Basiswissen (Takt und Kerne) sowie Technik des 7950X3D
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Wir blicken auf die Leistung der neuen Gaming-CPU AMD Ryzen 9 7950X3D und geben euch CPU-Kaufempfehlungen plus Basiswissen, das euch beim Kauf helfen soll.
Taktwerte: Kein gutes Leistungsindiz
Die Taktwerte von CPUs sind nur sehr bedingt miteinander vergleichbar. Nur wenn zwei CPUs zur selben Familie gehören und dieselbe Basis-Architektur haben und gleich viele Kerne bieten, kann der Takt zum Leistungsvergleich sinnvollerweise herhalten. Ein Ryzen 7000 mit 6 Kernen und 12 Threads, der mit 4,4 GHz taktet, wäre also 10 Prozent schneller als ein identisches Modell, das nur mit 4,0 GHz taktet. Sobald aber die Architektur oder die Kern/Thread-Anzahl abweicht, ist der Takt kein Mittel mehr, um die Leistung zuverlässig abzuschätzen.
Ein Beispiel: Der Ryzen 5 3600X taktet von 3,8 bis 4,4 GHz, der Ryzen 5 5600X mit identischer Kern- und Thread-Anzahl auf 3,7 bis 4,6 GHz - das sind beim Maximaltakt 4,5 Prozent Vorteil für den Ryzen 5 5600X. In Spielen ist er aber sogar gut 25 Prozent schneller, in Anwendungen zwischen 20 und 25 Prozent. Umso wichtiger ist es, dass ihr Tests zu CPUs genau durchgeht oder aber auf unsere Kaufberatungen setzt, in der wir regelmäßig bei CPUs und auch Grafikkarte viele einzelne Tests zu einer großen Gesamtanalyse zusammenfassen.
Kernanzahl und SMT
Ebenso wie beim Takt kann man nicht pauschal sagen, dass "mehr Kerne" immer besser sind. Da vor allem Spiele ab einer gewissen Kernanzahl nicht alle Kerne sinnvoll ausnutzen, verpufft der Vorteil des Kern-Plus bei vermeintlichen Top-CPUs beziehungsweise ist vernachlässigbar gering.
Der Ryzen 7 5700X ist in Spielen zum Beispiel bei Full-HD gerade einmal 2-3 Prozent schneller als der mit identischem Boosttakt arbeitende Ryzen 5 5600X, der 2 Kerne (4 Threads) weniger als der Ryzen 7 hat.
Quelle: ASRock
Zum Übertakten benötigt man bei Intel eine K-CPU sowie ein Mainbaord mit Z-Chipsatz wie das ASRock Z790 PCH Sonic.
Kurz zur Erklärung zum Thema Threads: Die Abkürzung SMT steht für Simultaneous Threads, also gleichzeitig (bearbeitbare) Aufgaben. Früher waren hierfür auch Begriffe wie Hyperthreading geläufig. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Kern zwei Aufgaben gleichzeitig bearbeiten kann, wobei die Kern-Leistung für zwei Threads mit SMT nicht so hoch wie die von zwei Nicht-SMT-Einzelkernen gleicher Bauart und identischen Taktwerten ist.
Eine CPU mit 6 Kernen und SMT arbeitet aber trotzdem beinahe so, als wäre es eine 12-Kern-CPU ohne SMT. Aktuell empfehlen wir eine 6-Kern-CPU mit SMT als Minimum. Dies trifft, was die aktuellen Modelle angeht. Auf alle Intel Core i5-CPUs für den Sockel 1200 oder 1700 sowie bei AMD jeden Ryzen-Prozessor der 5000er- oder 7000er-Serie zu.
Ryzen 9 7950X3D: Die Technik
Der neue Ryzen 9 7950X3D nutzt das namensgebende, besondere 3D-Cache, das eine schnellere Kommunikation der Kerne mit dem Cache ermöglicht und auch für weniger Strombedarf sorgt. Viele Daten müssen nicht den Umweg zum normalen RAM nehmen, was Zeit und Energie spart.
Daher ist es verschmerzbar, dass das 3D V-Cache eine geringe Zusatzlatenz verursacht - in der Summe überwiegt der Leistungsvorteil, und on top kommt eben noch der geringere Strombedarf hinzu. Die Standardleistungsaufnahme liegt bei den neuen X3D-Modellen bei 120 Watt. Bei den beiden Ryzen 9-Modellen ist das 50 Watt weniger als ihre Ryzen-Geschwister ohne 3D-Cache, beim Ryzen 7 7800X3D sind es 15 Watt mehr als beim Ryzen 7 7700X.
Wir kommen noch einmal zum Thema Kerne, denn nicht bei allen X3D-Ryzen nutzen alle Kerne das 3D V-Cache: Beim Ryzen 9 7950X3D sind es 8 der insgesamt 16 Kerne. Beim Ryzen 9 7900X3D gibt es 12 Kerne, davon nutzen 6 Kerne das 3D V-Cache.
Der erst im April folgende Ryzen 7 7800X3D wird insgesamt nur 8 Kerne haben, dafür nutzen alle die 3D-V-Cache-Anbindung. Hier wird es interessant sein, was die Spieletests im April ergeben werden. Zuerst geht es aber um den Ryzen 7 7960X3D und seine technischen Daten - die Tabelle zeigt die neuen CPUs und ältere Vergleichs-CPUs:
| Modellname | Kerne (Threads) | Davon 3D | Basistakt | Boosttakt | L3-Cache | Standardleistungsaufnahme | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ryzen 7 5800X3D | 8 (16) | 8 | 3,4 GHz | 4,5 GHZ | 96MB (64MB 3D V-Cache) | 105 Watt | 335 Euro |
| Ryzen 7 7700X | 8 (16) | 4,5 GHz | 5,4 GHz | 32MB | 105 Watt | 345 Euro | |
| Ryzen 7 7800X3D | 8 (16) | 8 | 4,2 GHz | 5,0 GHz | 96MB (64MB 3D V-Cache) | 120 Watt | Release April |
| Ryzen 9 7900X | 12 (24) | 4,7 GHz | 5,6 GHz | 64MB | 170 Watt | 445 Euro | |
| Ryzen 9 7900X3D | 12 (24) | 6 | 4,4 GHz | 5,6 GHz | 128MB (64MB 3D V-Cache) | 120 Watt | c.a. 600 Euro |
| Ryzen 9 7950X | 16 (32) | 4,5 GHz | 5,7 GHz | 64MB | 170 Watt | 600 Euro | |
| Ryzen 9 7950X3D | 16 (32) | 8 | 4,2 GHz | 5,7 GHz | 128MB (64MB 3D V-Cache) | 120 Watt | c.a. 700 Euro |
Den Ryzen 7 7700 und Ryzen 9 7900 haben wir weggelassen, da die Ersparnis zum 7700X beziehungsweise 7900X nur bis zu 5 Euro beträgt. Auf die beiden Ryzen 5 7600-Modelle verzichten wir ebenfalls, da sie zum Vergleich nicht viel beitragen würden. Auf der nächsten Seite kommen wir zu unserer Leistungsanalyse.
