CPU-Kaufberatung: Analyse Coffee Lake-R, Fazit

Special Antonio Funes
CPU-Kaufberatung: Analyse Coffee Lake-R, Fazit
Quelle: Intel

Intels Sockel 1151 hat drei neue Gamer-CPUs zu bieten, den Core i5-9600K, Core i7-9700K und Core i9-9900K. Das Coffee Lake-Refresh wurde schon von diversen Hardware-Magazinen getestet - wir haben die Ergebnisse mit Hinblick auf die Spieleleistung analysiert, um Euch eine aktuelle Kaufberatung inklusive vielen allgemeinen Tipps und einer Marktübersicht zu CPUs von AMD und Intel zu bieten.

Leistungsanalyse Coffee Lake-R

Wir haben uns mehrere Tests von Hardware- und Gaming-Websites zur Brust genommen, in denen mindestens eine der drei neuen 9000er-CPUs von Intel Spiele-Benchmarktests unterzogen wurde, und die Testwerte statistisch analysiert.

Auch der Test unserer Kollegen der PC Games Hardware, die alle drei neuen Intel-CPUs getestet haben, ist mit in unserer Analyse dabei. Leider lagen zum Redaktionsschluss für unser Special nur wenige Tests vor, die nicht ausschließlich den Core i9-9900K thematisierten. Unser Fokus lag daher ganz klar bei Games sowie dem Core i9-9900K. Unsere Leistungsanalyse, wobei die Ergebnisse für den Core i5-9600K und Core i7-9700K hauptsächlich vom Test der PC Games Hardware abgeleitet sind, ergab folgendes:

  • Der Core i9-9900K bietet etwa 30 Prozent mehr Leistung in Games als ein AMD Ryzen 7 2700X, im Vergleich zum Ryzen 5 2600X sind es 35 Prozent.
  • Die Mehrleistung zu einem Core i7-8700K beträgt etwa sechs Prozent. zum Core i5-9600K sind es 14 Prozent, den Core i7-9700K schlägt der durch eine festgelegte TDP - zu den Gründen gleich mehr - leicht gebremste Core i9-9900K nur um 3,5 Prozent.
  • Der Core i7-9700K liegt 10 Prozent vor dem Core i5-9600K und etwa 2,5 Prozent vor einem Core i7-8700K.
  • AMDs Ryzen-CPUs 2600X und 2700X lässt der Core i7-9700K um 26 bis 31 Prozent hinter sich.
  • Der Core i5-9600K ordnet sich ein wenig unterhalb des Core i7-8700 ein. Zum Ryzen 5 2600X und Ryzen 7 2700X hat er einen Vorsprung von 15 beziehungsweise 20 Prozent.

Um die Unterschiede zwischen den CPUs dabei besonders zu betonen und zu vermeiden, dass die FPS (Bilder pro Sekunde) von der Grafikkarte begrenzt werden, sind viele der verwendeten Testwerte bei einer geringen Auflösung wie 1280 mal 720 Pixeln entstanden. Die Unterschiede zwischen den Prozessoren werden bei höheren Auflösungen kleiner, da hier die Relevanz der Grafikkarte zunimmt. Wenn Euch also das Spielen eines bestimmten Spiels bei höheren Detailstufen wichtig ist, solltet ihr nach passenden Benchmarks suchen, bei denen eine Grafikkarte zum Einsatz kam, die eurer ähnelt und auch die Auflösung verwendet wird, mit der ihr spielt.

Einen Kritikpunkt, der nicht die Leistung betrifft, ist die Abwärme und der Strombedarf des Core i9-9900K vor allem im übertakteten Zustand, für den das Coffee Lake-Refresh ja prädestiniert ist. Der Core i9-9900K wird nicht nur bei Übertaktung recht heiß und verbraucht viel Strom. Hier ist ein ordentlicher Kühler ratsam. Ebenso haben beispielsweise unsere Kollegen der PC Games Hardware die TDP-Vorgabe für den Prozessor manuell auf 95 Watt festlegen müssen, da er ansonsten mächtig Gas gibt und dabei so heiß wird, dass er selbst eine bessere Luftkühlung überfordern kann - PC Games Hardware empfiehlt sogar eine AiO-Wasserkühlung, was ein Novum für Mainstream-CPUs darstellt.

Fazit: Stark, aber teuer

Unser Fazit, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, ist zwiespältig. Zum einen haben manche Nutzer gar keine andere Wahl, als zu einem Core i7-9700K oder Core i9-9900K zu greifen, wenn sie abermals mehr Leistung als mit einem Core i5-8600K oder Core i7-8700K wünschen. Denn beide Prozessoren sind leistungstechnisch die Speerspitze der aktuellen Mainstream-CPUs. Auf der anderen Seite bieten gerade die AMD-Ryzen-CPUs eine Leistung, die zwar merkbar schwächer ist, aber trotzdem für längere Zeit ausreichen wird und zudem deutlich günstiger zu haben ist. Auch eine besonders hohe Zahl an Threads, die möglicherweise in zwei bis drei Jahren ein Vorteil sind, gibt es bei AMD schon mit sehr schmalem Budget.

Kein Cyber Fussball sondern die Verpackung eines Core i9-9900K Quelle: Intel Kein Cyber Fussball sondern die Verpackung eines Core i9-9900K Wer neben einem Spiel noch weitere Anwendungen betreibt, kann bei AMD bereits günstig 12 oder 16 Threads nutzen, nämlich ab 150 respektive 190 Euro. Bei Intel wird jeweils weit mehr als das Doppelte fällig - die CPUs sind dafür aber dann auch schneller als die von AMD. Bei den aktuellen Preisen sind aber weder der Core i7-9700K noch der Core i9-9900K für Gaming zu empfehlen, da sie kaum eine Mehrleistung zum Core i7-8700K bieten, aber über 100 Euro Aufpreis kosten. Der Core i5-9600K hingegen ist für seinen Preis von 330 Euro durchaus einen Blick wert, ist aber kaum besser als ein Core i5-8600K und bietet auch nicht mehr Kerne oder Threads als die 280 Euro Alternative. In Sachen Preis-Leistung liegt AMD derzeit klar vorne, bei der Frage nach den stärksten CPUs gewinnt Intel, aber zu einem hohen Preis: die 26 Prozent mehr FPS eines Core i7-9700K im Vergleich zu einem AMD Ryzen 7 2700X bei eher geringeren Auflösungen verlangen einen Aufpreis von über 70 Prozent, bei einem Blick auf den Core i9-9900K zahlt man sogar mehr als das Doppelte für ein Leistungsplus von 30 Prozent. Allerdings sind die 8000er-CPUs von Intel auch in den letzten Wochen deutlich teurer geworden, was sich auch auf die derzeitigen Preise der 9000er-Modelle auswirkt. Doch es müsste schon einen enormen Preisrutsch geben, damit AMD beim Preis-Leistungsverhältnis ins Hintertreffen gerät, zumal es zum Ryzen 5 2600X und Ryzen 7 2700X weitere günstigere AMD-Alternativen gibt, die kaum schwächer sind, zum Beispiel den Ryzen 7 1700X. Mit einer Übersicht zu empfehlenswerten CPUs wollen wir auf der folgenden Seite unser Special abschließen.

  1. Seite 1 CPU-Kaufberatung: Coffee Lake-R, Sockel und Chipsätze
  2. Seite 2 CPU-Kaufberatung: Kerne und Takt, CPU-Kühler, Technik
  3. Seite 3 CPU-Kaufberatung: Analyse Coffee Lake-R, Fazit
  4. Seite 4 CPU-Kaufberatung: Marktübersicht Gamer-CPUs
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