Hardware Jahresrückblick 2021: Trends M.2, Cloudgaming und DLSS
Special
Das Jahr 2021 neigt sich seinem Ende, und nur wenige würden von sich behaupten, ein solches Jahr mit Freude erneut erleben zu wollen. Wir blicken auf die wichtigen Neuheiten bei CPUs und Grafikkarten zurück, besprechen die Lage auf dem Grafikkartenmarkt und gehen auf ein paar Trends wie M.2-SSDs, Cloudgaming und DDR5-RAM ein.
Ein Trend 2021: M.2-SSDs
Bei SSDs etablieren sich M.2-SSDs immer mehr. Eine SSD im M.2-Format ähnelt ein wenig einem RAM-Riegel. Seit einigen Jahren haben Mainboard stets einen dazu passenden Slot, inzwischen auch mit einer PCIe-Anbindung, so dass PCIe-M.2-SSDs deutlich mehr Megabyte pro Sekunde als SATA-SSDs abliefern können. Es ist noch nicht lange her, als M.2-SSDs deutlich teurer als SATA-SSDs mit identischer Kapazität waren, vor allem wenn PCIe mit im Spiel war. Doppelte Preise pro Gigabyte waren lange Zeit die Norm. Doch nun sind diese SSDs immer günstiger geworden, so dass man zum Teil schon M.2-SSDs bekommt, die nicht (nennenswert) teurer als SATA-SSDs sind, aber mehr als 1500 MB/s scheffeln können - bei SATA-SSDs sind es maximal 600 MB/s. Mit PCIe 4.0 angebundene M.2-SSDs können mit den passenden Mainboards sogar weit über 5000 MB/s bieten. Allerdings gibt es für Gamer so gut wie keinen Vorteil durch schnellere Übertragungsraten - der große Vorteil bei SSDs ist, dass es keine Zugriffzeit gibt, der wiederum bei Festplatten vorhanden ist und gerade beim Laden von Spielen hinderlich ist.
In diesem Artikel
Per SSD laden Games so gut wie immer schneller, und zwar zum Teil deutlich schneller. Allerdings besteht das Laden eben nicht ausschließlich aus dem Scheffeln von Daten, sondern der Clou bei einer SSD ist, dass immer dann, wenn beim Laden des Spiels kleine Datenpakete benötigt werden, quasi keine Wartezeit vorhanden ist.
Quelle: Sony
Sonys Vorgaben für M.2-SSDs
Zwischen einer SATA-SSD und einer sehr schnellen PCIe-M.2-SSD gibt es daher am Ende nur einen kleinen Unterschied, was die Spiele-Ladezeiten angeht. Daher lohnt es sich nicht, für eine besonders schnelle M.2-SSD pro Gigabyte viel mehr auszugeben als für eine nicht ganz so schnelle M.2-SSD oder SATA-SSD. Ausnahme: Wenn man weiß, dass man ganz bestimmte Anwendungen nutzt, bei denen die Datenrate doch eine Rolle spielt, kann man zugreifen. Beliebt sind die M.2-SSD aber trotzdem, und das auch zurecht. Allein dass man sie wie einen RAM-Riegel auf das Mainboard einbauen und somit Kabel und Platz sparen kann, sollte dem ein oder anderen einen kleinen Aufpreis durchaus wert sein. Auch für die Playstation 5 sind solche SSDs begehrt, da es einen passenden Erweiterungsslot gibt - hier gibt Sony gewisse Mindestanforderungen und Maximalmaße vor, wobei viele Nutzer davon berichten, dass auch SSDs, die eigentlich "zu langsam" sind, keinerlei Probleme in den auf M.2-SSDs abgestimmten Games bereiten.
Sonstiges: Cloudgaming und DLSS
An konkreten Hardware-Produkten gab es ansonsten im Jahr 2021 nichts besonders Weltbewegendes. Natürlich kamen zum Beispiel viele neue Monitore und Notebooks, auch für Gamer, auf den Markt. Einen klaren neuen Trend gibt es aber nicht. 4K verbreitet sich zwar ein wenig mehr als früher, ist aber bei Gaming-Monitoren noch immer nicht optimal, vor allem was die nötige Grafikkarte angeht. OLED ist bei Monitoren wiederum noch gar kein Thema. In Sachen Notebooks lösten Modelle mit der RTX 3000er-GPU die mit einer RTX 2000er-GPU ab, und in vielen Fällen kann ein Gaming-Notebook nun sogar eine gute Alternative zu einem PC-Kauf sein, wie wir ja auch in unserem letzten Notebook-Special schilderten.
Zwei Themen sind uns aber 2021 dann doch noch - neben Grafikkarten und CPUs - aufgefallen: Cloudgaming und DLSS. Letzteres ist eine Technik von Nvidia, um die Grafikkarte zu entlasten und für die AMD inzwischen auch eine ähnliche Alternative mit dem Namen FSR (FidelityFX Super Resolution) anbietet. Durch Algorithmen, die anhand von maschinellem Lernen, also künstlicher Intelligenz stetig verfeinert werden, können Teile des Bildes hochgerechnet werden, so dass die Grafikkarte weniger zu tun hat. Man kann also entweder bei gleichbleibenden FPS-Werten mehr Details erwarten oder aber beim gleichen Detailmodus mit mehr FPS spielen. Das optische Endergebnis ist bei Nvidia DLSS fast identisch zu einer 100-prozentigen Berechnung durch die Grafikkarte. DLSS ist zwar nicht im Jahr 2021 neu erschienen, aber im Laufe des Jahres wurde die Technik verbessert und bei immer mehr Games integriert, so dass DLSS für Besitzer einer passenden Grafikkarte (es ist eine RTX-Grafikkarte von Nvidia nötig) wie ein kleiner Booster wirkt, der vielleicht sogar die Idee eines Grafikkarten-Neukaufes ein wenig nach hinten rücken lässt, sofern man einige DLSS beinhaltende Games spielen möchte. AMDs Konkurrenztechnik ist hingegen noch nicht in Schwung gekommen, könnte aber im kommenden Jahr auch Radeon-Besitzern ein wenig mehr helfen, einen Grafikkarten-Neukauf mit ruhigerem Gewissen etwas nach hinten zu verschieben.
Quelle: Xbox / Microsoft
Die Cloudgaming -Sektion des Game Pass von Microsoft
Eine andere Sache, die im Jahr 2021 für manch einen Gamer interessanter geworden ist: Cloudgaming. Für viele ist es noch immer ein No-Go, denn es ist stets eine Latenz zu befürchten, da ja zuerst die Steuerdaten zum Server des Anbieters gesendet werden müssen, wo dann das Bild berechnet und zum Nutzer gesendet wird. Hinzu kommen Sorgen, dass ein Spiel nicht mehr zu gebrauchen ist, wenn der Anbieter die Pforten schließt. Es gibt aber auch Konstrukte wie Nvidias GeForce Now, bei dem man Spiele, die man zum Beispiel für Steam oder Origin besitzt, mit Nvidias Cloudservice spielen kann. Bei Nvidia erfährt man, welche Publisher und Plattformen unterstützt werden und welche der Games dann auch per Cloud spielbar sind. Man bezahlt Nvidia dann für die Grafikqualität und Leistung, die man per Cloud nach Hause geliefert bekommt. Interessant ist so ein Konzept, da es sich durchaus lohnen kann, auf einen Grafikkarten-Neukauf gerade in den aktuellen Zeiten mit extrem hohen Grafikkarten-Preisen zu verzichten und sich stattdessen quasi einen PC via Cloud zu mieten. Ein etwas anderes Konzept bietet Microsoft mit dem Game Pass. Mit dem Game Pass kann man für die Dauer des Abos viele Spiele je nach Art des Game Pass für die Xbox und/oder den PC (je nachdem, welche Version des Game Pass man gebucht hat) herunterladen und spielen. Seit einer Weile kann man zudem aber auch noch viele Spiele per Cloud spielen - der einzige Nachteil ist, dass man die Spiele nur so lange spielen kann, wie man den Game Pass als Abo hat. Dafür ist die Spielauswahl sehr hoch, und Spiele, die einem gut gefallen, kann man auch noch separat kaufen. Da man dies in der Regel dann tut, wenn die Games schon eine Weile auf dem Markt sind, kosten sie auch meistens nicht mehr so viel.
Dies war unsere Jahresrückschau rund um Hardware für das Jahr 2021 - falls ihr ein wichtiges Thema vermisst haben solltet, schreibt es ruhig in die Kommentare. Wir wünschen euch schöne Weihnachtsfeiertage und verabschieden uns an dieser Stelle mit dem Hinweis, dass vor dem Jahreswechsel noch ein Special mit einer Vorschau auf das Jahr 2022 erscheinen wird.
