Nvidia RTX 3050: Einsteigerkarte oder nicht? Leistungsanalyse
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Am Donnerstag kam die neue Nvidia GeForce RTX 3050 auf den Markt. Wir haben die Leistung auf Basis von vielen verfügbaren Tests eingeordnet und dabei auch die in der letzten Woche erschienene AMD Radeon RX 6500 XT einbezogen. Außerdem haben wir eine Kaufberatung zu Grafikkarten auf Basis ihrer Preis-Leistungs-Verhältnisse vorbereitet.
RTX 3050: Einsteigerkarte - oder was?
Mit der Einführung der RTX 2000-Grafikkarten-Reihen und deren Modellnummern ab Oktober 2018 hatte sich Nvidia keinen Gefallen getan. Denn viele erwarteten wegen der Modell-Endziffern, dass eine RTX 2070 oder 2060 der Quasi-Nachfolger der GTX 1070 respektive 1060 sei - und verbanden damit dann Preiserwartungen, die auch wegen der neuen Raytracing-Technik viel zu niedrig waren. Nach dem Release der RTX 1600er-Reihe, die ja nach der RTX 2060 erst auf den Markt kam, war klar, dass nicht die RTX 2060, sondern die RTX 1660 der eigentliche Nachfolger zur GTX 1060 war - auch was den Preis angeht.
Nvidia hatte es aber verpasst zu kommunizieren, dass die RTX 2000-Serie eine ganz andere Kategorie von Grafikkarte als die GTX-Reihe ist und die Modellnummern nur die Rangfolge innerhalb der RTX-Modelle angibt, nicht aber die Einordnung beim Grafikkarten-Markt allgemein. Was ist aber nun mit der Nvidia GeForce RTX 3050? Wie soll man sie einordnen? Wegen der aktuellen Preiskrise kann niemand genau sagen, was Nvidia in normalen Zeiten als Preis verlangen würde.
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Nvidia jedenfalls hat nun eine Preisempfehlung von 279 Euro ausgelobt, aber ob es in normalen Zeiten vielleicht nur 200 oder gar 150 Euro wären oder trotzdem 279 Euro, kann niemand außerhalb des Kreises der Nvidia-Verantwortlichen wissen. Wir vermuten aber, dass die nun veranschlagten 279 Euro mehr sind als in einem Szenario, bei dem AMD und Nvidia die Nachfrage problemlos bedienen könnten und Händler zusammen mit Minern und Gamern Händchen haltend um einen Blumenbeet herumtanzen.
Die Preisempfehlung von 279 Euro für die GeForce RTX 3050 war aber ohnehin - wenn überhaupt - nur für einige Glückspilze realistisch, die am Donnerstag in den ersten Sekunden nach Verkaufsstart erfolgreich ein Modell erhaschen konnten. Wären 279 Euro der Preis, der nun und für die nächsten Wochen auch wirklich in den Shops für lieferbare RTX 3050-Modelle fällig wird, würde sich Nvidias neue Grafikkarte preislich genau auf dem Level von lieferbaren GeForce RTX 1650- und AMD Radeon RX 6500 XT-Modellen befinden. Ist die Nvidia GeForce RTX 3050 also nur auf deren Niveau?
Leistungsanalyse GeForce RTX 3060
Um die Leistung zu ermitteln, haben wir mehrere Tests zu der neuen Nvidia-Grafikkarte statistisch zusammengefasst. Dabei haben wir die Ergebnisse gewichtet - beim Test der PC Games Hardware kamen zum Beispiel 20 Games zum Einsatz, bei einigen anderen Tests sind es weniger. Die Benchmarks der PC Games Hardware ziehen daher entsprechend stärker in unsere Statistik ein. So ordnen wir die Leistung der Nvidia GeForce RTX 3050, aber auch die AMD Radeon RX 6500 XT in einer grafisch aufbereiteten Form ein, bei der die GeForce RTX 3060 Ti unsere Basis mit einem Leistungswert von 100 (Prozent) darstellt:
Quelle: Antonio Funes
Leistungsindex mit RTX 3050 und RX 6500 XT
Was sagt uns die Grafik? Wie ihr seht, bietet die Nvidia GeForce RTX 3050 in etwa die gleiche Leistung wie eine GeForce GTX 1660 Super oder 1660 Ti, die AMD Radeon RX 6500 XT hat je nachdem, ob man sie mit PCie 3.0 oder 4.0 betreibt, eine recht starke Abweichung und leistet mit PCIe 3.0 kaum mehr als die Nvidia GeForce GTX 1650, mit PCIe 4.0 ist sie nah an der GTX 1650 Super dran. Rechnen wir die Werte so um, dass die RTX 3050 die Basis ist, und lassen für die bessere Übersicht ein paar Modelle weg, sieht die Grafik wie folgt aus:
Quelle: Antonio Funes
Leistungsabstände Nvidia RTX 3050
Man sieht hier, dass die AMD RX 6600 24 Prozent und die RTX 3060 32 Prozent vor der RX 3050 liegt. Auch die RTX 2060 ist noch vor der RTX 3050, allerdings nur um 10 Prozent. Nach unten hin kann man wiederum erkennen, dass die AMD Radeon RX 6500 XT je nach PCIe-Anbindung nur 56 respektive 65 Prozent der Leistung der RTX 3050 erreicht. Letzteres bedeutet, dass die neue Nvidia-Grafikkarte zwischen 55 und 80 Prozent schneller als die RX 6500 XT ist. Je nach Spieletitel können es auch mehr als doppelt so viele FPS sein, die man mit der RTX 3050 erhält. Apropos doppelt: Die AMD Radeon RX 6600 ist fast doppelt so schnell wie eine per PCIe 4.0 betriebene RX 6500 XT.
