Grafikkarten-Kaufberatung: Preiskrise und Preisentwicklung

Special Antonio Funes
Grafikkarten-Kaufberatung: Preiskrise und Preisentwicklung
Quelle: PCGH/Powercolor/Gigabyte

In unserem Grafikkarten-Special gibt es unter anderem eine Preis-Leistungs-Analyse zwecks Kaufberatung und eine Rückschau auf die Preisentwicklung seit 2021

Grafikkarten: Preiskrise und Preisentwicklung seit 2021

Wir wollen uns an dieser Stelle die Preisentwicklung bei Grafikkarten näher ansehen, und zwar auch mit einem Rückblick auf das Jahr 2020 und 2021. Im Herbst 2020 stiegen die Preise für Grafikkarten stark an, erreichten im Laufe der folgenden mehr als 12 Monate teils deutlich mehr als Zweifache des Bestpreises oder der Preisempfehlungen von AMD und Nvidia. Erst im Frühjahr 2022 begannen die Preise wieder zu sinken. Der Grund für die Preisschraube war eine Nachfrage, die AMD und Nvidia nicht mehr bedienen konnten. Man kann auch in der Nachbetrachtung nicht ganz klar nachvollziehen, welcher der vielen Gründe wie viel Anteil am Nachfrage-Angebots-Dilemma und somit den nach Herbst 2020 enorm gestiegenen Preisen hatte. Für die Nachfrage gab es drei wichtige Gründe. Zum einen hatten viele Gamer den Release der neuen Nvidia RTX 3000-Serie im Herbst 2020 abgewartet - es hatten sich also viel Kauf-Wünsche angestaut. Zum anderen hatte sich das Interesse nach Gaming-Hardware offenbar vergrößert, da Menschen wegen der Covid-Pandemie ihre Freizeit häufiger zu Hause verbrachten.

Der dritte Punkt war, dass (eventuell auch wegen Unsicherheiten rund um die Pandemie) die Kurse von Kryptowährungen stark stiegen. Vor allem bei der Kryptowährung Ethereum sind bei den nötigen Berechnungen starke Grafikkarten hilfreich, und als sogenannter Miner, der seine Hardware dabei zur Verfügung stellt, bekommt man Anteile an der Währung als Belohnung.

Dabei geht es auch um riesige professionell geführte Rechenzentren, sogenannte Farmen, die massenhaft Grafikkarten aufkauften. Der Einfluss von Minern ist unklar, aber es wurden definitiv Grafikkarten für signifikant höhere Preise verkauft als andere, für Spiele eigentlich mindestens genauso starke Grafikkarten. Denn manche Modellreihen sind speziell beim Thema Mining effizienter als beim Berechnen von Games.

Was das Angebot angeht, standen AMD und Nvidia vor dem Problem, dass die gesamte Weltwirtschaft bei elektronischen Produkten wegen der Covid-Pandemie eine höhere Nachfrage generierte, gleichzeitig aber viele Fabriken aus Infektionsschutzgründen geschlossen wurden oder zumindest deutlich langsamer arbeiteten. AMD und Nvidia konnten keine ausreichenden Kapazitäten mehr dazukaufen und litten gleichzeitig selbst unter Lieferproblemen bei Bauteilen. Aber wie haben sich die Preise entwickelt?

Wir haben uns die Nvidia GeForce RTX 3060 bis RTX 3080 TI und AMD Radeon 6600 bis RX 6900 XT (ohne die neueren x50-Modellreihen) angesehen. Da manche Grafikkarten erst im Laufe des Jahres 2021 auf den Markt kamen, starten wir mit den Preisen vom September 2021. Außerdem haben wir die Preisempfehlungen von AMD und Nvidia verwendet, die in den zwei gleich folgenden Grafiken sowohl links auch rechts zu sehen sind.

Somit könnt ihr zum einen sehen, wie sehr die Preise noch im September 2021 von den UVPs abgewichen sind, und zum anderen seht ihr, dass die aktuellen Preise nahe der UVPs sind. Damit es übersichtlicher wird, haben wir zwei Grafiken mit je 6 Grafikkartenreihen (bis etwa 600 Euro und ab etwa 600 Euro) erstellt:

Preisentwicklung Grafik 1 Quelle: Antonio Funes Preisentwicklung Grafik 1

Preisentwicklung Grafik 2 Quelle: Antonio Funes Preisentwicklung Grafik 2

Doch wie sind die Unterschiede rein prozentual gesehen? Dies zeigt die nächste Grafik (Erläuterung unter der Grafik):

Grafikkarten Aufpreis in Prozent Quelle: Antonio Funes Grafikkarten Aufpreis in Prozent

Wir haben bei der Grafik den Aufpreis vom Dezember 2021, einem Preis-Höhepunkt, mit der UVP und mit den heutigen Preisen vergleichen, zudem noch die Aufpreise oder Nachlässe aktueller Preise im Vergleich zur UVP. Dabei sollte man bedenken, dass AMD und Nvidia bei manchen der UVPs bereits das hohe allgemeine Preisniveau eingerechnet hatten.

Im Durchschnitt sind die Preise zuvor betrachteten insgesamt 12 Grafikkarten-Reihen seit Dezember 2021 sowohl bei AMD als auch bei Nvidia zwischen 44 und 56 Prozent gesunken, haben sich also quasi halbiert. Auf der nächsten Seite schauen wir auf die aktuellen Preis-Leistungs-Verhältnisse, was euch bei einer anstehenden Kaufentscheidung helfen soll.

  1. Seite 1 Grafikkarten-Kaufberatung: Nvidia GeForce RTX 4080 und 4090
  2. Seite 2 Grafikkarten-Kaufberatung: Preiskrise und Preisentwicklung
  3. Seite 3 Grafikkarten-Kaufberatung: Preis-Leistungs-Analyse und Nvidia-Features
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