Jahresvorschau 2022: Neue Prozessoren von AMD und Intel
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Was erwartet uns im Jahr 2022 in Sachen Hardware? Welche Trends könnte es geben? Wir schauen in unserer Jahresvorschau vor allem auf die CPUs von AMD und Intel sowie Grafikkarten von AMD und Nvidia, die wir im Laufe der nächsten 12 Monate erwarten. Außerdem thematisieren wir mögliche Trends zu Monitoren, Laptops und Cloudgaming.
Vorschau 2022: Neue Prozessoren von AMD und Intel
Im November 2021 brachte Intel die ersten Prozessoren der neuen Alder Lake-Familie auf den Markt. Bisher blieb es bei drei Modellen, dem Core i5-12600K, Core i7-12700K und Core i9-12900K, die es jeweils auch mit dem Kürzel KF statt nur K ohne eingebaute Grafikeinheit gibt. Da Alder Lake den neuen Sockel 1700 eingeführt hat, sind auch neue Mainboards zusammen mit den CPUs erschienen. Hier sind allerdings bisher nur Modelle mit dem Übertakter-Chipsatz Z690 auf dem Markt, so dass Alder Lake in der Summe eher etwas für Gamer ist, die übertakten wollen, da man mit einer AMD-Zusammenstellung und dank günstiger Mainboards für weniger Geld beinahe die gleiche Spieleleistung erhalten kann. Doch schon zu Anfang des Jahres 2022 könnte es für AMD eng werden, da wir neue, nicht-übertaktbare CPUs sowie Mainboards mit günstigeren Chipsätzen für den Sockel 1700 erwarten. Obgleich die ersten neuen Non-K-Prozessoren der Alder Lake-Familie offenbar nicht einen Mix aus P- und E-Cores haben werden, wird eine stärkere Spieleleistung als beim Sockel 1200 (Core i-10000- und i-11000-Modelle) erwartet.
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Somit könnte schon ein Einstiegsmodell wie der kommende Core i5-12400 die Leistung eines AMD Ryzen 5 5600X bieten oder zumindest so nah an ihn herankommt, dass er dank eines zu erwartenden Preises von unter 250 Euro ein guter Kauftipp werden kann. Eine kurze Erklärung zu den P- und E-Cores: Die P-Cores (P=Performance=Leistung) können zwei Threads parallel bearbeiten und dienen für die Hauptleistung. Die E-Cores (E=Effizienz) bearbeiten nur je einen Thread und unterstützen die P-Cores, verbrauchen dabei dann aber wenig Strom. Der Core i5-12600K hat zum Beispiel sechs P- und vier E-Cores, also 12 Kerne, die insgesamt 16 Threads verwalten können.
Quelle: Asus
Bisher gibt es nur teure Z690-Mainboards für den Sockel 1700 - dies wird sich 2022 ändern.
Alder Lake wird dann bereits im dritten Quartal 2022 durch eine neue Familie ersetzt, beziehungsweise ergänzt. Denn dann kommt, wenn alles normal läuft, Raptor Lake, um das Angebot für den Sockel 1700 zu erweitern und zu modernisieren. Es sollen dabei dann mehr der E-Cores zum Einsatz kommen als bei Alder Lake, wie man auch im Artikel zur CPU-Roadmap von AMD und Intel bei der PC Games Hardware erfahren kann. Doch wird AMD im Jahr 2022 gegenhalten können? Derzeit sind die AMD Ryzen 5000-Modelle, wie soeben beschrieben, noch eine gute Alternative zu Intel und in Sachen Preis-Leistung sogar besser, sofern man nicht ohnehin ein sehr teures Mainboard für 200 Euro oder mehr kaufen wollte. Allerdings krankt es bei AMD an günstigen CPUs - der günstigste Ryzen 5000, der Ryzen 5 5600X (sechs Kerne, 12 Threads), ist zwar für seinen Preis ein guter Kauf, kostet aber mehr als 250 Euro. Intel hingegen bietet auch unter 200 Euro gute CPUs, die zwar schwächer als AMDs kleinste 5000er-CPUs ist, aber wie der Core i5-12400F trotzdem mehr als stark genug für potenziell viele Spielejahre und zu einem Preis unter 150 Euro. Die älteren Ryzen 3000er-Prozessoren sind inzwischen in Sachen Preis-Leistung nicht mehr gut im Spiel.
Es gibt aber einen Lichtblick für AMD, denn AMD wird den Sockel AM4 mit neuen CPUs versorgen, wobei es um ein leicht verbessertes 7nm-Fertigungsverfahren geht, mit dem weitere Ryzen 5000er-Modelle ins Portfolio kommen. Zen 3D lautet hier das Stichwort, wobei dank mehr Level 3-Cache eine Leistungssteigerung möglich sein soll, zudem kann AMD freilich über Taktwerte das Angebot anpassen. Ob es dabei auch eine günstige neue CPU geben wird, vielleicht einen Ryzen 3 mit nur vier Kernen und acht Threads, ist noch nicht klar. Aber schon auf der CES, die kurz nach dem Jahreswechsel in Las Vegas beginnt, könnte es Aufklärung geben, und zwar auch darüber, ob die neuen CPU eventuell nicht die Modellnummern aus dem 5000er-, sondern 6000er-Bereich erhalten. Ebenso wird es wichtig sein zu wissen, welche Mainboards respektive Mainboard-Chipsätze für den Sockel AM4 mit den neuen CPUs klarkommen werden. AMD plant zudem, weitere G-Modelle der 5000er-Serie zu veröffentlichen. Der Ryzen 5 5600G und Ryzen 7 5700G waren im Herbst 2021 auf den Markt gekommen und schon eine Alternative, um mit deren eingebauter Grafikeinheit Spiele auf niedrigen Details ohne separate Grafikkarte zu spielen. Die 2022 geplanten neuen G-Prozessoren könnten die Option also noch erweitern, was je nach Lage auf dem Grafikkarten-Markt für Einsteiger eine gute Alternative zu einer vermeintlich günstigen Einsteigergrafikkarte sein kann. Zwar sind die G-CPUs rein von der CPU-Leistung her in Spielen langsamer als preislich vergleichbare normale Ryzen-Modelle. Wenn man aber bedenkt, dass selbst eine Nvidia GeForce GTX 1650 oder die uralte, noch immer produzierte GTX 1050 Ti 250 Euro und mehr kosten, ist eine AMD Ryzen 5000G-CPU, die gleichzeitig eine kleine Einsteiger-Grafikkarte darstellt, zum Gaming-Einstieg oder für Gelegenheitsspieler einen Blick wert. Wir sind gespannt, welche G-CPUs uns 2022 erwarten und was ihre Grafikeinheiten leisten.
