Kürzlich kamen die lange erwarteten neuen Intel-Prozessoren der Haswell-Familie in die Läden - sind die CPUs ihren Preis wert? Dabei untersuchen wir den Strombedarf, prüfen die Leistung der neuen CPUs und geben euch konkrete Kaufempfehlungen.
Leistungsbewertung: für wen lohnen sich die neuen Prozessoren?
Als der Sockel 1155 auf den Markt kam, waren Prozessoren wie der Core i5-2400 zwar rein leistungstechnisch gesehen kein Meilenstein, aber die Preise von um die 200 Euro waren unschlagbar: die deutlich teureren Prozessoren für die damals noch aktuellen Sockel 1366 und 1156 leisteten vor allem in alltäglichen Anwendungen und Spielen nicht mehr. Doch wie sieht es nun bei Haswell aus? Diverse Reviews auf Hardwarewebsiten, auch bei unseren Kollegen der PCGames, zeigen, dass die neuen Prozessoren auf keinen Fall ein neuer Meilenstein sind - weder technisch noch was die Preise betrifft. Allerdings sind die Haswell-CPUs ihr Geld absolut wert. Bei gleichem Takt sind sie um die fünf Prozent schneller als Ivy Bridge- Modelle für den Sockel 1155 - zum Teil sind die Prozessoren etwas teurer als ähnlich starke Ivy Bridge-CPUs, zum Teil aber sogar günstiger. Da zudem die Mainboards für den Sockel 1150 wiederum nicht zwangsweise teurer sein müssen als für den Sockel 1155, kann man zusammenfassend als erstes Fazit sagen: man bekommt bei Haswell eine dem Preis absolut angemessene Leistung und sollte, wenn man einen neuen PC zusammenstellen oder einen älteren PC aufrüsten will, auch auf den neuen Sockel 1150 setzen. Und zwar nicht, weil die Haswell-Plattform deutlich besser als der Sockel 1155 ist, sondern da es für den Sockel 1150 naturgemäß noch über einen längeren Zeitraum eher CPUs zum Nachrüsten geben als für den bereits anderthalb Jahre alten Sockel 1155. Zudem bieten die Sockel 1150-Mainboards im Detail ein paar kleine Zusatzfeatures wie zum Beispiel mehr Anschlüsse mit vollem SATA3-Support.
Auf keinen Fall aber lohnt es sich, auf Haswell umzusteigen, wenn man bereits einen Sockel 1155-basierten PC besitzt. Selbst wer in
Quelle: Asus
Asus Z87 Plus - 140 Euro
seinem PC eine der günstigeren 1155-Dualcore-CPUs wie den G860 oder G2130 betreibt und über einen Umstieg auf Haswell nachdachte, sollte sich lieber den nötigen Mainboard-Neukauf sparen und auf einen Core i5 oder i5 der Ivy Bridge-Familie setzen. Vorteile durch einen Wechsel von Sockel 1155 auf 1150 ergeben sich nur in seltenen Spezialfällen, wenn man bestimmte Mainboard-Features unbedingt für nötig hält. Das Ganze heißt zudem natürlich auch: wer in den letzten Monaten einen PC auf Sockel 1155 gesetzt hat und sich darum sorgte, ob er nicht lieber erst auf Haswell hätte warten sollen, kann also aufatmen. Ein kleiner Nachteil am neuen Sockel 1150 ist derzeit lediglich, dass es noch keine "billigen" Prozessoren gibt. Das günstigste Modell ist der Core i5-4430 für einen Preis ab etwa 160 Euro. Wer bei seinem Budget für einen Spiele-PC eingeschränkt ist, muss gegebenenfalls doch auf den Sockel 1155 setzen, für den es genügend Prozessoren gibt, die für nur 60 bis 100 Euro eine aktuell noch ausreichende Leistung bringen. Somit spart man sich mindestens 60 Euro. Denn wenn für die Grafikkarte am Ende dann doch die entscheidenden 60 Euro fehlen, nutzt der beste Haswell-Prozessor leider nichts. Es macht für Spiele keinen Sinn, einen 160-Euro-Prozessor mit einer Grafikarte für nur 80 Euro zu koppeln.
