Grafikkarten: Ende der Krise, Preisentwickliung
Special
Wir blicken auf die Preisentwicklung von Grafikkarten in der Covid-19-Krise bis heute zurück und geben euch auch einige aktuelle Kaufempfehlungen.
Das Ende der Krise
Doch wie lange dauerte die Preiskrise an? Die Lieferbarkeit bei Computerchips aller Art wurde bis Ende 2021 stetig besser, die Chippreise sanken. Für AMD und Nvidia war es während der Krise und auch in deren Ausklang das Sichern von Produktionskapazitäten allerdings schwieriger als für Elektronik-Platzhirsche wie Apple, Samsung oder Intel. Daher fingen sich die Preise der Grafikarten erst nach dem Jahreswechsel 2021/22 langsam, blieben aber auch 2022 noch eine Weile auf einem hohen Niveau.
Inzwischen haben sich die Preise glücklicherweise deutlich beruhigt, allerdings sind Grafikkarten ganz allgemein gesehen trotzdem teurer als früher - zumindest fühlt es sich so an, was die Relation zur jeweils aktuell benötigten Leistung für neue Games angeht. Wir wollen euch nun die Preisentwicklung von Herbst 2020 bis heute anhand von einigen Grafiken ein wenig anschaulich machen. Dabei blicken wir auf 12 Grafikkarten-Reihen, die im Laufe des Jahres 2020 bis 2021 auf den Markt kamen. Im Herbst 2020 erschienen unter anderem die Nvidia RTX 3070 und 3080 sowie AMD RX 6800, andere Modelle kamen in den Folgemonaten heraus, weswegen manche der Preiskurven erst mitten in den gleich folgenden Grafiken starten.
Grafikkarten: Preisentwicklung seit Herbst 2020
Die folgenden zwei Grafiken zeigen euch den Preisverlauf. Für eine bessere Übersicht haben wir zwei Grafiken mit je 6 Grafikkartenreihen erstellt und nicht alle 12 Reihen in nur eine Grafik gepackt:
Quelle: Antonio Funes
Preise 4/21 bis 7/23 linear Teil 1
Quelle: Antonio Funes
Preise 4/21 bis 7/23 linear Teil 2
Die L-Werte stehen übrigens für die Leistung der Grafikkartenreihen, wobei die noch recht neue AMD Radeon RX 7900 XT nicht mit in der Grafik ist und einen Wert von 100 hat. Sie dient seit einer Weile als unsere Referenz für Leistungs- und Preis-Leistungs-Betrachtungen.
Die Nvidia GeForce RTX 3060 Ti erreicht also mit ihrem Wert von 52 etwas mehr als die Hälfte der Leistung der RX 7900 XT. Wie ihr in den beiden Grafiken seht, fehlen die Preisdaten für einige Monate, sodass die Grafiken die Entwicklung ein wenig verzerrt darstellen.
Direkt auf den Dezember 2022 folgt beispielsweise der Juli 2023. Wir haben daher für die fehlenden Monate neue Werte interpoliert und eine weitere Grafik erstellt, die den Preisverlauf seit April 2021 linear korrekt darstellt:
Quelle: Antonio Funes
Preise 4/21 bis 7/23 linear
Damit es nicht zu unübersichtlich wird, haben wir auf die Kennzeichnung der Linien verzichtet. Es geht es uns hier darum, euch den Gesamttrend zu zeigen: Von einem hohen Level kommend, sanken die Preise im Verlauf des Jahres 2021, stiegen dann zum Jahresende wieder stark an, um ab Anfang 2022 kontinuierlich zu sinken
Aus den Grafiken gehen die prozentualen Verhältnisse nicht hervor - daher wollen wir sie nun kurz zusammenfassen, um euch die Preissteigerungen zu verdeutlichen.
Die 12 von uns betrachteten Grafikkartenreihen waren im Durchschnitt auf ihrem Maximum 123 Prozent teurer als die jeweilige UVP von AMD und Nvidia. Dabei sollte man bedenken, dass die UVPs zum Teil ohnehin schon wegen der Krise recht hoch angesetzt waren.
Die Top-Reihe im negativen Sinne war dabei die Nvidia RTX 3080 (plus 213 Prozent Aufpreis), es folgen mit einem Aufpreis zwischen 130 und 171 Prozent sind die AMD RX 6800 und 6800 sowie die Nvidia RTX 3060, RTX 3060 Ti und RTX 3070.
Im Vergleich zu den heutigen Preisen waren vor allem die Nvidia RTX 3060 Ti, RTX 3070 und RTX 3080 sowie AMD Radeon RX 6800 und 6800 XT mit 200 bis 227 Prozent Aufpreis besonders teuer. Relativ gut erscheint wiederum die Nvidia GeForce RTX 3080 Ti, die im Maximum lediglich 65 Prozent teurer als ihre UVP sowie im Vergleich zu heute 98 Prozent teurer war. Allerdings setzte Nvidia die UVP zum Release im Frühsommer 2021 mit 1199 Euro auch enorm hoch an.
