Grafikkarten: Teure Einsteigermodelle und Kauftipps bis 600 Euro
Special
Es ist mittlerweile beinahe ein Jahr her, als Nvidias erste RTX 3000er-Grafikkarte auf den Markt kam und sofort ausverkauft war. Spätestens seitdem waren die Preise von Grafikkarten enorm angestiegen und sind, trotz leichter Marktberuhigung, noch immer sehr hoch. Wir analysieren die Entwicklung, schauen auf aktuelle Preise und bieten eine Kaufberatung zu Grafikkarten.
Grafikkartenpreise: Teurer Einstieg
Wie sehen die Grafikkarten-Preise aktuell aus, und was tat sich in den letzten 10 bis 12 Monaten? Wir beginnen mit dem Einsteigerbereich, bei dem es aus Sicht von Käufern mit wenig Budget besonders schlimm aussieht. Da, wo man früher noch für 150 bis 200 Euro eine ordentliche Grafikkarte für Full-HD-Gaming bekommen konnte, ist derzeit gähnende Leere. Selbst schwache Modellreihen wie die Nvidia GeForce GTX 1650, 1650 Super oder 1660, die wir schon vor dem Herbst 2020 lediglich als Lösung für Gamer mit einem wirklich sehr beschränkten Budget empfohlen hatten, sind aktuell kaum zu haben und kosten, wenn sie verfügbar sind, oft 300, 350 oder gar 400 Euro.
In diesem Artikel
Erst recht gilt dies für die etwas stärkere GTX 1660 Ti und GTX 1660 Super, die normalerweise für Full-HD recht ordentlich wäre und im Herbst 2020 unter 250 Euro kostete.
Die an sich schon ausgediente GeForce RTX 2060 wird daher als Lückenfüller weiterhin produziert, ist aber mit einem Preis von um die 460 Euro so teuer, dass man sich lieber direkt AMDs neue und 20 Prozent schnellere RX 6600 XT für einen Preis von ab 510 Euro kauft. Wer nun fragt, wie es mit den Radeon 5000er-Grafikkarten als Alternative aussieht: Diese sind seit Monaten praktisch nicht mehr zu haben oder unfassbar teuer wie die Radeon RX 5700 XT. Letztere ist schwächer als die neue Radeon 6600 XT, kostet aber doppelt so viel, nämlich knapp 1000 Euro. So sehen die Grafikkartenpreise bis hin zur AMD Radeon RX 6600 XT und der etwas langsameren, aber teureren Nvidia GeForce RTX 3060 nach Leistung geordnet aus, wobei wir euch die Informationen in den Spalten nach der Tabelle genauer erklären:
| Grafikkartenreihe | Aktueller Preis ab etwa | Basispreis | Differenz zum Basispreis | Leistung (genormt) | PL-Quotient |
|---|---|---|---|---|---|
| Nvidia GeForce GTX 1650 | 250 Euro | 155 Euro | 61 Prozent | 19 | 13,5 |
| Nvidia GeForce GTX 1650 Super | 400 Euro | 150 Euro | 167 prozent | 25 | 16,3 |
| Nvidia GeForce GTX 1660 | 390 Euro | 215 Euro | 81 Prozent | 25 | 15,9 |
| Nvidia GeForce GTX 1660 Super | 550 Euro | 245 Euro | 124 Prozent | 35 | 15,8 |
| Nvidia GeForce RTX 2060 | 460 Euro | 320 Euro | 44 Prozent | 43 | 10,8 |
| Nvidia GeForce RTX 3060 | 580 Euro | 330 Euro | 76 Prozent | 52 | 11,1 |
| AMD Radeon RX 6600 XT | 510 Euro | 380 Euro | 34 Prozent | 60 | 8,5 |
Der Basispreis ist der Preis vom Herbst 2020 beziehungsweise bei neueren Grafikkarten der Releasepreis. Die Differenz zum Basispreis zeigt, wie viel teurer der aktuelle Preis im Vergleich zum Basispreis ist. Bei der Leistung (genormt) seht ihr, wie viel FPS die Grafikkarten in etwa erzielen, wenn wir davon ausgehen, dass die AMD Radeon RX 6600 XT dabei im Schnitt 60 FPS erzielt. Die GTX 1650 Super und GTX 1660 sind mit 25 (FPS) also weniger als halb so schnell wie AMDs neue Grafikkarte. Der PL-Quotient zeigt euch wiederum im übertragenen Sinne, wie viel Euro ihr pro FPS bezahlen müsst - je kleiner der Wert, desto besser steht die Karte also beim Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Die Preisentwicklung der Einsteigermodelle seht ihr in der folgenden Grafik, wobei wir die AMD Radeon RX 6600 XT außen vor lassen, da sie noch zu neu für eine Darstellung der Preisentwicklung ist und der "Preis Release" eigentlich unser Basispreis und somit bis auf die Nvidia GeForce RTX 3060 der Preis vom Oktober 2020 ist:
Quelle: Antonio Funes
Einsteigergrafikkarten bis 600 Euro Preistrend
Kaufempfehlungen bis 600 Euro
Anhand des PL-Quotienten seht ihr gut, dass die AMD Radeon RX 6600 XT am besten dasteht, allerdings auch etwas mehr als 500 Euro kostet. Allerdings muss man sich fragen, was man an Leistung verliert, wenn man weniger ausgeben möchte. Spart man 50 Euro, bekommt man im besten Falle die Nvidia GeForce RTX 2060, die aber über 25 Prozent langsamer ist. Für 100 Euro Ersparnis (GTX 1650 Super und GTX 1660) verliert man mehr als die Hälfte der Leistung. Und wer nur insgesamt 250 Euro ausgeben will, findet zwar in Form der GeForce GTX 1650 eine Einsteiger-Grafikkarte, muss aber mit nur noch einem Drittel der Leistung der AMD Radeon RX 6600 XT leben und sich im Klaren sein, dass die GTX 1650 von uns in Kaufberatungen schon vor weit über einem Jahr selbst für den Einstieg nicht mehr empfohlen wurde. Auf der nächsten Seite kommen wir zu den Grafikkarten über 600 Euro.
