Wir fassen die interessanten Neuigkeiten der Computex 2024 zusammen, und zwar mit einem Schwerpunkt auf AMD, Intel und Nvidia sowie Gaming-Hardware.
AMDs neue Ryzen 9000-CPUs
Deutlich konkreter und greifbarer als bei Nvidia ging es bei dem vor, was AMD präsentierte. Denn das "Team Red" stellte die neue Zen 5-Architektur vor, die in Form der Ryzen 9000er-Prozessoren auf den Markt kommen wird. Einen Sockel wird es dabei allerdings noch nicht geben - die Ryzen 9000er-CPUs sind für den bereits seit Herbst 2022 verfügbaren Sockel AM5 geeignet.
Der Codename für die Ryzen 9000-CPUs lautet Granite Ridge, und die Zielgruppe für die Prozessoren ist neben kreativen Anwendungen eindeutig der Gaming-Sektor. Das Topmodell wird dabei der Ryzen 9 9950X sein, der seine 16 Kerne auf bis zu 5,7 Gigahertz takten kann.
Die TPD, also Thermal Design Power, die die mögliche Abwärme in Watt darstellt und ein Indiz für den Strombedarf bei voller Auslastung ist, liegt genau wie beim aktuellen Topmodell Ryzen 9 7950X bei 170 Watt. Bei Spielelast ist für den Ryzen 9 9950X somit im Schnitt ein Verbrauch von etwa 120 Watt zu erwarten, denn dies ist der Strombedarf des Ryzen 9 7950X bei Gaming.
Fortschritte macht AMD dabei bezüglich Fertigung, da die neuen CPUs im 4nm-Verfahren statt wie bisher im 5nm-Verfahren produziert werden sollen. Bei dem Verfahren geht es um den Abstand, den die filigranen Leitungen oder auch einzelne Transistoren voneinander haben. Je kleiner der Wert, desto mehr Schaltungen lassen sich pro Quadratmillimeter unterbringen, was in der Regel auch mit einer besseren Effizienz einhergeht.
Da der Strombedarf aber ja beim Ryzen 9 9950X nicht deutlich geringer als beim Vorgänger ist, kann man sich denken, dass die neue CPU schneller arbeiten wird. Ein Leistungsplus bei gleichbleibendem Strombedarf bedeutet schließlich ebenfalls eine Effizienzsteigerung, wobei diese nicht allein der Fertigung, sondern auch Fortschritten durch die neue Zen 5-Architektur zu verdanken sein dürfte.
AMD spricht von durchschnittlich 16 Prozent Leistungsplus von Zen 5 im Vergleich zu Zen 4 bei identischen Taktwerten, wobei als Beispiele ein Plus von 10 Prozent bei Far Cry 6 oder auch plus 17 Prozent bei Cinebench R23 genannt werden, aber auch über 20 Prozent Leistungsgewinn bei League of Legends oder der 3D-Renderingsoftware Blender.
Quelle: AMD
Die neue AMD Ryzen 9000-Familie war Thema auf der Computex.
Ryzen 9000 im Juli erwartet
Neben dem Ryzen 9 9950X werden parallel auch der Ryzen 5 9600X, der Ryzen 7 9700X und der Ryzen 9 9900X veröffentlicht, wobei der Monat Juli als Release angepeilt wird. Die drei CPUs werden sechs, acht und zwölf Kerne bieten und wie der Ryzen 9 9950X dank Hyperthreading jeweils doppelt so viele Threads verwalten können. Für den Ryzen 5 und 7 gibt AMD eine TDP von 65 Watt an, der "kleine" Ryzen 9 9900X liegt bei 120 Watt.
Zusammen mit den Ryzen 9000-CPUs, eventuell mit einer zeitlichen Verzögerung, werden auch neue Chipsätze für Mainboards auf den Markt kommen, nämlich die Top-Chipsätze X870 und X870E - kompatibel werden die Ryzen 9000er-CPUs aber sicherlich auch zu älteren AM5-Chipsätzen sein, gegebenenfalls ist ein BIOS-Update nötig.
Wie die Leistung der neuen Ryzen-CPUs vor allem bei Spielen am Ende effektiv aussehen wird, werden wir freilich erst durch ausführliche Tests nach Release genauer sagen können. Am Ende kommt natürlich auch noch der Preis mit ins Spiel - die aktuelle Top-Empfehlung, der Ryzen 7 7800X3D, hat für unter 350 Euro eine hervorragende Spieleleistung und übertrifft auch den Ryzen 9 7950X.
Lediglich der Ryzen 9 7950X3D packt noch ein paar Prozentpunkte obendrauf. Um für Gamer eine Empfehlung zu werden, muss ein Ryzen aus der 9000er-Reihe also entweder für unter 350 Euro mindestens die Leistung des Ryzen 7 7800X3D bringen oder aber bei einem teureren Preis ein klares Leistungsplus gewährleisten, das zum Aufpreis passt. Auf den beiden nächsten Seiten wollen wir abschließend noch ein paar Neuheiten von mehreren weiteren Hardwareherstellern besprechen.
