Haswell oder Ivy-Bridge, Sockel 1155 oder 1150 - welche Plattform ist besser?

Special Antonio Funes

Eine starke CPU mit passendem Mainboard kostet für den Sockel 1155 und für den neueren Sockel 1150 ähnlich viel. Doch was ist für Gamer die bessere Wahl - Haswell oder Ivy-Bridge? Wir erklären euch die Unterschiede.

Seit Juni sind die neuen Intel-Prozessoren der Haswell-Familie für den ebenfalls neuen Sockel 1150 zu haben und stellen den Nachfolger der erfolgreichen CPUs für den Sockel 1155 (Sandy-Bridge und Ivy-Bridge) dar. Doch zu welchen CPUs sollte man als Gamer greifen? Sind Haswell-Systeme allgemein in Sachen Preis-Leistung besser als Ivy- und Sandy-Bridge?

Zunächst kurz zum Thema "Sockel" allgemein: der Sockel ist vereinfacht gesagt das "Bett" für den Prozessor. Eine CPU hat eine bestimmte Anzahl und Anordnung an Kontaktstellen, meistens kleine Pins, die nur auf einen ganz bestimmten Sockel passen. Das heißt: das Mainboard, auf dem ihr die CPU einbauen wollt, muss den gleichen Sockel "haben" wie die CPU, ansonsten passt der Prozessor erst gar nicht in sein Bett. Es gibt einige wenige Ausnahmen, so passen zum Beispiel Prozessoren für AMDs Sockel AM3 auch auf Mainboards, die den Sockel AM2 haben, und umgekehrt. Für Intel war lange Zeit der Sockel 775 die Hauptplattform für Spieler. Hier erschienen auch die ersten erschwinglichen Vierkern-Prozessoren wie der Intel Q6600. Danach kamen mit den Intel Sockeln 1156 und 1366 zwei Plattformen auf den Markt, die zwar eine deutliche Leistungssteigerung brachten, sich dieses Leistungsplus aber sehr teuer bezahlen ließen.

AMDs Sockel AM3 konnte daher in Sachen Preis-Leistung die Führung übernehmen und lange behalten, doch dann drängte Anfang 2011 der Sockel 1155 auf den Markt, dessen "Mittelklasse"-CPUs zwar teurer als die besseren CPUs von AMD waren, aber auch entsprechend zum Aufpreis eine Mehrleistung brachten, das heißt: sie waren ihr Geld absolut wert. Für den parallel auf die Beine gestellten Intel Sockel 2011 galt dies jedoch nicht: die CPUs für diesen Sockel waren beziehungsweise sind immer noch für Spieler und durchschnittliche User überteuert, ebenso die Mainboards: unter 150 Euro ist derzeit kein Sockel 2011-Mainbboard zu haben.

Mit dem Sockel 1155 konnte sich Intel also seit Anfang 2011 auch in Sachen Preis-Leistung wieder sehr gut in Szene setzen. Die beliebten Quadcore-Prozessoren der Sandy-Bridge-Familie, die Core i5-Prozessoren, kosteten zwischen 150 und 250 Euro und waren Gigabyte GA-Z77-D3H (Sockel 1155) Quelle: Gigabyte Gigabyte GA-Z77-D3H (Sockel 1155) somit auch nie wirklich teuer. Passende Mainboards waren ebenfalls nach kurzer Zeit zu zivilen Preisen ab 60 Euro zu haben. Im Frühjahr 2012 spendierte Intel dem Sockel 1155 ein großes Update: die Prozessoren der Ivy-Bridge-Familie lösten die der Sandy-Bridge-Generation ab. Dabei bieten die neuen CPUs zu einem ähnlichen Preis auch eine ähnliche Leistung wie die Sandy-Bridge-CPUs, benötigen aber etwas weniger Strom und lassen mit den passenden Mainboards und Grafikkarten auch die Nutzung des neuesten PCIe-Standards 3.0 zu. Ivy-Bridge setzte den großen Erfolg des Sockels 1155 also fort - trotzdem brachte Intel im Juni dieses Jahres mit der Haswell-Generation abermals neue Prozessoren heraus, und zwar dieses Mal nicht nur neue CPU-Modelle, sondern einen völlig neuen Sockel: den Sockel 1150. Die Preise für Mainboards und Prozessoren bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau wie beim Sockel 1155, also stellt sich die Frage: welcher Sockel bietet mehr fürs Geld, und gibt es wichtige Vor- oder Nachteile bei einem der beiden Sockel? Diese Fragen wollen wir auf den folgenden Seiten klären.

  1. Seite 1 Haswell oder Ivy Bridge: Historie der Sockel 1155 und 1150
  2. Seite 2 Haswell oder Ivy Bridge: Sockel 1155 für Sparfüchse
  3. Seite 3 Haswell oder Ivy Bridge: CPU-Vergleich Ivy-Bridge und Haswell
  4. Seite 4 Haswell oder Ivy Bridge: Fazit
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