Grafikkarten: Analyse des Preisanstiegs sowie aktuelle Preise und Kaufberatung
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Es ist mittlerweile beinahe ein Jahr her, als Nvidias erste RTX 3000er-Grafikkarte auf den Markt kam und sofort ausverkauft war. Spätestens seitdem waren die Preise von Grafikkarten enorm angestiegen und sind, trotz leichter Marktberuhigung, noch immer sehr hoch. Wir analysieren die Entwicklung, schauen auf aktuelle Preise und bieten eine Kaufberatung zu Grafikkarten.
Gründe für die Preisanstiege bei Grafikkarten
Noch immer gibt es große Probleme bei der Versorgung des Grafikkartenmarktes, sodass die Preise auf einem sehr hohen Niveau sind. Mit den aktuellen Preisen beschäftigen wir uns auf der nächsten Seite - zuerst wollen wir aber die Entwicklung und deren Gründe beschreiben. Spätestens der Release der ersten RTX 3000-Grafikkarte von Nvidia (RTX 3080, Mitte September 2020) zeigte, dass die Nachfrage nach starken Grafikkarten extrem hoch war - sie war nämlich innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft.
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Nicht nur alle neuen seitdem erschienenen Grafikkarten, sondern auch ältere, für Gaming gut geeignete Grafikkarten wurden immer schlechter oder gar nicht lieferbar, und wenn sie dann mal doch ab Lager zu kaufen waren, wurden horrende Preise verlangt.
Quelle: EVGA
Die Nvidia GeForce GTX 1650 Super ist an sich eine Low-Budget-Karte und kostete im Oktober 2020 noch 150 Euro - aktuell sind es 400 Euro.
Selbst Einsteiger-Grafikkarten wurden nicht verschont. Im Mai lagen die Preise beim zwei- bis dreifachen dessen, was noch im Herbst 2020 fällig wurde beziehungsweise was AMD und Nvidia für neue Grafikkarten-Reihen als Preisempfehlung angedacht hatten. Die Gründe dafür sind vielfältig und hatten auch mit der Corona-Pandemie zu tun. Denn neben den Leuten, die sowieso einen neuen PC oder zumindest eine neue Grafikkarte kaufen wollten, kamen auch Nutzer hinzu, die wegen der Corona-Pandemie ein neues Hobby suchten und sich für PC-Gaming entschieden. Die Nachfrage seitens Gamern war also gewachsen. Im Falle von neu veröffentlichten Grafikkartenserien waren zudem ganz offensichtlich sogenannte Scalper aktiv. Dies ist eine Händlergattung, die oftmals per Software gestützt bei Release von Produkten, bei denen eine hohe Nachfrage und ein vergleichsweise kleines Angebot zu erwarten ist, im großen Stil zuschlägt. Und zwar nur aus dem einen Grund, um diese Produkte, in unserem Falle also neu veröffentlichte Grafikkarten, kurz danach deutlich teurer anzubieten.
Quelle: PC Games Hardware
Die Nvidia GeForce RTX 3080 war wie auch die anderen RTX-3000-Modelle direkt zum Relase schon ausverkauft.
Hinzu kam eine Nachfrage durch Kryptominer, denn einige Grafikkarten-Reihen sind für bestimmte Arten des Minings (also dem durch Krytrowährung entlohntem Mithelfen beim Berechnen der für Kryptowährungen wichtigen Verschlüsselungen) sehr gut geeignet, was auch nicht zwingend mit der Gaming-Leistung zu tun hat. Daher gingen auch einige Grafikkartenserien über längere Zeit hinweg für deutlich mehr Geld über die Ladentheke als andere Grafikkarten-Reihen, die in Games an sich stärker sind. Es gibt zwar auch spezielle Mining-Hardware - aber trotz sehr hoher Preise rentierten sich einige Grafikkarten offenbar noch immer, was den Einsatz für Mining angeht, sodass Miner einen Beitrag zur Knappheit und damit auch zu hohen Preisen beitrugen.
Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, ist die Chipproduktion ganz allgemein weltweit in große Probleme geraten, da wegen der Corona-Pandemie eine riesige Nachfrage entstanden ist und gleichzeitig durch Sicherheitsmaßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung die Produktion etwas zäher vonstattengeht. Die Autoindustrie kann davon ein Lied singen - so stehen zum Beispiel bei Ford in Köln die Bänder aktuell still, vermutlich sogar bis zum Ende des Monats, nur weil es Lieferengpässe bei einigen für die Elektronik der Fahrzeuge wichtigen Chips gibt. Auch AMD und Nvidia können daher nicht einfach die Produktion von GPUs hochfahren - es fehlen ganz simpel die Kapazitäten, auch da man nicht in kurzer Zeit mal eben neue Fabriken inklusive dem Fachpersonal aus dem Boden stampfen kann, so dass die hohe Nachfrage zum Problem wurde, welches dann am Ende als logische Folge die Preise nach oben jagte.
Entlastung gab es dadurch, dass Nvidia nun Grafikkarten als LHR-Versionen produziert. LHR bedeutet "low hash rate" und hat nichts mit günstigem Gras zu tun. Die Hash-Rate ist vielmehr ein Maß dafür, wie stark eine Grafikkarte beim Mining der Kryptowährung Ethereum ist. LHR-Grafikkarten haben dabei eine ab Werk gebremste Hash-Rate, ohne dass die Grafikleistung dabei angetastet wird. Somit sind diese Modelle für Miner nicht mehr attraktiv. Außerdem gehen immer mehr Länder, vor allem China, gegen Miner vor. Auch durch diese Faktoren sind die Preise seit Juni ein wenig gefallen und einige Grafikkarten-Reihen recht gut im Handel erhältlich - doch hoch sind die Preise immer noch, wie wir gleich sehen werden.
