da die maximale Leistung von - in unserem Beispiel - 561 Watt in der Regel nur kurz stabil gehalten werden kann beziehungsweise auch zur Schonung der Bauteile nicht zu lange anliegen sollte. Benennt ein Hersteller das Netzteil nur als 500 Watt-Modell, dann will er damit sagen, dass das Netzteil problemlos dauerhaft 500 Watt sowie bei Bedarf für Verbrauchsspitzen auch (deutlich) mehr Watt liefern kann.
Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum die Summe der Maximalwerte nicht der Nennleistung entsprechen. Denn oftmals ist die so genannte Combined Power im Weg. So kann es beispielsweise sein, dass die Summe der einzelnen Maximalwerte bei 3,3 und 5 Volt zwar 140 Watt entspricht, aber trotzdem maximal 120 Watt für beide Leitungen zusammen verfügbar sind.
Ebenso ist es bei vielen Modellen üblich, dass es zwei oder mehr voneinander eigentlich unabhängige 12-Volt-Leitungen gibt, die alle einen eigenen Maximalwert haben. Trotzdem kann es eine Obergrenze geben, die kleiner als die Summe der Maximalwerte ist. So kann die Gesamtleistung bei 12 Volt insgesamt beispielsweise 420 Watt betragen, obwohl es zwei 12-Volt-Leitungen mit jeweils 20 Ampere, also jeweils 240 Watt gibt, deren Summe eigentlich bei 480 Watt liegt.
