Jahresrückblick 2016: CPUs, Mainboards, VR, 4K und weiteres

Special Antonio Funes
Jahresrückblick 2016: CPUs, Mainboards, VR, 4K und weiteres
Quelle: MSI

2016 war vor allem ein Jahr für Grafikkarten-Fans. Doch auch andere Entwicklungen und Neuheiten waren interessant - wir blicken zurück und listen euch außerdem unsere wichtigsten Hardware-Specials der letzten 12 Monate auf.

CPUs und Mainboards

Leider gab es 2016 von AMD keinerlei nennenswerte Neuheiten bei CPUs und Mainboards, also müssen wir uns auf Intel beschränken. Zwar kam der Sockel 1151 von Intel bereits im letzten Jahr auf den Markt, aber in 2016 entwickelten sich die passenden Skylake-CPUs zu einem Verkaufsschlager, so dass Intel an den erfolgreichen Sockel 1150 anknüpfen konnte.

Es kamen auch einige neue Modelle heraus, allerdings eher um das Angebot ein wenig zu erweitern, so zum Beispiel mit dem Core i5-6402P, der im Vergleich zu einem bereits 2015 erschienenen Core i5-6400 oder i5-6500 die etwas stärkere interne Grafikeinheit bietet, sich aber ansonsten anhand seines Taktes nur hauchdünn vor den Core i5-6400 schiebt - wer ohnehin eine separate Grafikkarte nutzt, ist daher mit dem gleichteuren, aber beim Takt überlegenen Core i5-6500 besser bedient.

Eines der günstigsten Sockel 2011-3-Mainboards: Gigabyte GA-X99-SLI, Preis ab 200 Euro Quelle: Gigabyte Eines der günstigsten Sockel 2011-3-Mainboards: Gigabyte GA-X99-SLI, Preis ab 200 Euro Was die zum Sockel 1151 passenden Mainboards angeht: auch hier gab es nichts grundlegend Neues, aber die Auswahl an Mainboards hat sich in 2016 natürlich merkbar erhöht: über 80 neue Mainboardmodelle sind in Preisvergleichseiten gelistet, die Mehrzahl davon ist dem Intel-Chipsatz H110 ausgestattet, der auch für Gamer-PCs alles Wichtige bietet, sofern man seine CPU nicht übertakten will, und ab 50 Euro zu haben ist. Recht interessant ist einer der vier neuen Sockel 2011-3-Prozessoren: der Core i7-6800K. Er bietet sechs Kerne und kann 12 Threads verwalten - das ist jeweils 50 Prozent mehr als bei einem Core i7 für die Mainstreamsockel 1151, 1150 und 1155. Zwar ist die Spieleleistung des Core i7-6800K nicht besser als beim 80 Euro günstigeren Core i7-6700K, denn kaum ein Spiel kann mit der hohen Anzahl an Kernen beziehungsweise Threads etwas anfangen, und der Core i7-6700K bietet sogar den höheren Takt als der teurere Core i7-6800K. Aber in einigen Anwendungen, zum Beispiel im Video-Sektor, steht der Core i7-6800K besser da als sein kleiner Bruder. Wichtig zu wissen ist, dass die Mainboards für den Sockel 2011-3 nicht unter 190 Euro zu haben sind - das sind 40 bis 60 Euro mehr als ein gutes Übertakter-Mainboard für den Sockel 1151, hinzu kommt der höhere Preis der CPU. Man muss also genau wissen, ob einem die eventuellen Vorteile des Core i7-6800K einen Aufpreis von insgesamt mindestens 120 Euro wert sind. Als empfehlenswerte Specials für das Jahr 2016 zum Thema Mainboards und CPUs möchten wir euch unseren Mainboard-Ratgeber vom Juli sowie die CPU-Kauftipps vom April ans Herz legen, auch wenn dort der Core i7-6800K noch fehlt.

Virtual Reality

Ein großes Thema im Jahr 2015 war die Vorfreude auf VR (Virtual Reality) und vor allem auf die ersten VR-Brillen für PCs, die wiederum in diesem Jahr endgültig veröffentlicht wurden: die HTC Vive sowie die Oculus Rift. Hierzu hatten wir Ende März auch ein Special veröffentlicht . Technisch ähneln sich beide, was die visuellen Features angeht. Bei der Steuerung bieten beide VR-Brillen eigene Controller an. HTCs Vive entstand in Zusammenarbeit mit Steam (Valve) - im Steam-Shop könnt ihr beim Menüpunkt Spiele einen separaten Menüpunkt namens Virtuelle Realität anwählen und dort alle Games rund um VR abrufen. Allerdings gilt hier Vorsicht: längst nicht alle Titel sind komplett auf VR optimiert - schaut also bei den in Frage kommenden Games genau nach, ob die VR-Features in Eurem Sinne sind. Die Auswahl an wirklich aufwendigen VR-Spielen ist derzeit ganz allgemein noch begrenzt. Im Bereich Hardware des Steam-Shops könnt ihr die HTC Vive unter die Lupe nehmen und auch über einen Link zu HTC erwerben.

Teures, aber auch einzigartiges Zubehör: die Oculus Touch-Controller für Oculus Rift Quelle: Oculus VR Teures, aber auch einzigartiges Zubehör: die Oculus Touch-Controller für Oculus Rift Allerdings schrecken die satten knapp 800 Euro viele Nutzer vom Kauf ab, auch wenn im Gegensatz zu Oculus Rift zwei Controller im Lieferumfang enthalten sind. Auch in den gängigen Onlineshops kommt man übrigens nicht günstiger weg, außer man erwischt ein Sonderangebot. Oculus Rift ist wiederum aktuell etwa 100 Euro günstiger als HTCs Vive in vielen Shops erhältlich - allerdings ohne Controller. Zwar kann man auch ein bereits vorhandenes Gamepad zur Steuerung nutzen, wer aber die speziell für die Oculus Rift entwickelten Controller Oculus Touch nutzen will, muss weitere 200 Euro investieren. Insgesamt ist das Thema VR am Heim-PC also ein sehr teurer Spaß und steckt - wenn man aufwendige Spiele für den PC gewohnt ist - noch in den Kinderschuhen. Im nächsten Jahr könnte sich dies ändern, nicht zuletzt, da seit wenigen Wochen auch Sonys VR-Brille für die Playstation erschienen ist und mit einem Preis von 400 Euro deutlich attraktiver ist.

4K und Spielekonsolen

Das Thema 4k, also eine Auflösung von 3840 mal 2160 Pixeln, ist im Home-Entertainment-Bereich im Jahr 2016 immer wichtiger geworden, da sich vor allem entsprechende LCD-TVs dank fallender Preise einer hohen Beliebtheit erfreuten. Folglich ist 4k auch bei Spielekonsolen ein Thema, und für den PC gibt es auch einige 4K-Gamingmonitore. Doch zunächst zu den Spielekonsolen: Sony ist mit der Playstation 4 Pro am Start, Microsoft setzt die Xbox One S dagegen, die im Gegensatz zur Playstation 4 Pro auch ein 4k-Laufwerk bietet.

Die Microsoft Xbox One S, hier mit angeschlossener externer SSD, hat ein im Gegensatz zur Playstation 4 Pro ein 4K-Laufwerk. Quelle: Seagate Die Microsoft Xbox One S, hier mit angeschlossener externer SSD, hat ein im Gegensatz zur Playstation 4 Pro ein 4K-Laufwerk. Bei Sony ist man in Sachen Filme in 4K-Auflösung auf Streaming oder Videodateien auf USB-Datenträgern angewiesen. Was den PC angeht: da die weitaus größte Zahl an Gamern noch Full-HD (1920 mal 1080 Pixel) nutzt, werden die Spiele weiterhin so entwickelt, dass sie eine gute Grafikkarte wie eine Nvidia GTX 1060 oder GTX 1070 unter Full-HD fordern. Das bedeutet, dass eine solche Grafikkarte bei maximalen Einstellungen ein flüssiges Spielen noch recht gut erlaubt, aber eventuell schon an Grenzen stößt und nur 40 bis 60 FPS (Bilder pro Sekunde) liefert. Da man bei einer 4K-Auflösung aber nur noch mit etwa einem Drittel der FPS rechnen muss, die man unter Full-HD zur Verfügung hat, sind die meisten Spiele in 4K auf hohen Details nicht mehr flüssig spielbar. Man muss dann also in den Grafikeinstellungen die Details herunterschrauben, so dass am Ende unter Umständen der Grafikgenuss nicht besser als unter Full-HD ist. Daher ist es fraglich, ob die Zeit für 4K am PC schon reif ist, außer man ist bereit, sich eine High-End-Grafikkarte anzuschaffen oder gar einen Verbund aus zwei Grafikkarten einzusetzen. Das Thema 4K am PC und bei Spielekonsolen inklusive der Frage nach einem passenden Display haben wir vor wenigen Wochen im November behandelt.

Weitere Themen 2016

Mit Windows 10 scheint Microsoft ein guter Wurf gelungen zu sein, denn - nicht zuletzt dank der kostenlosen Upgrademöglichkeit im Jahr 2015 - das aktuelle Betriebssystem erfreut sich großer Beliebtheit. Dementsprechend haben wir natürlich auch Windows 10 als Thema in unseren Specials behandelt - zum Beispiel mit hilfreichen Tipps speziell zu Windows 10 und dessen Nutzung.

Ein effizientes Netzteil (im Bild ein be quiet! Straight Power 10 CM) kann auf Dauer Stromkosten sparen. Quelle: be quiet! Ein effizientes Netzteil (im Bild ein be quiet! Straight Power 10 CM) kann auf Dauer Stromkosten sparen. In Zeiten steigender Energiekosten machten sich in den letzten 12 Monaten auch mehr und mehr Leute Gedanken darüber, wie man Strom sparen kann und Stromfresser identifizieren kann. Anfang Oktober hatten wir die Stromeffizienz von Netzteilen mit einer Stromkosten-Beispielrechnung inklusive einer Kaufberatung zu Netzteilen als Thema. Und auch im März hatten wir die Stromkosten eines PCs genauer unter die Lupe genommen. Der Trend von 2015, seinen PC mit einer SSD nachzurüsten beziehungsweise bei einer Aufrüstung oder einem PC-Neukauf eine SSD als selbstverständlich zu erachten, hat sich auch in 2016 fortgesetzt. Denn SSD wurden immer günstiger - für 40 Euro sind schon Modelle mit 120 Gigabyte Speicherplatz zu haben, was für Windows und alle alltäglichen Anwendungen völlig ausreicht. Die doppelte Menge kostet ab 70 Euro, 480 Gigabyte sind inzwischen schon ab 110 Euro zu kaufen, und wer ohnehin ein paar Hundert Euro allein für eine neue Grafikkarte ausgibt, der wird sich für Preise ab 230 Euro vielleicht auch direkt eine SSD mit 960 Gigabyte gönnen. Ein Special über SSDs mit einer Kaufberatung und Marktübersicht sowie Wissen rund um ihre Funktionsweise hatten wir im August veröffentlicht.

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