Grafikkarten: Akuelle Kaufempfehlungen und eine Alternative

Special Antonio Funes
Grafikkarten: Akuelle Kaufempfehlungen und eine Alternative
Quelle: PC Games Hardware

Grafikkarten sind seit etwas mehr als einem Jahr immer teurer geworden - die Gründe dafür sind vielfältig und haben zu großen Teilen auch mit einer hohen Nachfrage nach Elektronik-Produkten zu tun, die auf eine mangelnde Chipproduktion trifft. Wir suchen nach weiteren Gründen und analysieren die Preisentwicklung sowie das aktuelle Preis-Leistungs-Verhältnis von Grafikkarten für eine Kaufberatung.

Grafikkarten: Aktuelle Kaufempfehlungen

Was zeigt euch unsere Preis-Leistungs-Analyse nun in Sachen Kauftipps? Wie schon oben erwähnt, ist die Nvidia GeForce RTX 3060 Ti hierbei aktuell die beste Wahl, obwohl ihr Preis von 830 Euro noch vor gut einem Jahr inakzeptabel für eine Grafikkarte aus der gehobenen Mittelklasse gewesen wäre. Es sind noch einige andere Karten sehr nah dran an ihrem PL-Wert von 83: Die AMD Radeon RX 6600 XT für 700 Euro liegt bei 85,4 und ist somit auch ein guter Kauf, sofern die um 15 bis 20 Prozent geringere Leistung in Ordnung ist. Man spart dabei immerhin 130 Euro.

Noch schwächer, aber auch günstiger und beim PL-Wert mit unter 85 auch gut dabei ist die Non-XT-Version, also die AMD Radeon RX 6600 für 600 Euro. Die RX 6600 würden wir aber nur denen empfehlen, die keine hohen Auflösungen spielen.

Denn bei Full-HD kommt man gut mit ihr aus - für die Zukunft könnte es aber knapp werden, erst recht bei Auflösungen oberhalb von Full-HD. Eine andere AMD-Grafikkarte kann aber eine gute, unmittelbare Alternative zur GeForce RTX 3060 Ti sein: Die Radeon RX 6700 XT. Sie ist mit 890 Euro etwas teurer, aber auch stärker als die Nvidia-Grafikkarte. Nebenbei: Würde die Nvidia GeForce RTX 3060 Ti um 50 Euro im Preis steigen, wäre sie schon die schlechteste der genannten Grafikkarten beim PL-Wert. Da die Preise derzeit schnell schwanken können, solltet ihr dies stets beachten.

Unsere Kauftipps bis 900 Euro fassen wir nun kurz in einer Tabelle zusammen, um danach zur den stärkeren Modellen zu kommen:

Grafikkarte Aktueller Preis Leistungsindex PL-Index
Nvidia GeForce GTX 1650 320 € 34 94,1
AMD Radeon RX 6600 600 € 71 84,5
AMD Radeon RX 6600 XT 700 € 82 85,4
Nvidia GeForce RTX 3060 Ti 830 € 100 83,0
AMD Radeon RX 6700 XT 890 € 104 85,6

Was tut sich oberhalb der Nvidia GeForce RTX 3060 Ti und AMD Radeon RX 6700 XT? Die Nvidia GeForce RTX 3070 steht kaum schlechter da, was den PL-Wert angeht. Sie kostet 1000 Euro, ist aber auch die schnellere Grafikkarte. Darüber gilt aber: Nur wer unbedingt mehr Leistung verlangt, sollte sich noch weiter oben umschauen - denn hier springt der PL-Wert direkt auf Werte von knapp 95 und mehr, wenn man eine Nvidia GeForce RTX 3070 Ti oder 3080 beziehungsweise AMD Radeon RX 6800 XT oder 6900 XT wählt. Die beste dieser Grafikkarten beim PL-Wert ist hierbei die AMD Radeon RX 6900 XT für 1480 Euro. Die Nvidia-Boliden GeForce RTX 3080 Ti und 3090 sowie die AMD Radeon RX 6800 entfallen aus unseren Kauftipps, da sie einen extrem schlechten PL-Wert von über 100 Euro haben. Dies sind unsere Kauftipps ab 800 Euro. Aufpreis und Leistungsplus beziehen sich dabei stets auf die Nvidia GeForce RTX 3060 Ti, da sie bei Preis-Leistung aktuell die Messlatte darstellt:

Grafikkarte Aktueller Preis Aufpreis Leistungsindex Leistungsplus PL-Index
Nvidia GeForce RTX 3060 Ti 830 € entfällt 100 entfällt 83,0
Nvidia GeForce RTX 3070 1.000 € 20 Prozent 114 14 Prozent 87,7
Nvidia GeForce RTX 3070 Ti 1.200 € 45 Prozent 122 22 Prozent 98,4
Nvidia GeForce RTX 3080 1.400 € 69 Prozent 143 43 Prozent 97,9
AMD Radeon RX 6800 XT 1.410 € 70 Prozent 147 47 Prozent 95,9
AMD Radeon RX 6900 XT 1.480 € 78 Prozent 156 56 Prozent 94,9

Alternative: Spielekonsolen

Einen abschließenden Tipp wollen wir noch für diejenigen geben, die derzeit keinen spielefähigen PC haben und nicht über 600-700 Euro ausgeben können: Eine Alternative wäre eine Xbox Series S, die es noch recht gut im Handel zu kaufen gibt, und zwar für unter 300 Euro. Zwar kann man damit nicht die Games spielen, die man bereits für den PC besitzt. Zumindest zum Übergang wäre aber der Xbox Game Pass oder auch der Kauf der Retail-Version eines Wunsch-Games auf Disc, das sich später auch wieder verkaufen lässt, eine Alternative. Viele der aufwändigeren PC-Spiele gibt es schließlich auch als Xbox-Version, und selbst die langsamere Vorgängerkonsole Xbox One S stellt modernste Games wie Forza Horizon 5 oder die Singleplayer-Kampagne von Call of Duty: Vanguard mit einer für den Preis erstaunlich schicken Grafikqualität dar, wie unser Autor aus eigener Erfahrung bestätigt. Um die Preisrelationen zu verdeutlichen: Die spielbare Grafikqualität mit einer Xbox Series S übersteigt dabei ganz klar die, die mit einer 300 Euro teuren Nvidia GeForce GTX 1650 möglich wäre.

  1. Seite 1 Grafikkarten: Die Krise und einige Gründe
  2. Seite 2 Grafikkarten: Aktuelle Preise und Preisentwicklung
  3. Seite 3 Grafikkarten: Aktuelle Preis-Leistungs-Analyse
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