Wir ordnen die Leistung des AMD Ryzen 5 7600X3D mit Schwerpunkt auf Gaming ein, blicken auf die X3D-Technik und bieten eine allgemeine CPU-Kaufberatung.
Gaming-Spaß mit wenig Strom
Schon der erste X3D-Prozessor, der Ryzen 5 5800X3D, beeindruckte mit einem für seinen an der Spieleleistung gemessen niedrigen Strombedarf. Bei Gaming benötigt er 20 bis 30 Watt weniger Strom als der normale Ryzen 7 5800X, der in Spielen zudem über 15 Prozent langsamer ist.
Der Intel Core i9-12900K, der beim Release des 5800X3D die stärkste Intel-CPU war, genehmigt sich beim Strombedarf in Spielen sogar 40 bis 50 Watt mehr - und leistet dabei weniger. Der Ryzen 7 7800X3D setzt dem ganzen noch die Krone auf und liegt weitere etwa 15 Watt unterhalb des Ryzen 7 5800X3D, obwohl er gleichzeitig über 20 Prozent mehr FPS liefert.
Der neue Ryzen 5 7600X3D verbraucht nun noch mal etwa 5 bis 10 Watt weniger Strom als der Ryzen 7 7800X3D und ist gleichzeitig. In der Summe bedeutet dies einen weiteren Effizienzsprung: Die Mehrleistung des Ryzen 7 7800X3D beträgt unter 10 Prozent, der Mehrverbrauch aber zwischen 10 und 15 Prozent.
Pro FPS verbraucht der Ryzen 5 7600X3D also noch weniger Watt als der Ryzen 7 7800X3D und ist somit noch effizienter. Wie viel Strom die CPU genau verbraucht, kann neben dem genauen Spieletitel auch von der Messmethode abhängen. Daher zeigen wir euch in der folgenden Tabelle lediglich das ungefähre Watt-Plus von 14 CPUs im Vergleich zum Ryzen 5 7600X3D beim Spielen, wobei wir die CPUs nach ihrer Leistung ordnen und euch den Leistungsindex angeben. Außerdem vergeben wir eine Schulnote für die Effizienz, die aber nur ein Anhaltspunkt für euch sein soll:
| Prozessor | Spieleleistung | Mehrverbrauch vs. 7600X3D (Watt) | Effizienz-Schulnote |
|---|---|---|---|
| Ryzen 9 7950X3D (550€) | 100 | 16 | 2 |
| Ryzen 7 7800X3D (420€) | 99 | 8 | 1 |
| Core i9-14900KF (550€) | 96 | 108 | 5 |
| Core i7-14700KF (380€) | 93 | 105 | 5 |
| Ryzen 5 7600X3D (320€) | 93 | 0 | 1 |
| Core i5-14600KF (290€) | 88 | 58 | 4 |
| Ryzen 9 9900X (540€) | 87 | 70 | 5 |
| Ryzen 5 9600X (290€) | 84 | 25 | 3 |
| Ryzen 7 7700X (270€) | 81 | 32 | 4 |
| Ryzen 7 5800X3D (315€) | 80 | 22 | 3 |
| Ryzen 7 5700X3D (190€) | 71 | 17 | 4 |
| Ryzen 7 7700 (220€) | 71 | 24 | 4 |
| Ryzen 5 7600X (200€) | 69 | 18 | 4 |
| Ryzen 5 7600 (190€) | 68 | 18 | 4 |
| Ryzen 5 7500F (150€) | 67 | 12 | 3 |
Vergleicht ihr zwei CPUs miteinander, dann berechnet ihr mit folgender Formel die Zusatzstromkosten der stromhungrigeren CPU: 0,365 x Mehrverbrauch x Gamingstunden/Tag x Strompreis/KWh. Für die Gamingstunden/Tag überlegt ihr euch dabei in Ruhe, wie viele Stunden es über viele Wochen und Monate gesehen sind und rechnet dies auf einen Tag um, damit ihr einen Durchschnittswert erhaltet. Ein Beispiel für 20 Watt Verbrauchsunterschied, 2 Stunden Gaming pro Tag und einen Strompreis von 40 Cent/KWh: 0,365 x 20 Watt x 2 Stunden x 40 Cent/KWh = 584 Cent. Es sind also 5,84Euro Mehrkosten pro Jahr.
Quelle: ASRock
Das ASRock B650M-H/M.2+ für 100 Euro eignet sich für die Ryzen 7000-XD3-CPUs
Anwendungen: Nicht die Domäne des 7600X3D
Die Nachteile für die X3D-Modelle in Anwendungen liegen auch an den recht niedrigen Taktwerten. Der Ryzen 5 7600X3D hat beispielsweise einen Maximaltakt von 4,7 GHz, der 7800X3D liegt bei 5,0 GHz. Die Modelle 7600X und 7600 hingegen bieten bei 5,4 respektive 5,1 GHz. Die Singlecoreleistung ordnet sich dabei recht exakt nach den Taktwerten der genannten CPUs ein, wobei wir von Vorteilen von bis zu 10 Prozent für den 7600X sprechen.
Merkbar schneller, mit 15 bis 25 Prozent Leistungsplus, sind CPUs wie der Ryzen 5 9600X oder Ryzen 9 7950X oder bei Intel der Core i7-14700K(F) oder Core i9-14900K(F). In Multicore-Tests kommen die Vorteile zur Geltung, wenn eine CPU mehr als 8 Kerne bietet - hier liegen die Nicht-X3D-Geschwister des 7600X3D weiterhin um bis zu 10 Prozent vorn, der 7800X3D bringt schon über 30 Prozent Mehrleistung. Intel-Modelle wie der Core i5-14600K(F) bieten sogar 50 Prozent Mehrleistung, der Core i7-14700K(F) oder auch der Ryzen 9 9900X sind etwa doppelt so schnell.
Wir sprechen allgemein aber von Vorteilen, die sich bei alltäglichen Anwendungen so gut wie gar nicht zeigen. Wie schon zuvor besprochen, fallen die Anwendungsvorteile anderer CPUs nur ins Gewicht, wenn ihr häufig rechenintensive Anwendungen durchführt, bei denen es entweder zwar nur um 1-2 Sekunden Zeiteinsparung geht, die sich aber - weil ihr sie während der Anwendungsnutzung einige Dutzend Male pro Stunde wiederholt - summieren, oder aber um Anwendungen, bei denen regelmäßig zweistellige Sekundenbeträge oder mehr an Zeitersparnis locken. Für typische Gamer mit den üblichen Alltagsanwendungen bleibt der Ryzen 5 7600X3D aber nicht nur eine gute Gaming-, sondern auch Alltags-CPU.
