Wir ordnen die Leistung des AMD Ryzen 5 7600X3D mit Schwerpunkt auf Gaming ein, blicken auf die X3D-Technik und bieten eine allgemeine CPU-Kaufberatung.
CPU-Kaufberatung: Preis-Leistungsverhältnis aktuell
Wir wollen der Preis-Leistungs-Übersicht nicht vorgreifen, aber bei Gesamtbudgets von etwa 300 Euro für die CPU inklusive Mainboard und RAM kommen natürlich nur Prozessoren unter 200 Euro in Frage - der neue Ryzen 5 7600X3D wäre somit raus. Ein weiterer Faktor, der den Sockel AM5 für kleinere Budgets etwas unattraktiver macht, ist das RAM.
Denn es wird beim Sockel AM5 zwingend DDR5-RAM benötigt, für das ihr etwa 30 bis 50 Euro mehr bezahlt als für 16 respektive 32 Gigabyte DDR4-RAM. Der Sockel AM4 arbeitet mit dem günstigeren DDR4-RAM, beim Sockel Intel 1700 könnt ihr über die Mainboard-Wahl festlegen, ob ihr DDR4- oder DDR5-RAM verwendet - somit kann der Sockel AM5 wegfallen, wenn euch 30 bis 50 Euro Unterschied bereits wichtig sind. Doch wie sieht das Preis-Leistungs-Verhältnis nur für die CPUs selbst betrachtet aus?
Wir haben 16 Kandidaten herausgefiltert, die für ihre Leistungsklasse ein jeweils gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Außerdem sind noch die beiden AMD- und Intel-Top-Modelle Ryzen 9 7950X3D und Core i9-14900KF mit dabei. Wir haben dafür bei jeder CPU den Preis durch den Leistungsindex geteilt. Dabei entsteht ein Preis-Leistungs-Quotient. Damit die Werte in die folgende Grafik passen, die zur besseren Orientierung auch noch die Leistungswerte der CPUs enthält, multiplizieren wir sie mit 20. Dies sind dann unsere PL-Werte (Preis-Leistungs-Werte). Je kleiner der Wert, desto besser ist das Preis-Leistungs-Verhältnis:
Quelle: Antonio Funes
CPU Preis-Leistung 20.09.24
Eine CPU vermisst ihr eventuell, nämlich den Ryzen 7 5800X3D. Der Prozessor ist derzeit praktisch ausverkauft, kostet weit über 400 Euro und taugt nicht mehr als Kauftipp. Seine kleine Schwester Ryzen 7 5700X3D ist aber für unter 200 Euro ein sehr guter Kauf, sofern man nicht unbedingt eine deutlich schnellere CPU benötigt.
Die langsameren Ryzen 5 7600 und 7600X kosten gleichviel, werden wegen DDR5-RAM aber indirekt teurer. Der Ryzen 5 7500F für 150 Euro erscheint als weitere Option im Bereich unter 200 Euro attraktiv - schaut man aber auf den kaum langsameren Ryzen 7 5800X für ebenfalls 150 Euro, gewinnt auch hier der Sockel AM4 wegen des günstigeren RAMs. Unter 150 Euro - nicht in der Grafik mit dabei - empfehlen wir für absolute Budget-PCs einen Intel Core i3-12100F (80 Euro) oder für jeweils 100 Euro einen Core i5-12400F oder AMD Ryzen 5 5600.
Doch kommen wir nun zum Preisbereich über 200 Euro: Für 250 Euro können wir euch den Core i5-13600KF empfehlen. Wenn wir auf etwa 300 Euro hochgehen, dann ist der Core i5-14600KF zwar vom PL-Wert schwächer als sein Vorgänger, aber etwas besser als der neue Ryzen 5 7600X3D. Zudem lockt der DDR4-RAM-Vorteil. Der neue AMD-Prozessor verbraucht allerdings beim Spielen deutlich weniger Strom und leistet er ja auch ein wenig mehr. In Spielen liegt er auf einem Level mit dem Intel Core i7-14700KF, der 60 Euro mehr kostet.
Selbst die Tatsache, dass man für den Core i7 das günstigere DDR4-RAM verwenden kann, sorgt maximal für einen Ausgleich, wenn man den Strombedarf ignoriert. Last but not least schauen wir uns noch den bisherigen Platzhirsch Ryzen 7 7800X3D an, der lange Zeit unser klarer Tipp war, wenn man mehr als 300 Euro ausgeben kann.
Durch seinen Preisanstieg ist er nun aber nicht mehr so attraktiv. Er kostet 100 Euro mehr als der Ryzen 5 7600X3D - das ist ein Plus von mehr als 30 Prozent für die CPU sowie etwa 20 Prozent, wenn man ein Paket mit 100 Euro-Mainboard und 32GB als Basis nimmt. Er leistet aber unter 10 Prozent mehr in Spielen. Wir meinen daher, dass derzeit der Ryzen 5 7600X3D wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses und seinem niedrigen Strombedarf die eindeutig vernünftigste Spiele-CPU ist, sofern ihr definitiv mehr Leistung wollt, als ein Core i5-13600KF bietet und auch über 300 Euro bezahlen könnt.
