Mit KI-Upscaling (Nvidia DLSS, AMD FSR und Intel XeSS) sind deutlich mehr FPS in Spielen drin - wir erklären, wie es funktioniert und wie ihr es anwendet.
Qualitätsstufen beim KI-Upscaling
Wir haben nun erklärt, was KI-Upscaling genau ist. Doch wie nutzt man es am besten in der Praxis? Es gibt hierbei mehrere Möglichkeiten sowie in den meisten Spielen verschiedene Stufen, wie stark man das Upscaling nutzen möchte. Denn man kann wählen, ob man eher auf ein möglichst hochwertiges Ergebnis aus ist oder ob kleinere Bildfehler akzeptabel sind, wenn man dafür mehr FPS erhält.
Wir führen dies am Beispiel von DLSS näher aus. Dabei gibt es bei den meisten Games drei Stufen, nämlich Qualität, Leistung und Ausgewogen. Bei "Qualität" liegt die intern verwendete Auflösung noch recht nah an der Auflösung, die der Monitor anzeigen soll. Hier fehlen also logischerweise nicht so viele Daten, die die KI erst erzeugen muss, sodass das Bildergebnis besonders gut ist. Bei Leistung hingegen ist die interne Auflösung sehr gering, die meisten Pixel müssen von der KI hergeleitet werden, so dass das Risko für unscharfe Stellen oder kleine Bildfehler steigt. Die Stufe "Ausgewogen" stellt einen Kompromiss zwischen beiden dar.
Quelle: Antonio Funes
Vorteile von DLSS bei Frostpunk 2 in drei Detailstufen bei Full-HD und WQHD
Bei der Frage, wie niedrig die interne Auflösung ist - oder um es von der anderen Seite zu betrachten, wie hoch der Skalierungsfaktor ist - gibt es gewisse Standardwerte. Bei der Stufe "Qualität" beträgt der Faktor 1,5 - das heißt, das 1,5-Fache der intern genutzten Auflösung ergibt am Ende die Zielauflösung für den Monitor. Anders gesagt beträgt die interne Auflösung in diesem Fall 66,7 Prozent der Zielauflösung - zu kompliziert? Die folgende Tabelle zeigt euch die fünf Standardstufen von DLSS mit Skalierungsfaktoren und prozentualem Verhältnis zur Zielauflösung. Außerdem haben wir eingetragen, wie hoch die interne Auflösung jeweils ist, wenn die Zielauflösung Full HD, WQHD oder 4K betragen soll:
| DLSS-Stufe | Faktor | Verhältnis Zielauflösung | Full-HD | WQHD | 4K (UHD) |
|---|---|---|---|---|---|
| Ultra (DLAA) | 1 | 100,0% | 1920x1080 | 2560x1440 | 3840x2160 |
| Qualität | 1,5 | 66,7% | 1280x720 | 1707x960 | 2560x1440 |
| Ausgewogen | 1,72 | 58,0% | 1116x628 | 1488x837 | 2233x1256 |
| Leistung | 2 | 50,0% | 960x540 | 1280x720 | 1920x1080 |
| Ultra-Leistung | 3 | 33,3% | 640x360 | 853x480 | 1280x720 |
Euch ist sicher die Stufe "Ultra" aufgefallen, bei der die Zielauflösung identisch mit der internen Auflösung ist. Hierbei agiert DLSS als reine Kantenglättung, also als Alternative zu Anti-Aliasing. In manchen Spielen könnt ihr dies bewusst aktivieren, oft auch unter der Bezeichnung DLAA, was für Deep Learning Anti-Aliasing steht. Es gibt aber auch viele Games, in denen euch lediglich die normalen Stufen zur Verfügung stehen, bei denen die interne Auflösung kleiner als die Zielauflösung ist. Zudem kann ein Spiel auch andere interne Auflösungen und/oder Stufenbezeichnungen verwenden als die Standardstufen in der Tabelle oder auch andere Skalierungsverhältnisse. Ebenso gibt es immer mehr Games, in denen ihr den Skalierungsfaktor per Schieberegler oder eine konkrete interne Auflösung selbst wählen könnt.
Prinzipiell bieten auch AMDs FSR sowie Intels XeSS alle oben genannten Upscaling-Optionen, wobei die Bezeichnungen und genauen Details etwas abweichen können. Aber auch bei FSR und XeSS könnt ihr in aller Regel zwischen mindestens drei verschiedenen Stufen wählen. In einigen wenigen Spielen kann es vorkommen, dass ihr das KI-Upscaling, egal ob nun DLSS, FSR oder XeSS, nur ein- oder ausschalten könnt. In so einem Fall kann es sein, dass es sich um eine automatische Variante handelt, die die interne Auflösung stets so anpasst, dass ein Zielwert von beispielsweise 60 FPS immer erreicht wird. Einige Games bieten im Menü verschiedene Stufen des KI-Upscalings plus die automatisierte Variante mit FPS-Zielwert an. Doch was genau solltet ihr am Ende für eine Stufe wählen? Hierzu müsst ihr euch überlegen, was euer Ziel in puncto Grafikqualität und Leistung ist - wir erläutern dies auf der nächsten Seite genauer. Außerdem gehen wir dort noch auf Zusatzfeatures und die Frage ein, welche Rolle die Grafikkarte spielen kann.
