Eine starke CPU mit passendem Mainboard kostet für den Sockel 1155 und für den neueren Sockel 1150 ähnlich viel. Doch was ist für Gamer die bessere Wahl - Haswell oder Ivy-Bridge? Wir erklären euch die Unterschiede.
Fazit: Haswell oder Ivy-Bridge?
Auf der vorigen Seite kurz erwähnt und vor allem für Übertakter vielleicht ein kleiner Nachteil: die Haswell-Prozessoren werden etwas wärmer als gleichstarke Ivy-Bridge-Modelle. Beim Übertakten sollte zwar mit einer passenden Kühlung nicht mehr die Temperatur der kritische Punkt sein, aber da sich viele Übertakter eine Temperaturgrenze setzen und vielleicht auch im Einzelfall der Lüfter eines CPU-Kühler früher aufdreht als bei einer Ivy-Bridge-CPU, sollte man diesen Punkt trotzdem beachten. Ein anderer Punkt sind die Mainboards: hier sind die Haswell-Hauptplatinen etwas teurer als ähnlich ausgestattete Mainboards für den Sockel 1155. Dafür bieten sie aber auch kleinere Neuerungen. Was aber ist mit dem wichtigsten Punkt: der Leistung? Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Haswell-CPUs bei gleichem Takt für etwa 10 Prozent mehr Leistung in Spielen sorgen als die Ivy-Bridge-Prozessoren. Anhand der Preise der einzelnen CPU-Modelle kann man derzeit sagen: für das gleiche Geld bekommt man sowohl beim Sockel 1155 als auch beim Sockel 1150 in etwa gleich starke Prozessoren beziehungsweise zahlt bei Haswell für den gleichen Takt etwas mehr, zum Beispiel kostet der Intel Core i5-3570k etwa 190 Euro, der gleichgetaktete Haswell (Core i5-4570k) kostet 10 bis 20 Euro mehr, leistet dafür aber auch einen Tick mehr. Beide Prozessoren sind übrigens unser Kauftipp, wenn ihr auch übertakten wollt. Allerdings ist dann auch ein Mainboard mit Z-Chipsatz zu empfehlen (Z77 für Sockel 1155, Z87 für Sockel 1150). Wer nicht übertakten will, nimmt einfach ein günstigeres der Core i5-Modelle, das zu seinem Budget passt. Die Core i7-Prozessoren können wir bisher für Spieler noch nicht uneingeschränkt empfehlen. Das Leistungsplus ist bislang einfach zu gering für den merkbaren Aufpreis von etwa 40 bis 50 Prozent.
Doch was ist nun unser Fazit aus den Informationen, die wir hier aufbereitet haben? Der aufmerksame Leser wird feststellen, dass Haswell keine wirklich nennenswerte Steigerung bringt und entsprechend der kleinen Leistungssteigerung (bei gleichem CPU-Takt) etwas mehr kostet. Zudem ist der Sockel 1150 noch sehr neu, es sind vereinzelt noch Kinderkrankheiten zu beobachten wie zum
Quelle: Gigabyte
Gigabyte Z87-HD3 (Sockel 1150)
Beispiel ein USB3.0-Bug, bei dem es seltenen Fällen dazu kommt, dass bestimmte USB3.0-Geräte vereinzelt nicht erkannt werden - die Fälle sind selten, aber sie zeigen, dass genau wie kurz nach dem Release der ersten Sockel 1155-Mainboards noch nicht alles ausgereift ist. Es spricht also augenscheinlich derzeit wenig dafür, sich klar für Haswell zu entscheiden. Mit dem Kauf einer Mainboard- und CPU-Kombination für den "alten" Sockel 1155 habt ihr wiederum keinerlei Nachteile - bis auf einen: da der Sockel 1155 bereits zweieinhalb Jahre alt ist, kann man erwarten, dass für den brandneuen Sockel 1150 die Versorgung mit Prozessoren im Handel über einen längeren Zeitraum gewährleistet sein wird. Wer also einen PC haben will, bei dem er möglichst lange noch mit einer stärkeren CPU aufrüsten kann, für den ist Haswell besser geeignet. Wer sich aber lieber 20 bis 30 Euro sparen will zugunsten einer etwas besseren Grafikkarte oder gar zunächst eine Einsteiger-CPU anschaffen will, für den ist der "alte" Sockel 1155 passender. Ansonsten spielt es in Sachen Preis-Leistung keine Rolle, ob ihr zu Sockel 1155 oder Sockel 1150 greift: ab etwa 230 Euro bekommt ihr bei beiden Plattformen zum gleichen Preis ein Paket aus CPU und Mainboard mit einer in etwa gleichen Leistung.
