Grafikkarten: Maximale Länge und Netzteil vor dem Kauf beachten

Special Antonio Funes
Grafikkarten: Maximale Länge und Netzteil vor dem Kauf beachten
Quelle: Colorful

In unserem Special bieten wir eine Kaufberatung zu aktuellen Grafikkarten, bei der wir auch eine genaue Preis-Leistungs-Einordnung der einzelnen Grafikkarten-Reihen vornehmen. Außerdem gibt es Tipps vorwiegend für Einsteiger, was man vor dem Kauf beachten sollte sowie auch zum Einbau der neuen Grafikkarte. Auf die Gründe der aktuell noch immer hohen Preise gehen wir ebenfalls ein.

Vor dem Kauf: Grafikkarten-Länge

Grafikkarten sind nicht nur bei ihrer Leistung, sondern auch was die Maße angeht sehr unterschiedlich. Je stärker eine Grafikkarte, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie wegen des höheren Strombedarfes auch wärmer wird. Daher benötigen starke Grafikkarten tendenziell größere Kühlkörper als schwächere Modelle, und selbst bei der gleichen GPU ist dann ein größerer Kühler nötig, wenn der Hersteller die GPU ab Werk übertaktet. Allerdings gibt es keine pauschalen Schlüsse, die man ziehen kann. Denn die Hersteller arbeiten ständig an neuen Kühllösungen, sodass es eine gewisse Auswahl an Kühloptionen gibt.

Man kann ein und dieselbe GPU beispielsweise mit einem sehr großen Kühler kühlen, bei dem die Lüfter langsam drehen. Man kann aber auch einen winzigen Kühler nehmen, bei dem dafür unter Last die Lüfter aufdrehen. Und selbst bei ähnlich großen Kühlkörpern gibt es noch mögliche Unterschiede: Der eine arbeitet vielleicht effizienter, ist dafür aber auch teurer als der andere ansonsten vergleichbar große Kühler. Daher gibt es bei den Grafikkarten-Reihen wie der AMD Radeon RX 6700 XT oder Nvidia GeForce RTX 3060 Ti stets zahlreiche Modelle im Handel, und zwar selbst pro Partnerhersteller wie Asus, Gainward, MSI oder Palit meist mehrere Modellvarianten mit unterschiedlichen Kühlern und daher auch unterschiedlichen Längen.

Vor dem Kauf müsst ihr daher unbedingt nachsehen, wie lang eine Grafikkarte sein darf, ohne dass sie im vorderen Bereich eures Gehäuses irgendwo gegenstößt. Ihr könnt den Abstand von dem ersten Hindernis bis zur hinteren Gehäusewand messen oder aber, wenn ihr euer Gehäusemodell kennt, beim Hersteller in den technischen Daten nachsehen. Ebenso könnt ihr auch eure aktuelle Grafikkarte und deren Länge als Maßstab nehmen und schauen, wie viel Platz in etwa noch nach vorne vorhanden ist.

Vor dem Kauf: Passendes Netzteil

Beim Netzteil wird es komplizierter, da der nötige Watt-Nennwert zum einen auch vom Rest des PCs abhängt und die Hersteller von Netzteilen unterschiedlich gute Modelle anbieten. Ein teures Markennetzteil mit nur 450 Watt Nennwert kann hier beispielsweise am Ende sogar effektiv mehr Strom bieten als ein günstiges No-Name-Produkt mit 600 Watt Nennwert. Aus diesem Grunde empfehlen Grafikkartenhersteller vorsichtshalber stets eher zu viel als zu wenig Watt. Für eine Grafikkarte, bei der der Hersteller zum Beispiel 700 Watt empfiehlt, wird ein Markenmodell mit 500 Watt mit hoher Sicherheit problemlos ausreichen. Um aber zu vermeiden, dass bei einer Empfehlung von nur 500 Watt dann Nutzer in Probleme geraten, die ein billiges 600- bis 650-Watt-Modell nutzen, werden 700 Watt empfohlen. Wichtig ist, was das Netzteil über einen längeren Zeitraum an Stromlast vertragen kann und wie sich die Stromwerte auf die Nennleistung verteilen - für Grafikkarten ist die 12 Volt-Leistung dabei relevant.

be quiet! Netzteile Quelle: Be Quiet / Montage: PCGH be quiet! Pure Power-Serie mit unterschiedlichen Größen-Standards. Man kann als Faustregel grob sagen: Rechnet für einen PC mit einer modernen CPU wie einem Intel Core i5 oder Core i7 oder AMD Ryzen 5 oder Ryzen 7 etwa 150 bis 200 Watt als maximale Gaming-Power, die das Netzteil bringen muss, und addiert das, was die Grafikkarte laut Hersteller als TDP hat. Wenn ihr nun ein Netzteil nehmt, das nach oben hin 50 Watt Puffer hat und es gleichzeitig ein Markenmodell mit zwei PCIe-8Pin-Steckern ist, wird dies ausreichen. Ab etwa 50 Euro geht es los, wenn es um die 450 bis 500 Watt-Kategorie geht. In unserem letzten Special zu den Stromkosten eines Gaming-PCs hatten wir auch das Thema Netzteile genauer unter die Lupe genommen und eine Marktübersicht mit modularen Netzteilen erstellt - das sind Modelle, bei denen man alle Kabel oder zumindest alle bis auf das Hauptstromkabel abnehmen kann, um beim Einbau und Verlegen der Kabel flexibler zu sein und nicht-benötigte Kabel ganz wegzulassen. Auf der nächsten Seite gibt es ein paar Tipps zum Grafikkarten Aus- und Einbau.

  1. Seite 1 Grafikkarten: Einleitung und die aktuelle Preischraube
  2. Seite 2 Grafikkarten: Maximale Länge und Netzteil vor dem Kauf beachten
  3. Seite 3 Grafikkarten: Lautstärke und Tipps zum Einbau
  4. Seite 4 Grafikkarten: Preisentwicklung, Preis-Leistung und Kaufempfehlungen
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