Prozessoren: AMD Ryzen 7000-Neuheiten und Sockel AM5-Probleme
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Wir haben uns die Leistung der neuen AMD Ryzen 7000- und Intel 13000-CPUs angesehen und bieten eine allgemeine Kaufberatung mit Preis-Leistung-Analyse.
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Übersicht: Die neuen Ryzen 7000er von AMD
Für den im Herbst eingeführten Sockel AM5 gab es bislang nur drei CPUs mit einer X-Kennzeichnung nach der Modellnummer wie den Ryzen 7 7700X - nun sind vor wenigen Tagen drei neue Non-X-Modelle dazugekommen. Bei AMD ist die Sache unkomplizierter als bei Intel, denn es gibt keine Besonderheiten in Sachen Kern-Aufsplittung oder Übertaktbarkeit zu beachten. Die neuen Non-X-Modelle sind ja schließlich, wie schon erwähnt, alle auch übertaktbar, und bei den Kernen gibt es je nach Modell 6, 8 oder 12 Kerne sowie jeweils doppelt so viele Threads. Sämtliche Sockel AM4-CPUs bieten die aktuelle Zen 4-Architektur und gehören zur Raphael-Familie.
Außerdem haben alle drei neuen AMD-CPUs eine TDP von nur 65 Watt - bei den bereits erhältlichen X-CPUs sind es 105 Watt beim Ryzen 5 7600X und Ryzen 7 7700X sowie 170 Watt für die beiden Ryzen 9-C PUs. In den Tests, soviel wollen schon hier dazu sagen, gibt es bei den neuen Ryzen-Modellen eine Stromersparnis von etwa 5 bis 15 Watt bei Gaming. Wir haben zum Vergleich alle sechs Ryzen 7000-Modelle in die Tabelle eingetragen und zur besseren Übersicht zwischen den Ryzen-Klassen jeweils eine Zeile freigelassen:
| Modellname | Kerne (Threads) | Basistakt | Boosttakt | L3-Cache | TDP | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ryzen 5 7600 | 6 (12) | 3,8 GHz | 5,1 GHz | 32MB | 65 Watt | 255 |
| Ryzen 5 7600X | 6 (12) | 4,7 GHz | 5,2 GHz | 32MB | 105 Watt | 275 |
| Ryzen 7 7700 | 8 (16) | 3,8 GHz | 5,3 GHz | 32MB | 65 Watt | 370 |
| Ryzen 7 7700X | 8 (16) | 4,5 GHz | 5,4 GHz | 32MB | 105 Watt | 380 |
| Ryzen 9 7900 | 12 (24) | 3,7 GHz | 5,4 GHz | 64MB | 65 Watt | 480 |
| Ryzen 9 7900X | 12 (24) | 4,7 GHz | 5,6 GHz | 64MB | 170 Watt | 500 |
| Ryzen 9 7950X | 16 (32) | 4,5 GHz | 5,7 GHz | 64MB | 170 Watt | 620 |
Beim Vergleich innerhalb der AMD-Modelle kann der Takt bei ansonsten identischer Kern-Anzahl einen Hinweis auf die Leistung geben. Beim Boosttakt liegen die Taktraten Non-X-CPU kaum nennenswert unterhalb der Werte der X-Geschwister - zusammen mit der niedrigen TDP, die zwar nicht dem Strombedarf entspricht, aber einen Hinweis auf den Stromhunger geben kann, könnte AMD eine vielversprechende Ausweitung des CPU-Angebotes für den Sockel AM5 gelungen. Es gibt allerdings ein großes "aber", das wir nun erläutern wollen.
AMD Sockel AM5: Plattform mit Preis-Problem
Der Sockel AM5 benötigt zwingend DDR5-RAM - 16GB mit dem passenden Takt von 5200 MHz gibt es ab etwa 80 Euro, bei DDR4-RAM (3200 MHz) sind es nur 45 Euro. Bei 32GB liegt das Verhältnis bei ab 140 Euro für DDR5 und ab 80 Euro für DDR4-RAM. Dies ist ein wichtiger Punkt, denn bei Intels Sockel 1700 bekommt ihr fast jedes Mainboard wahlweise als Version für DDR4- oder DDR5-RAM.
Quelle: Gigabyte
Derzeit mit über 180 Euro das günstigste Sockel AM5-Mainboard: GIGABYTE B650M DS3H.
In Tests gab es vor allem in Spielen nur einen kleinen Vorteil von 5 bis 7 Prozent, wenn man dieselbe Intel Sockel 1700-CPU mit dem beliebten 3200MHz schnellen DDR4-RAM oder als Vergleich mit DDR5-RAM bei einem Takt von 5200 MHz verwendet.
Der höhere Takt beim DDR5-RAM wird durch Latenzverluste zum großen Teil aufgefressen. Das heißt: DDR5-RAM kann zwar einen kleinen Vorteil bieten, ist aber erheblich teurer, sodass man bei Intels Sockel 1700 eher zu einem DDR4-RAM-Mainboard greift und das günstigere RAM verwenden kann. Bei AMDs Sockel AM5 hat man diese Option aber nicht, und was noch hinzukommt: Die Mainboards für den Sockel AM5 sind derzeit noch sehr und kosten mindestens 180 bis 190 Euro.
Für Nutzer, die ohnehin ein recht gutes Mainboard kaufen und vielleicht auch noch ambitioniert übertakten möchten, sind die Mainboard-Kosten aber kaum relevant. Intels Sockel 1700 ist vor allem dann, wenn man übertakten will, bei den nötigen Mainboards mit Z690- oder Z790-Chipsatz zwar 40 Euro günstiger.
Dafür muss man aber zum Übertakten einen K-Prozessor nehmen, der teurer als die Non-K-Variante ist. Nach unserer Leistungs-Analyse der neuen AMD- und Intel-CPUs werden wir sehen, wie die Gesamtpakete beim Preis-Leistungs-Verhältnis abschneiden. Dabei rechnen wir genauer aus, wie das Preis-Leistungs-Verhältnis für mehrere Kombinationen aus CPU, Mainboard und RAM-Menge aussieht.
