Mainboards: Chipsätze, Übertaktung und Preise

Special Antonio Funes
Mainboards: Chipsätze, Übertaktung und Preise
Quelle: PCGH

Rund um Mainboards für euren Gaming-PC haben wir einiges an Basiswissen parat. Zudem gibt es für die Sockel AM4, AM5, 1700 und 1851 Modell-Empfehlungen.

Chipsätze und CPU-Kompatibilität

Ein Chipsatz ist eine Art Basis-Ausstattung, der bestimmte nativ vorhandene Features vorgibt und auch indirekt die Kompatibilität zu CPUs bestimmt. Bei den Features kann es zum Beispiel um die Anzahl an SATA-Anschlüssen gehen, die versorgt werden können, ohne dass der Hersteller noch einen extra SATA-Controllerchip verwenden muss.

Es kann aber auch darum gehen, ob beispielsweise der PCIe-Slot für die Grafikkarte zur neueren oder älteren Generation gehört. Bei den AMD-Chipsätzen für den Sockel AM4 hat beispielsweise der Einsteigerchipsatz A520 nur den PCIe-Standard 3.0, die Chipsätze B550 und X570 hingegen bieten 4.0, was bei manchen Grafikkarten ein durchaus merkbarer Vorteil sein kann. Moderne Modelle bieten den Standard 5.0, wobei der Vorteil zu 4.0 kaum messbar ist.

Um die Mainboards genauer unterscheiden zu können, gibt es für jeden Chipsatz einen Namen - die AM4-Chipsätze A520, B550 und X570 haben wir schon genannt, davor gab es als erste AM4-Chipsatzfamilie 300er-Modellnamen, später 400er-Chipsätzen und schließlich die genannten 500er-Versionen. Der Chipsatzname steckt sowohl bei AMD- als auch Intel-Mainboards immer auch im Namen des Mainboard-Modelles, aber bei der Suche nach einem passenden Modell solltet ihr trotzdem vorfiltern, da die Namen manche Intel- und AMD-Chipsätze sich sehr ähneln, aber freilich so kompatibel zueinander sind wie Super-Benzin für ein Diesel-Auto.

ASRock B550 Phantom Gaming 4 Quelle: ASRock ASRock B550 Phantom Gaming 4 - der bewährte Chipsatz B550 steckt im Namen mit drin. Auf der vorigen Seite nannten wir bereits die für Spieler derzeit wichtigen Sockel- dabei geht es im Einsteiger und Mittelklassebereich um die Sockel AMD AM4 und Intel 1700. Für CPUs ab etwa 200 bis 250 Euro sind es die Sockel AMD AM5 und Intel 1851. Für jeden Sockel sind aktuell bestimmte Chipsätze zu empfehlen. Wir können nicht auf alle Details zu jedem Chipsatz eingehen, aber allgemein gesagt spielt der Chipsatz für normale Gamer bei modernen Sockeln nur in seltenen Fällen eine wichtige Rolle, wie zum Beispiel beim fehlenden 4.0-PCIe-Standard des Chipsatzes A520 für den Sockel AM4. Wer Übertaktung im Sinn hat, also das Erhöhen des ab Werk vorgesehen CPU-Taktes, wählt allerdings im Zweifel einen Chipsatz, der bei eher teureren Mainboards verwendet wird. Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl an Chipsätzen für die vier Mainstreamsockel, wobei wir in der letzten Spalte die derzeit empfehlenswerten Chipsätze verzeichnet haben:

Sockel / Plattform Parallel veröffentlichte CPU-Familie Chipsätze (Auswahl) Aktuelle Empfehlung
AMD AM4 Ryzen 1000 bis 3000 A320, B350, X370 und B450, X470 neue CPU kaufen
AMD AM4 Ryzen 5000 A520, B550, X570 B550 oder X570
AMD AM5 Ryzen 7000 A620, B650, B650E, X670, X670E B650, B860, X870
AMD AM5 Ryzen 9000 B840, B850, X870, X870E B850, X870
Intel 1700 Core i-12000 B660, H610, H670, Q670, W680, Z690 B760 oder Z790
Intel 1700 Core i-13000 B760, H770, Z790 B760 oder Z790
Intel 1700 Core i-14000 keine neuen Chipsätze B760 oder Z790
Intel 1851 Core Ultra 200 H810, B860, Z890 B860 oder Z890

Übertaktung und Mainboardpreise

Das Thema Übertaktung haben wir bereits kurz angerissen - Voraussetzung ist ein Prozessor, bei dem man den Multiplikator frei wählen kann. Bei Intel muss zudem der Chipsatz ein Z im Namen haben - für den Sockel 1700 ist der Chipsätze Z790 oder, falls kompatibel zur CPU, Z690 erforderlich. Für den Sockel 1851 muss es derzeit der Chipsatz Z890 sein. Prinzipiell gilt für AMD- und Intel-Plattformen, dass ein teures Mainboard in aller Regel bessere und stabilere Optionen zum Übertakten bietet. Wie groß der Aufpreis aber dann zu einem Standardmainboard sein darf, müsst ihr freilich selbst entscheiden.

Doch was kostet überhaupt ein Mainboard, das wir als Standard bezeichnen? Wir gehen wir von 80 bis 140 Euro aus, wobei die Mainboards für die Sockel AM5 und 1851 ein wenig teurer als für die Sockel AM4 und 1700 sind. Wichtig ist, dass ein Mainboard für Spieler, die nicht übertakten möchten und einfach nur die CPU und Grafikkarte sowie kein extrem hochgetaktetes RAM einbauen, in aller Regel nicht mehr als 100 bis 140 Euro kosten muss. Leistungsvorteile bei Spielen durch deutlich teurere Mainboards sind nicht vorhanden beziehungsweise so klein, dass man das Geld besser in andere Komponenten stecken sollte. Solange das Mainboard alle wichtigen Anschlüsse bietet, könnt ihr also zugreifen. Auf der nächsten Seite geben wir einige Beispiele zu relevanten Anschlüssen und mehr.

  1. Seite 1 Mainboards: Sockel und Plattformen
  2. Seite 2 Mainboards: Chipsätze, Übertaktung und Preise
  3. Seite 3 Mainboards: Ausstattung, Größe und 12 Modell-Empfehlungen
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