Nvidia GeForce RTX 5090: Einleitung und Einschätzung

Special Antonio Funes
Nvidia GeForce RTX 5090: Einleitung und Einschätzung
Quelle: Asus

Bereits eine Woche vor ihrem Release durften Tests zur Nvidia GeForce RTX 5090 veröffentlicht werden - wir haben mehrere davon zu einer Analyse zusammengefasst.

GeForce RTX 5090: Technik im Detail

Getestet wurde von den Hardware-Redaktionen zum aktuellen Zeitpunkt vor allem die Founders Edition, also das Design, das direkt von Nvidia kommt. Auf die Leistung hat dies aber keinen Einfluss, außer man würde ein Custom-Modell mit einer Übertaktung ab Werk betrachten. Die GPU der GeForce RTX 5090 mit der Blackwell-Architektur trägt den Namen GB202 und wird in einem 4nm-Verfahren bei TSMC gefertigt, was auch schon bei der GeForce RTX 4090 und ihrer Ada Lovelace-GPU AD102 der Fall war.

Die Anzahl an Transistoren steigt im Vergleich zur RTX 4090 von 76,3 auf 92,2 Milliarden, ein Plus von etwa 20,8 Prozent. Da aber die Fläche beim GB202 mit 750 mm² im Vergleich zu 609 mm² bei der AD102 um sogar 23,2 Prozent wächst, haben wir es im Durchschnitt nicht mit einer größeren Transistorendichte zu tun.

Bei der neuen Blackwell-GPU sind es rechnerisch etwa 123 Millionen Transistoren pro mm², bei der AD102 der RTX 4090 sogar 125 Millionen pro mm². Es ist aber bekannt, dass sich die Kernarchitektur von Blackwell kaum von Ada Lovelace unterscheidet. Die Neuerungen sind minimal, wie wir gleich noch schildern werden.

Nvidia GeForce RTX 5090 Founders Edition Quelle: Nvidia Nvidia GeForce RTX 5090 Founders Edition Beim GB202 sind nicht alle Schaltungen aktiviert. Wären alle Bauteile freigeschaltet, würde man von einem Vollausbau sprechen. Diesen bietet die GB202 in der GeForce RTX 5090 aber, genau wie auch schon die GeForce RTX 4090 beim AD102, nicht. In der GB202 der GeForce RTX 5090 sind 170 Streamingprozessoren aktiv, obwohl eigentlich 192 Stück physisch vorhanden sind.

Dies sorgt für 21.760 aktive FP32-Einheiten (auch als Shader-Einheiten bekannt) - wären alle Streamingprozessoren aktiv, wären es sogar 24.576 FP32-Einheiten. Dabei gibt es eine kleine technische Verbesserung: Im Vergleich zu Ada Lovelace können die Streamingprozessoren eine höhere sogenannte Integer-Rechenleistung bieten, was je nach Anwendungsgebiet ein Vorteil ist.

Insgesamt steigt die Menge der Shader-Einheiten im Vergleich zur AD102 um 32,8 Prozent, also deutlich mehr als bei der reinen Transistorenanzahl und überproportional viel bezogen auf das Plus bei der Chipfläche. Dies lässt einen deutlichen Leistungssprung erwarten, zu dem wir gleich noch kommen. An dieser Stelle wollen wir nun eine Vergleichstabelle einbauen, die euch die wichtigen Daten der Nvidia GeForce RTX 5090 im Vergleich zur GeForce RTX 4090 zeigt - auch die RTX 5080 haben wir bereits einbezogen:

Grafikkarte GeForce RTX 5090 GeForce RTX 4090 GeForce RTX 5080
GPU-Name GB202 AD102 GB203
Chipfläche 750 mm² 609 mm² 378 mm²
Fertigung 4nm TSMC 4nm TSMC 4nm TSMC
Streamprozessoren 170 128 84
FP32-ALUs (Shadereinheiten) 21760 16384 10752
Raytracing-Kerne 170 128 85
KI-Kerne (Tensor-Kerne) 680 512 336
Boost-Takt (Referenz) 2410 MHz 2520 MHz 2617 MHz
Max Boost-Takt Gaming 2720 MHz 2740 MHz unbekannt
Video-RAM 32GB GDDR7 24GB GDDR6X 16GB GDDR7
Bandbreite RAM 512 Bit 384 Bit 256 Bit
Bandbreite RAM 1792 GB/s 1008 GB/s 960 GB/s
Total Graphics Power 575 Watt 450 Watt 360 Watt
Preisempfehlung 2329 Euro Marktpreis 2600 Euro 1169 Euro

Die Raytracing- und KI-Kerne sind bei der RTX 5090 und 5080 jeweils um eine Generation neuer als bei der RTX 4090. Ein größerer Leistungsfaktor könnte auch der Videospeicher sein. Nicht nur, dass die GeForce RTX 5090 abermals 8 GB mehr bietet als die GeForce RTX 4090 - vielmehr liegt die Bandbreite auch dank breiterem RAM-Interface (512 statt 384 Bit) für den Datenfluss um satte fast 78 Prozent höher als bei der GeForce RXT 4090.

Die potenzielle Zusatzleistung hat allerdings neben dem Kaufpreis noch einen weiteren Punkt, der bare Münze kostet. Denn die Total Graphics Power, ein Indiz für den maximalen Strombedarf bei Last, liegt bei der Nvidia GeForce RTX 5090 mit 575 Watt um 125 Watt höher als bei der GeForce RTX 4090, ein Plus von 28 Prozent.

Damit man die Effizienz der Blackwell.-Architektur zurecht als verbessert im Vergleich zu Ada Lovelace einordnen darf, müsste das Leistungsplus also größer als 28 Prozent sein, beziehungsweise größer als der Prozentsatz, um den der Strombedarf der GeForce RTX 5090 im Praxistest über dem der GeForce RTX 4090 liegt.

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