Grafikkarten-Kaufberatung: Preis-Leistungs-Analyse und Nvidia-Features

Special Antonio Funes
Grafikkarten-Kaufberatung: Preis-Leistungs-Analyse und Nvidia-Features
Quelle: PCGH/Powercolor/Gigabyte

In unserem Grafikkarten-Special gibt es unter anderem eine Preis-Leistungs-Analyse zwecks Kaufberatung und eine Rückschau auf die Preisentwicklung seit 2021

Grafikkarten: Aktuelle Preis-Leistungs-Betrachtung

Bei unserer Preis-Leistungs-Analyse sind auch die neueren AMD-Modelle Radeon RX 6650 XT, RX 6750 XT und RX 6950 XT mit dabei. Wir haben pro Grafikkarten-Reihe den Preis-Schnitt der jeweils günstigsten 1-3 aktuell lieferbaren Modelle notiert, wobei wir nur Angebote von etablierten Shops beachten. Dann haben wir diesen Preis durch einen Leistungsindex geteilt, der die Leistungsfähigkeit der Grafikkarten-Reihe für nicht übertaktete Modelle repräsentiert. Die AMD Radeon RX 6950 bekommt dabei den Wert 100, den wir auch dienstags und freitags für unsere entsprechenden Kauflink-News verwenden, in der ihr übrigens auch nach dem Lesen unseres Specials passende Angebote finden könnt. Somit ergibt sich der PL-Wert (Preis-Leistungs-Wert), quasi eine Art "Euro pro FPS"-Wert. Kleinere Werte sind also logischerweise besser. Wir haben die PL-Werte mit 10 multipliziert, damit wir auch die Leistungswerte im passenden Maßstab mit in die gleich noch folgende Grafik einbauen können, die euch die PL-Werte der Grafikkarten-Reihen mit einem Wert von unter 90 zeigt.

In der Grafik fehlen bei Nvidia neben der RTX 4080 (PL: 113) und RTX 4090 (PL: 138) mit Werten von über 90 die Nvidia GeForce RTX-Reihen 3050 (PL: 92) sowie 3070 Ti (PL: 97) und mit Werten von 100 bis 147 die 3080 bis 3090 Ti. Bei AMD lassen wir die Radeon RX 6600 XT (PL: 84) weg, da die bessere RX 6650 XT (PL: 69) günstiger zu haben ist. Zudem haben wir die AMD RX 6500 XT wegen der schwachen Leistung weggelassen - dies ist die aktuelle Situation (nach Leistung sortiert):

Grafikkarten Preis-Leistung 2.12.2022 Quelle: Antonio Funes Grafikkarten Preis-Leistung 2.12.2022

Unsere Zusammenfassung: Rechnerisch ist eine AMD Radeon RX 6600 der beste Kauftipp. Für eine solide WQHD-Leistung sollte es aber mehr sein - hier steht die RX 6700 XT gut da, bei Nvidia die RTX 3070, wobei sie aber 70 Euro teurer als die kaum schwächere RX 6750 XT ist. Bei den stärkeren Grafikkarten ist die RX 6900 XT oder RX 6950 XT zu empfehlen, je nach Angebotslage.

Denn bei manchen Grafikkarten kann es natürlich je nachdem, in welchem Shop ihr einkaufen wollt und/oder welche genauen Modelle ihr als Optionen auserkoren habt, vorkommen, dass sich die Preis-Leistungs-Lage ein wenig verändert. Doch ein kleiner Abstecher fehlt uns noch: DLSS, FSR und Raytracing.

Zusatzfeatures DLSS und Raytracing: Kann Nvidia doch punkten?

Mit Nvidias Technik DLSS wird das Bild von der Grafikkarte in einer geringeren Auflösung berechnet - die für die eigentliche Zielauflösung fehlenden Daten werden auf Basis von Algorithmen und Datenbanken generiert, die vereinfacht gesagt auf Erfahrungswerten basieren, die Grafikkarten in unzählig vielen berechneten Bildern ermittelt haben.

AMD hat trotz Nvidias Technologien DLSS und Raytracing-Support die Nase beim Preis-Leistungs-Verhältnis vorne. Quelle: PC Games Hardware AMD hat trotz Nvidias Technologien DLSS und Raytracing-Support die Nase beim Preis-Leistungs-Verhältnis vorne. Diese KI-basierte Methode bringt deutlich mehr FPS, als wenn ihr die Grafik ohne DLSS in der ansonsten gleichen Detailstufe berechnen würdet. Unterschiede zwischen einer Berechnung mit und ohne DLSS sind nur in Standbildern mit Mühe zu erkennen. Eine andere Option ist, dass ihr bei gleichbleibenden FPS-Werten die Details dank DLSS hochschrauben könnt.

Bei AMD gibt es eine verwandte Technik, nämlich FSR. Mit der Version 2.0 konnte AMD sehr nah an DLSS aufschließen, sodass DLSS nicht mehr der große Vorteil ist, der er noch beim qualitativ schwächelnden FSR 1.0 war. Insofern ist DLSS kein Argument mehr, warum man Nvidia am Ende trotz des schwächeren Preis-Leistungs-Verhältnisses vorziehen sollte - zumal es DLSS nicht in jedem Spiel gibt, was aber auch für FSR gilt.

Raytracing ist aber ein anderes Thema. Hier brechen AMD-Grafikkarten deutlich stärker ein als Nvidias RTX-Modelle.

Wer besonderen Wert auf Raytracing legt, kann also für Nvidia einen Pluspunkt notieren. Allerdings ist Raytracing noch weniger weitverbreitet bei Games als DLSS, und in vielen Fällen sieht man im Vergleich zur Grafik ohne Raytracing keine Unterschiede oder nur Unterschiede, die zwar ein anderes, aber kein klar besseres oder sichtbar realistischeres Ergebnis liefern. Dies sollte man bei der Kaufentscheidung einbeziehen.

  1. Seite 1 Grafikkarten-Kaufberatung: Nvidia GeForce RTX 4080 und 4090
  2. Seite 2 Grafikkarten-Kaufberatung: Preiskrise und Preisentwicklung
  3. Seite 3 Grafikkarten-Kaufberatung: Preis-Leistungs-Analyse und Nvidia-Features
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