Wir haben die Gaming-Leistung des neuen 530 Euro teuren AMD Ryzen 7 9800X3D unter die Lupe genommen und bewerten auch das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der neue AMD Ryzen 7 9800X3D ist da - und auch schon wieder weg. Denn nach dem Verkaufsstart am gestrigen Donnerstag, dem 7. November, war der Prozessor, für den AMD einen Preis von 529 Euro ansetzt, vorerst vergriffen
Am späten Abend war die CPU für kurze Zeit für 20 Euro mehr als die UVP bei Notebooksbilliger lieferbar gelistet, aber heute (8. November, Stand 11 Uhr) ist er in deutschen Shops und auch über die AMD-Website nicht lieferbar, wobei sich die Lage natürlich noch ändern kann.
Trotz der Liefersituation schauen wir uns anlässlich des Release genau an, ob der AMD-Prozessor ein neuer Stern am Gaminghardware-Himmel sein kann. Manch einer hatte vielleicht schon darauf spekuliert, dass der Release der neuen Intel Core Ultra-CPUs inklusive des Starts des Sockel 1851 bezüglich Gaming ein Erfolg sein könnten.
Leider sind die vor zwei Wochen erschienenen Core Ultra-CPUs für Spieler aber eher ein Reinfall, denn sie sind zwar effizienter als ihre Vorgänger, setzen bei Spielen aber keine neuen Bestmarken und sind bezogen auf ihre Gaming-Leistung preislich unattraktiv.
Wir werden euch heute aufzeigen, wie der neue Ryzen 7 9800X3D bei Spielen abschneidet und ob sich der Kauf vom Preis-Leistungs-Verhältnis her lohnt.
Außerdem haben wir in unserem Special auch für fünf derzeit empfehlenswerte Gaming-CPUs aus der Ober- bis Top-Klasse jeweils ein Kit inklusive Mainboard und RAM zusammengestellt, damit ihr auch seht, wie die Preise von möglichen Aufrüstpakete im Vergleich dastehen. Zuerst geht es aber um die Technik des neuen AMD-Prozessors.
Ryzen 7 9800X3D - Technische Betrachtung
Der Ryzen 7 9800X3D arbeitet mit AMDs 3D V-Cache, bei dem sich gezeigt hat, dass er bei Spielen einen großen Leistungs- und Effizienz-Vorteil bringt. Dazu erläutern wir weiter unten noch mehr.
Ansonsten ist der Ryzen 7 9800X3D unspektakulär, was den Vergleich zu den anderen Ryzen 9000-Modellen und den zwei X3D-Modellen der 7000er-Reihe angeht. Die Tabelle zeigt die technischen Daten des Ryzen 7 9800X3D im Vergleich zu drei Sockel AM5-CPUs:
| Modell | Ryzen 7 9800X3D | Ryzen 7 7800X3D | Ryzen 7 9700X | Ryzen 7 7600X3D |
|---|---|---|---|---|
| Architektur | Zen 5 | Zen 4 | Zen 5 | Zen 4 |
| Kerne | 8 | 8 | 8 | 6 |
| Threads | 16 | 16 | 16 | 12 |
| Basistakt | 4,7 GHz | 4,2 GHz | 3,8 GHz | 4,1 GHz |
| Boosttakt | 5,2 GHz | 5,0 GHz | 5,5 GHz | 4,7 GHz |
| Level2 Cache | 8MB | 8MB | 8MB | 6MB |
| Level3 Cache | 32+64MB | 32+64MB | 32MB | 32+64MB |
| TDP | 120 Watt | 120 Watt | 65 Watt | 65 Watt |
| Preis aktuell | 530 Euro | 470 Euro | 340 Euro | 310 Euro |
Für einen Vergleich mit dem Ryzen 7 9800X3D eignen sich wegen der identischen Kern-Anzahl vor allem der Ryzen 7 7800X3D und Ryzen 7 9700X. Zu letzterem hat der Ryzen 7 9800X3D einen geringeren Boost-, aber höheren Standardtakt. Außerdem kommen 64 MB zusätzlicher L3-Cache dazu, und zwar in Form des 3D-V-Caches, sodass es 96 MB statt nur 32 MB L3-Cache sind.
Der Ryzen 7 7800X3D ist beim Cache zum großen X3D-Bruder identisch, arbeitet aber mit weniger Standard- und Boost-Takt. Die TDP liegt bei beiden X3D-CPUs bei 120 Watt, beim Ryzen 7 9700X bei nur 65 Watt - wir wissen aber aus Erfahrung, dass die X3D-CPUs im Gaming-Betrieb sehr genügsam sind. Darauf gehen wir später noch ein.
3D V-Cache: Vorteil bei Spielen
Beim 3D-V-Cache der X3D-CPUs handelt es sich um zusätzlichen L3-Cache. Üblich ist bei CPUs ganz allgemein eine horizontale Anbindung des Caches neben den Kernen. Bei den X3D-Modellen ist das zusätzliche 3D V-Cache aber vertikal mit den Kernen verbunden - bisher über den Kernen. Beim Ryzen 7 9800X3D hingegen liegt es unter den Kernen.
Dies vereinfacht die Kühlung der Kerne, was AMD damit quittiert, dass man den neuen X3D-Prozessor im Gegensatz zu den bisherigen X3D-Modellen sogar übertakten kann. Das Plus an L3-Cache ist besonders bei Spielen wichtig und bringt einen größeren Effekt als bei Anwendungen.
Da Spiele Daten für mehrere mögliche Spieleraktionen vorhalten, gibt es im Gegensatz zu Anwendungen mehr Daten, bei denen mehr Cache für einen besonders schnellen Zugriff nützlich ist. Quasi als Nebeneffekt verbrauchen die X3D-Modelle auch noch vergleichsweise wenig Strom beim Spielen - zumindest die bisherigen Modelle. Zum Strombedarf kommen wir nach der Leistungsanalyse, die auf der nächsten Seite startet.
