Umstieg auf Ryzen 3000: CPU-Einbau und Windows-Umzug
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Ein Wechsel zu einem neuen Ryzen-Prozessor wir dem Ryzen 5 3600 kann einige Stolperfallen haben, vor allem wenn man den Kauf eines der teuren X570-Mainboards scheut. Denn hier steht oft ein BIOS-Update an. Auch beim Umzug der Windows-Lizenz kann es Probleme geben. Wir schildern euch unsere Praxiserfahrungen beim Wechsel, den wir für einen Leistungstest durchführten.
CPU-Einbau und mehr: Fallstricke
Nach dem BIOS-Update, das freilich bei einem bereits mit aktuellem BIOS ausgestatetten Mainbaord entfällt, baut ihr den neuen Prozessor mit Kühler, das RAM und die Grafikkarte ein und schließt die gewünschten Laufwerke an. Vergesst auch nicht die Stecker für den Power-Button, Gehäuse-UBS-Anschlüsse und so weiter.
Falls ihr eine M.2-SSD verwendet: diese wird beim MSI B450M Mortar Titanium und vielen anderen Mainboards direkt oberhalb der Grafikkarte eingebaut - es empfiehlt sich daher, die M.2-SSD vor der Grafikkarte einzubauen.
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Quelle: MSI
Die M.2-SSD wird beim MSI B450M Mortar Titanium direkt über dem hellgrauen PCIe-Slot für die Grafikkarte eingesetzt.
Speziell bei unserem verwendeten Mainboard sitzen zudem die zwei ersten SATA-Ports rechts ein wenig unterhalb der Höhe des Grafikkartenslots. Eine längere und gleichzeitig auch (heutzutage völlig normal) zwei Slots dicke Grafikkarte wie die von uns verwendete Asus Radeon R9 290 überlagert diese Ports - da sie zur rechten Seite zeigen (also in Richtung Gehäusefront), sind sie aber trotzdem noch für SATA-Stecker zugänglich sind. Es erwies sich aber als eine etwas nervige Fummelei, die SATA-Stecker an die Ports anzuschließen, da man wegen der Grafikkarte kaum noch etwas von den Ports sehen konnte und es rund um die Ports herum eng zugeht. Auch hier wäre es also besser gewesen, die Grafikkarte erst später einzubauen.
Ein sehr wichtiger Punkt ist beim CPU-Einbau zu beachten: AMD verwendet beim Sockel AM4 leider keine seitlichen Aussparungen, die ein falsches Einlegen der CPU in den Sockel verhindern. Zwar sind in der Mitte des Sockels horizontal ausgerichtete Flächen - siehe das Bild weiter unten links - die bei genauem Hinsehen ein wenig andere Abstände haben, so dass eigentlich ein falscher Einbau nicht passieren sollte. Man ist aber eventuell ein wenig verunsichert, da die Unterschiede kaum zu erkennen sind, und wer im falschen Glauben, die CPU sei korrekt eingesetzt, den Arretierungshebel umlegt, kann die Pins beschädigen. Nur ein kleines goldenes Dreieck in der Ecke der CPU gibt euch einen Hinweis, wie herum die CPU korrekt eingebaut wird. Dieses zeigt bei den uns bekannten Mainboards stets nach "links oben", also in die Richtung, in der auch in aller Regel der 8-Pin-Stromanschluss des Mainboards liegt. Im Zweifel schaut aber unbedingt in der Anleitung des Mainboards nach!
Quelle: ASRock
Die kleinen Flächen über und unter dem Mittelteil des Sockels sollen einen falschen Einbau verhindern - hier der Sockel eines ASRock X570 Taichi
Am besten ihr legt den PC für den Einbau so hin, dass der Sockel nach oben zeigt. Die CPU sollte, wenn man sie in korrekter Position hauchdünn über den Sockel hält und langsam herunterlässt, plan und ohne zu stocken in den Sockel gleiten.
Windows-Umzug mit Hindernissen
Seit einigen Jahren macht Windows nur in sehr wenigen Fällen Probleme, wenn man die Festpatte oder SSD mit der bereits installierte Version seines alten PCs für komplett neue Hardware verwendet. Um dies zu überprüfen, haben wir genau das getan: Wir bauten die M.2-SSD des alten Intel-Mainboards, auf der Windows 10 bereits installiert war, einfach auf unserer neuen AMD AM4-Platine ein und starteten den PC ohne eine Neuinstallation von Windows. Nach mittlerweile zahlreichen Spieletests sowie intensivem Arbeiten mit der neuen Hardware können wir feststellen: es gab keine technischen Probleme. Natürlich haben wir die Treiber, die MSI für unser neues Mainboard als Download anbot, direkt nach dem ersten Systemstart installiert. Wir mussten aber ansonsten nichts anpassen und bemerkten keinerlei Fehler.
Eine Sache lief trotzdem schief: Obwohl die bisherige Windows-Lizenz an ein Microsoft-Konto gebunden war und wir auch am neuen PC in dieses Konto eingeloggt waren, wollte sich Windows nicht mehr aktivieren lassen. Der Key sei angeblich ungültig. Auch die Angabe im Aktivierungsmenü, dass wir die Hardware gewechselt haben, half nicht weiter. Letztlich entfernten wir sogar den alten PC aus unserem Microsoft-Konto in der Hoffnung, dessen Lizenz würde damit freigegeben und könnte für die neue Hardware verwendet werden. Doch auch dies funktionierte nicht.
Die letzte mögliche Lösung war die Eingabe des originalen Windows-Key. In unserem Falle war dies ein alter Windows 7-Lizenzschlüssel. Diesen hatten wir damals, als wir Windows 10 zum ersten Mal komplette neu auf unserem Intel-PC installierten, erfolgreich angegeben, als Microsoft ein kostenfreies Upgrade anbot. Auch nach einer erneuten Installation von Windows auf dem alten Intel-PC wegen eines Umstiegs auf eine M.2-SSD reichte ein Log-In in das Microsoft-Konto aus, um Windows erneut zu aktivieren. Glücklicherweise konnten wir den alten Windows-Key nach einiger Suche noch finden, und nachdem wir diesen im Optionsmenü unseres mittlerweile zum AMD-PC mutierten Rechenknechtes eingaben, ließ sich Windows schließlich doch aktivieren. Laut einer Beschreibung von Microsoft und Erfahrungsberichten aus dem Internet hätte es aber deutlich reibungsloser verlaufen können, vielleicht sogar müssen - wir hatten offenbar ein wenig Pech.
Nach der Aktivierung konnten wir letztlich beruhigt mit unseren Leistungstests beginnen - das Ergebnis erfahrt ihr am Wochenende in einem weiteren Special. Wir haben dabei die Leistung eines PCs, der einen Xeon E3-1230 v3 (vergleichbar mit einem Core i7-4770) und eine AMD Radeon R9 290 verwendet, gemessen. Danach tauschten wir Mainboard, CPU und RAM aus - davon handelte ja nun dieses Special - und messen nun bereits seit zwei Tagen die Leistung erneut. Die Frage: lohnt es sich für Spieler, einen älteren Core i7 durch einen Ryzen 5 3600 zu ersetzen, obwohl man keine moderne, starke Grafikkarte hat? Die Antwort findet ihr schon bald in besagtem noch kommenden Special.
