Grafikkarten kaufen: Einsteiger-Tipps zum Kauf und Einbau plus ausführliche Kaufberatung

Special Antonio Funes
Grafikkarten kaufen: Einsteiger-Tipps zum Kauf und Einbau plus ausführliche Kaufberatung
Quelle: Colorful

In unserem Special bieten wir eine Kaufberatung zu aktuellen Grafikkarten, bei der wir auch eine genaue Preis-Leistungs-Einordnung der einzelnen Grafikkarten-Reihen vornehmen. Außerdem gibt es Tipps vorwiegend für Einsteiger, was man vor dem Kauf beachten sollte sowie auch zum Einbau der neuen Grafikkarte. Auf die Gründe der aktuell noch immer hohen Preise gehen wir ebenfalls ein.

In unserem Grafikkarten-Special schauen wir uns genauer an, welche Grafikkarten-Reihen aktuell in Sachen-Preis-Leistung einen Kauf wert sind. Wir werden hierzu neben den aktuellen Preise auch die Preis-Entwicklung der letzten Monate betrachten. Zu Beginn erklären wir zu dem Thema, warum die Preise weiterhin enorm hoch sind - denn in Relation gesehen sind Grafikkarten viel teurer als vor zwei Jahren. Ab Seite 2 folgen Tipps zum Kauf und Einbau von Grafikkarten, die sich vorwiegend an diejenigen richten, die vielleicht zum ersten Mal eine neue Grafikkarte kaufen oder erstmals einen neuen PC zusammenstellen, für den sie eine Grafikkarte suchen. Am Ende folgt dann die bereits beschriebene aktuelle Kaufberatung.

Preisschraube: Die vielfältigen Gründe

Es gilt aktuell noch immer, dass die Preise für Grafikkarten im Vergleich zum Herbst 2020 enorm hoch sind. Für ungefähr 300 bis 500 Euro konnte man früher - es kommt manch einem vor wie ein ganz anderes Zeitalter - eine gute Grafikkarte, die Spiele in WQHD (2560 x 1440 Pixel) gut darstellen kann, bekommen. Derzeit geht es erst ab knapp 450 Euro los, wenn man bei Full-HD (1920 x 1080) halbwegs sorgenfrei spielen will. Unter 450 Euro sind nur bedingt empfehlenswerte Einsteiger-Grafikkarten zu haben. Es ist zwar so, dass alle relevanten Grafikkarten-Reihen ab etwa 450 Euro erst im oder nach dem Herbst 2020 auf den Markt gekommen sind, sodass man einen unmittelbaren Preisvergleich zwischen heute und dem Herbst 2020 dabei gar nicht durchführen kann.
Auch lesenswert: SSD, RAM, Monitor, Notebook, Fernseher, Gaming-Stuhl: Tolle Wochenend-Angebote bei Amazon

Sehr wohl kann man aber die Preise einiger schon damals erhältlichen Grafikkarten-Reihen betrachten und auch für die neuen Modelle umrechnen, zudem kann man auch die Release-Preise der neueren Grafikkarten-Serien als Maßstab nehmen, um Preissteigerungen zu berechnen. Dabei kommt man zum Schluss, dass man für eine bestimmte Leistung X heute 50 bis 100 Prozent mehr bezahlen muss als noch vor anderthalb Jahren. Die Ursachen hierfür haben vor allem mit der Covid-Pandemie zu tun: Eine stark gewachsene Nachfrage nach Mikrochips aller Art trifft auf eine dafür nicht ausreichend große Kapazität an Produktionsstätten, die durch Sicherheitsmaßnahmen und Lockdowns zusätzlich verlangsamt werden.

Bei Grafikkarten kommt noch dazu, dass es neben der höheren Nachfrage durch Gamer auch eine Nachfrage durch Miner gibt, die mithilfe von Grafikkarten hauptsächlich die Kryptowährung Ethereum schürfen. Wegen des hohen Kurses der Kryptowährung lohnt sich für einen Miner der Kauf von Grafikkarten trotz extrem hoher Preise. Der Effekt durch Miner ist schwer zu berechnen, aber da einige Grafikkarten zu teureren Preisen als andere, an sich gleich gute oder gar bessere Grafikkarten tatsächlich verkauft werden, muss man davon ausgehen, dass hier Miner am Werke sind. Miner können im Gegensatz zu Spielern knallhart ausrechnen, ob sich der Kauf einer Karte lohnt, indem sie ein bestimmtes Kurs-Niveau der Kryptowährung für die nächsten Monate als Minimum verwenden, um den Ertrag durch die Grafikkarte zu berechnen. Davon ziehen sie dann die Anschaffungs- und Stromkosten ab. Bleibt etwas übrig, lohnt sich der Kauf selbst dann, wenn man am Ende die Karte einfach verschrottet.
Last but not least gibt es noch Scalper - das sind Händler, die bei regulären Shops begehrte Ware meist mithilfe von Bot-Software einkaufen und darauf spekulieren, dass die Preise weiter steigen, um sie dann zu verkaufen. Scalper gibt es vor allem bei limitierter Ware wie zum Beispiel besondere Sneaker-Modelle, aber sie gibt und gab es eben auch bei Grafikkarten oder den Spielekonsolen Playstation 5 und Xbox Series X, da hier klar war, dass die Ware wegen der Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage selbst ohne Scalper sehr knapp sein würde.

Beeilt euch! PS5 als Tagesdeal günstig wie lange nicht Quelle: PCG/Amazon Auch die Playstation 5 war seit ihrem Release ein Ziel von Scalpern Hierzu ein vereinfachtes Beispiel: 10 Shops bieten jeweils 100 Exemplare einer neuen Grafikkarte zu einem normalen Preis von 300 Euro an, also sind 1000 Exemplare insgesamt auf dem Markt. Eigentlich wollen aber 10.000 Nutzer unbedingt diese Grafikkarte haben. 100 der Nutzer haben Glück und bekommen ein Exemplar für 300 Euro, aber durch die Bot-Software kann sich ein Scalper 900 der 1000 Exemplare sichern. Dieser bietet dann einen kleinen Teil der Grafikkarten für zum Beispiel 600 Euro an. Da die Grafikkarte ansonsten ausverkauft ist, greift vielleicht doch manch einer der Nutzer zu - der Scalper merkt, dass 600 Euro offenbar für den ein oder anderen Käufer nicht zu viel sind, und erhöht für die nächsten angebotenen Exemplare den Preis. Dies tut er so lange, bis er keine Karte mehr loswird, um den Preis dann wieder ein wenig zu senken, bis wieder Käufer zuschlagen - dieser neu entstandene Preis ist dann so lange kaum zu verhindern, bis die normalen Shops wieder eine größere Menge an Grafikkarten anbieten können.

Natürlich ist unser Beispiel eine Vereinfachung der Situation. Aber der erklärte Mechanismus weitete sich vom Grundprinzip her seit dem Herbst 2020 auf alle Grafikkarten-Serien aus, da die Nachfrage über alle Leistungsklassen hinweg so groß geworden ist, dass AMD und Nvidia nicht mit der Produktion hinterherkamen.

  1. Seite 1 Grafikkarten: Einleitung und die aktuelle Preischraube
  2. Seite 2 Grafikkarten: Maximale Länge und Netzteil vor dem Kauf beachten
  3. Seite 3 Grafikkarten: Lautstärke und Tipps zum Einbau
  4. Seite 4 Grafikkarten: Preisentwicklung, Preis-Leistung und Kaufempfehlungen
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk