Grafikkarten: Aktuelle Kaufempfehlungen und Rückblick auf die Covid-19-Preiskrise
Special
Wir blicken auf die Preisentwicklung von Grafikkarten in der Covid-19-Krise bis heute zurück und geben euch auch einige aktuelle Kaufempfehlungen.
In unserem Special blicken wir auf die Preiskrise bei Grafikkarten zurück, die im Herbst 2020 nicht zuletzt wegen der Covid 19-Pandemie begann und erst 2022 langsam abebbte. Neben einem Rückblick auf die Ursachen schauen wir uns die Preisentwicklung von Grafikkarten von der Krise bis heute an und bieten euch damit einhergehend eine aktuelle Kaufberatung. Doch wie kam es zu den Preissteigerungen ab dem Herbst 2020, wegen derer zum Beispiel die im Februar 2021 veröffentlichte Einsteigergrafikkarte Nvidia GeForce RTX 3060 über Monate hinweg nicht unter 750 Euro zu haben war?
Es entstand durch die Covid-19-Pandemie eine hohe Nachfrage nach elektronischen Produkten (Homeoffice sowie mehr Freizeit, die man zu Hause verbringen musste). Gleichzeitig wurde die Produktion durch Sicherheitsmaßnahmen stark ausgebremst - so entstanden Lieferengpässe und geringere Fabrik-Kapazitäten, die zum Teil zu allem Übel auch noch nur an den Meistbietenden verkauft wurden. Bekanntermaßen waren davon sogar Sony und Microsoft betroffen, denen die Lieferkrise bei Chips einen dicken Strich durch die Rechnung machte, was den Release der neuen Konsolengeneration im Winter 2020 anging.
Scalper ein Faktor
Vor allem die sogenannten Scalper kauften, zum Teil über Beziehungen, zum Teil mithilfe von Bot-Software, die wenigen verfügbaren Konsolen häufig auf und verkauften die dadurch im normalen Handel ausverkauften Konsolen zu horrenden Preisen.
Für diese Preise fanden sich - auch wegen des nahenden Weihnachtsfestes 2020 - leider noch immer genügend Käufer. Das Schicksal der Scalper ereilte auch AMD und Nvidia, wobei hier noch zwei weitere Faktoren hinzukamen, die die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage verschärften.
Zum einen warteten viele auf die neue Nvidia RTX 3000er-Generation und hatten sich im Vorfeld mit Grafikkarten-Aufrüstungen zurückgehalten oder waren auch wegen der Covid-Pandemie als Neu-Gamer oder PC-Gaming-Rückkehrer in den Startlöchern.
Nach dem Release schwappte dann eine riesige Nachfragewelle über den Markt - die einen waren bereit, teure RTX 3000er-Modelle zu kaufen, der Rest stürzte sich auf die RTX 2000er-Serie oder AMD-Grafikkarten.
Quelle: Sony
"No limits" galt auch für manch einen Scalper-Preis
Gemeine Miner
Der neben Gamern und Scalpern dritte Faktor entstand, da Kryptowährungen wegen der weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheit einen Auftrieb erfuhren. So genannte Miner nutzen dafür PC-Hardware, um bei den komplizierten Berechnungen, die für Kryptowährungen nötig sind, mitzuhelfen.
Dies tun sie freilich nicht aus purem guten Willen, sondern weil sie als Belohnung Anteile der jeweiligen Kryptowährung erhalten. Grafikkarten sind hierbei vor allem für die Kryptowährung Ethereum besonders effizient, und ebendiese Währung schnellte während der Krise in die Höhe.
Die Sache wäre trotz der Lieferprobleme nur halb so schlimm gelaufen, wenn sich beispielsweise für eine Nvidia GeForce RTX 3070 herausgestellt hätte, dass sich Preise über 700 Euro für Mining nicht mehr rentieren - leider kam es aber anders, sodass Grafikkartenpreise in Verbindung mit der Nachfrage durch Gamer und Scalper massiv anstiegen.
Auch wenn in dieser Phase manch einer den Einfluss von Minern auf die Marktpreise bezweifelte, kann man deren Einfluss nicht abstreiten. Denn es gab nachgewiesenermaßen einzelne Grafikkarten-Reihen, die für deutlich höhere Preise verkauft wurden als andere, in Spielen ähnlich starke Konkurrenz-Reihen.
So kostete zum Beispiel die GeForce RTX 3080 im ersten Halbjahr 2021 zwischen 400 und 700 Euro mehr als eine AMD Radeon RX 6800 XT, obwohl beide Grafikkarten in Spielen ähnlich schnell sind. Die Erklärung: Die Hashrate, ein Maß für die Mining-Leistung für Ethereum, liegt bei der Nvidia-Grafikkarte um 50 Prozent höher. Es waren also ganz offensichtlich zumindest zu einem erheblichen Teil Miner, die die horrenden Preise für die RTX 3080 immer noch bezahlten.
