Hardware Jahresrückblick 2021: Prozessoren und DDR5-RAM

Special Antonio Funes
Hardware Jahresrückblick 2021: Prozessoren und DDR5-RAM
Quelle: PC Games Hardware

Das Jahr 2021 neigt sich seinem Ende, und nur wenige würden von sich behaupten, ein solches Jahr mit Freude erneut erleben zu wollen. Wir blicken auf die wichtigen Neuheiten bei CPUs und Grafikkarten zurück, besprechen die Lage auf dem Grafikkartenmarkt und gehen auf ein paar Trends wie M.2-SSDs, Cloudgaming und DDR5-RAM ein.

Prozessoren 2021: Intel-CPUs

Intel hat im Jahr 2021 gleich zwei neue CPU-Reihen für den Mainstream-Markt veröffentlicht. Im April gab es ein Refresh für den Sockel 1200 in Form von zahlreichen Core-i-11000-Prozessoren, die theoretisch die Core i-10000er-Reihe ablösen. Aber eben nur theoretisch, denn die 11000er-Modelle sind zwar durch die Bank weg etwas schneller als die jeweils vom Modellnamen her vergleichbaren 10000er-CPUs. Ein Core i5-11400 oder Core i7-11700K ist also jeweils etwas schneller als ein Core i5-10400 respektive Core i7-10700K. Dafür sind die neueren CPUs aber auch teurer. Im Grunde genommen handelte es sich effektiv also eher um eine Erweiterung des Angebotes als um einen klaren Fortschritt bei der Leistung und erst recht beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Im November 2021 kam aber dann Alder Lake, die neue Familie für den ebenfalls neuen Sockel 1700. Neu ist dabei eine Technik, bei der Intel zwei Kern-Sorten miteinander mischt. Es gibt Performance-Kerne, die auch zwei Threads parallel verwalten können, sowie Effizienz-Kerne, die unterstützend eingreifen und nur einen Thread bearbeiten können. Daher gibt es beispielsweise den Core i7-12700K mit 12 Kernen, aber nur 20 und nicht, wie man bei 12 Kernen denken könnte, 24 Threads. Denn der Prozessor hat 8 Performance-Kerne mit 16 Threads sowie 4 Effizienzkerne mit nur 4 Threads.

Intel schaffte mit der Technik aber trotzdem ein klares Leistungsplus, wobei es auch bis heute nur drei K-CPUs, also übertaktbare Modelle gibt, die wiederum mit und ohne eigene Grafikeinheit zu haben sind, was der Buchstabe F kennzeichnet. Den Core i5-12600K, Core i7-12700K und Core i9-12900K gibt es also auch als Version mit einem KF hinter der Modellnummer.

Für den Sockel 1700 gibt es aktuell nur die teuren Z690-Mainboards ab 180 Euro aufwärts. Quelle: MSI Für den Sockel 1700 gibt es aktuell nur die teuren Z690-Mainboards ab 180 Euro aufwärts. Die Prozessoren sind durch die Bank weg ein Stück schneller als die Ryzen 5000er-Konkurrenz von AMD im jeweils ähnlichen Preisbereich. Es gibt aber einen kleinen Haken: Für Übertakter sind die neuen Alder Lake-CPUs ein sehr guter Griff, wie wir auch schon in unserem dazu passenden oben verlinkten Alder Lake-Special bemerkten. Da es aber damals und auch bis heute nur die mindestens 180 Euro teuren Z690-Mainboards zu kaufen gibt, gewinnt AMD mit den Ryzen 5 5000er-Modellen das Preis-Leistungs-Duell, da man hier auch mit Mainboards ab 70 Euro zurechtkommt und selbst für ein moderates Übertakten ein Mainboard für 120 Euro ausreicht. Zusammengefasst: Man kommt als Paket mit Mainboard und RAM geschnürt für sein Geld bei AMD derzeit ein eindeutig günstiger weg bei einer nur wenig schwächeren Leistung als die der neuen Alder Lake-CPUs. Da wir aber bald auch Nicht-Übertakter-Mainboards sowie weitere Non-K-CPUs von Intel erwarten, könnte es für AMD enger werden, obgleich die neuen CPUs wohl zumindest zum Teil nicht auf die Mischung aus Performance- und Effizienz-Kernen setzen und deren Leistung daher noch nicht abzuschätzen ist.

AMD: CPUs als Grafikkartenersatz

Bei AMD gab es im Jahr 2021 keine für Gamer interessante neue CPU, sofern man bereits eine ordentliche Grafikkarte besitzt. Allerdings kamen im Sommer zwei Prozessoren auf den Markt, die angesichts der Grafikkarten-Preise durchaus für die Spieler interessant sein können, die keine hohen Grafikdetails brauchen. Denn die Modelle Ryzen 5 5600G und Ryzen 7 5700G bieten eine interne Grafikeinheit, die auch aktuelle Spiele noch darstellen kann, obgleich man bei sehr anfordernden Games wie Cyberpunk 2077 auf 720p als Auflösung setzen sollte. Games wie Fortnite oder Rainbow Six Siege laufen aber auch in Full-HD problemlos, ein Spiel wie Resident Evil: Village immerhin mit um die 40 Bildern pro Sekunde, natürlich auf niedrigen Details. Man muss dabei allerdings wissen, dass die beiden G-CPUs dann, wenn man doch eine dedizierte Grafikkarte verwenden will, deutlich schwächer sind als andere gleich teure CPUs. Ein Special über diese so genannten APUs als Alternative zu einem PC mit Grafikkarten hatten wir im Oktober veröffentlicht.

DDR5-RAM: Bisher ein Flop

Das neue DDR5-RAM wurde zusammen mit dem Sockel 1700 für die Intel Alder Lake-CPUs eingeführt - aber etabliert hat es sich noch nicht. Denn dummerweise ist dieses RAM seit kurz nach dem Release der neuen CPUs oft ausverkauft. Als es zum Release von Alder Lake noch halbwegs gut verfügbar war, war es bereits deutlich teurer als DDR4-RAM. Aktuell sind die Preise noch höher, sofern man überhaupt ein lieferbares Kit entdeckt: Das billigste aktuelle verfügbare Set, das wir heute kurz vor Redaktionsschluss gefunden haben, war ein Kit mit 2x16GB DDR5-5000-RAM für knapp 400 Euro. Zum Vergleich: Übertakter-RAM mit DDR4-Standard und einem Takt von 4000 MHz, was für DDR4 enorm viel ist, kostet nur 140 Euro. Zum Glück gibt es aber für den Sockel 1700 auch die meisten Mainboards als Variante mit DDR4-Ram-Slots, und DDR5-RAM hat laut ersten Tests keinen besonders großen Vorteil, so dass man bei Alder Lake sehr gut mit DDR4-RAM leben kann.

  1. Seite 1 Hardware Jahresrückblick 2021: Einleitung, Lieferkrise
  2. Seite 2 Hardware Jahresrückblick 2021: Grafikkarten - Preise und Neuheiten
  3. Seite 3 Hardware Jahresrückblick 2021: Prozessoren und DDR5-RAM
  4. Seite 4 Hardware Jahresrückblick 2021: Trends M.2, Cloudgaming und DLSS
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