Mini-PCs: Mainboards und Gehäusegrößen
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Die Xbox Series X und Playstation 5 sind, was die Vorbestellungen angeht, ausverkauft. Wann sie nach ihrem offiziellen Release (10. respektive 19. November) wieder verfügbar sein werden, ist unklar. Eine sinnvolle Alternative zu den Konsolen kann ein Mini-PC fürs Wohnzimmer sein. Wir geben Tipps zu solchen PCs, machen vier Konfigurations-Vorschläge und erklären auch, warum Konsolen relativ günstig sind.
Mainboard: µATX oder Mini-ATX?
Für einen besonders kompakten PC hat man die Wahl zwischen zwei Mainboardformaten, durch die gleichzeitig auch die Gehäusegröße mitbestimmt wird. Die vier wichtigsten Formate bei Mainboards sind von klein nach groß: Mini-ITX, µATX (auch Mikro-ATX oder mATX genannt), ATX sowie E-ATX. Ein Standardgehäuse bietet meist ATX. Das Format E-ATX ist nur für bestimmte Mainboards relevant, die eher in Servern zum Einsatz kommen.
In diesem Artikel
- Seite 1 Mini-PCs: Einleitung; Warum sind Konsolen günstig?
- Seite 2 Mini-PCs: Mainboards und Gehäusegrößen
- Seite 3 Mini-PCs: Maße PS5 und Xbox Series X; PC-Mini-Gehäue
- Seite 4 Mini-PCs: Rechenpower von Konsolen; Zwei starke Mini-PCs
- Seite 5 Mini-PCs: Zwei günstige Mini-PCs unter 700 Euro
- Seite 6 Bildergalerie
Für sehr kleine PCs nimmt man aber Mini-ITX oder µATX. Beide Mainboards würden auch in ATX-Gehäuse passen - bei µATX macht dies durchaus noch Sinn. Denn ein µATX-Mainboard unterscheidet sich lediglich (bezogen darauf, wenn man von der Seite in den geöffneten PC schaut) in der Höhe von einem ATX-Modell.
Quelle: Gigabyte
Gigabyte B550I Aorus Pro AX - Mini-ITX-Platine für AMD-CPUs mit dem Sockel AM4 und auch für Ryzen 5000 geeignet.
Das heißt: Der obere Bereich mit dem CPU-Sockel und den RAM-Slots kann absolut identisch zu einem ATX-Mainboard gestaltet werden. Es fallen in aller Regel nur einige PCIe-Steckplätze weg, welche die meisten Nutzer heutzutage ohnehin nicht benötigen, oder es beispielsweise sind "nur" vier SATA-Anschlüsse anstatt sechs vorhanden. Wer drei bis vier Lüfter sowie drei bis vier SATA-Laufwerke am Mainboard anschließen und eine Grafikkarte einbauen will, der kann selbst dann, wenn er ein ATX-Gehäuse hat, bedenkenlos zu einem µATX-Mainboard greifen und spart dabei oft sogar im Vergleich zu einem ähnlich ausgestatteten ATX-Modell. Dank der modernen M.2-Slot für entsprechende SSDs fällt ja zudem für viele Nutzer ein SATA-Laufwerk weg, wenn man nämlich als Hauptlaufwerk vor allem für Windows eine solche M.2-SSD einbaut, die vom Format her an einen RAM-Riegel erinnert. Anders sieht es bei Mini-ITX aus. Die Maße sind so kompakt, dass es maximal zwei RAM-Slots für das gängige DIMM-Format, vier SATA-Ports und nur wenige Lüfteranschlüsse gibt. Als Steckplatz gibt es nur den PCIe-Slot für die Grafikkarte. Nur das Backpanel, also der Bereich, der später hinten am PC zugänglich ist und Anschlüsse für USB, LAN, Audio und so weiter bietet, ist genau so groß wie bei den größeren Mainboard-Formaten. Daher könnte man ein Mini-ITX-Mainboard auch in ein µATX- oder ATX-Gehäuse einbauen - es macht aber keinen Sinn, da Mini-IXT-Mainboards teurer sind als qualitativ gleichgute größere Modelle.
Quelle: Asus
Asus ROG Strix H470 I Gaming für Intel Sockel 1200.
Zu Mini-IXT sollte man nur greifen, wenn man unbedingt ein Mini-ITX-Gehäuse nutzen will. Da es aber auch sehr kleine µATX-Gehäuse gibt, werdet ihr bei unseren PC-Vorschlägen jeweils zwei PCs mit Mini-ITX- und µATX-Komponenten finden.
Gehäusegröße
Für einen kleinen PC ist also das µATX- oder Mini-ITX-Format zu empfehlen - je kleiner das Gehäuse, desto schwieriger ist es, Hardware mit Gaming-Power einzubauen. Man kann nicht jedes Mini-IXT-Gehäuse verwenden, wenn man eine halbwegs gute Grafikkarte einbauen will. Verlangt man wiederum, dass Grafikkarten wie eine Nvidia GeForce RTX 1660 Super oder AMD Radeon 5700 (XT) hineinpassen, müssen die Gehäuse zumindest bei einem ihrer drei Außenmaße (Länge, Höhe und Breite) mindestens dem Maß der Grafikkarte plus ein bis zwei Zentimeter entsprechen. Eine Grafikkarte, die 26 Zentimeter lang ist, passt unmöglich in ein Gehäuse, dessen längste Seite nur 25 Zentimeter misst. Je nach Wunsch-Hardware wird ein Mini-ITX-Gehäuse dann schnell so groß, dass man auch ein µATX-Gehäuse nehmen und durch das günstigere Mainboard sogar sparen kann. Auch beim Netzteil spielt dies eine Rolle, denn sehr kleine Gehäuse verlangen oft ein SFX-Netzteil - bei diesen Netzteilen sind Gaming-geeignete Modelle etwas teurer als ähnliche ATX-Netzteile. Insofern solltet ihr euch, auch wenn die Idee sich sehr gut anhört, nicht auf ein Mini-ITX-Gehäuse bestehen und damit eine µATX-Lösung ausblenden, sondern beides in Betracht ziehen.
