Grafik-Tuning: Raytracingm DLSS und Fidelity FX Super Resolution

Special Antonio Funes
Grafik-Tuning: Raytracingm DLSS und Fidelity FX Super Resolution
Quelle: PC Games Hardware

Die Entwickler legen die Messlatte bei der Spielegrafik immer höher, um die beste vorhandene Hardware auszureizen. Optional gibt es aber auch noch eine Menge Optionen im Grafikmenü, um die Grafik des Spiels an die Leistung des PCs anzupassen - darum sowie auch um die Techniken DLSS und Fidelity FX Super Resolution und mehr geht es in unserem Special.

Nvidia hatte mit den ersten Grafikkarten der RTX-Reihe im Herbst 2018 den Support für Raytracing eingeführt. Echtes Raytracing berechnet 3D-Grafik auf eine sehr ursprüngliche Methode, die besonders realistische Ergebnisse bringt, aber enorm viel Leistung kostet. Für bewegte Echtzeitgrafik eignet sich reines Raytracing daher nicht - die Technik wird eher im Filmbereich eingesetzt, wo man per Raytracing gerenderte Objekte in aller Ruhe Bild für Bild in die Realaufnahmen einarbeiten kann.

Für Spiele-Grafik wurden schon immer andere 3D-Methoden verwendet, die weniger Leistung benötigen, aber dafür auch mit vielen Tricks arbeiten - daher sind realistische Ergebnisse bei Spielen schwierig zu erzeugen. Mit den RT-Kernen der RTX-Serien ist es aber möglich, bestimmte Aspekte der Grafik per Raytracing zu berechnen, um dem Rest des Bildes mehr Realismus zu verpassen.

Raytracing bei Cyberpunk 2077: Mit Raytracing (oben) gibt es unter anderem realistische Spiegelungen im Fenster (siehe die roten Zahlen als Markierung). Quelle: Screenshot Antonio Funes Raytracing bei Cyberpunk 2077: Mit Raytracing (oben) gibt es unter anderem realistische Spiegelungen im Fenster (siehe die roten Zahlen als Markierung). Dies kann zum Beispiel eine absolut realistische Schattenberechnung sein, die alle Lichtquellen und Hindernisse kompromisslos mit einbezieht. Aber auch Reflexionen sind eine Stärke von Raytracing. Raytracing frisst aber selbst mit starken RTX-Grafikkarten immer noch viel Leistung, obwohl dabei wie gesagt nur wenige Teile der Grafik berechnet werden. Für Abhilfe sorgt eine weitere Technik von Nvidia für RTX-Grafikkarten, nämlich DLSS. Vereinfacht gesagt greift DLSS auf eine riesige Datenbank mit bereits zuvor berechneten 3D-Szenen zurück, um für das Bild, das auf eurem PC berechnet werden soll, eine Art Vorlage zu bieten - der PC muss weniger der benötigten Pixel selbst berechnen.

In der Praxis zeigt sich der Vorteil von DLSS wie folgt: Schafft der PC ohne DLSS in einem Spiel zum Beispiel 60 FPS bei mittleren Details, dann könntet ihr mit DLSS (sofern das Spiel es denn anbietet) hohe oder maximale Details ohne den sonst üblichen starken Leistungseinbruch genießen. Oder ein anderer Fall: Ihr spielt in hohen Details ohne DLSS mit nur 35 FPS. Mit DLSS könnt ihr diese Detailstufe aber mit deutlich mehr FPS spielen. Man muss dazu aber betonen, dass das Ergebnis mit DLSS qualitativ nicht immer exakt gleichgut ausfällt wie das Ergebnis ohne DLSS bei gleichen Details, zum Bespiel gab es bei unserem Test von DLSS mit Cyberpunk 2077 vereinzelte unscharfe Stellen im Bild.

Ohne DLSS waren die gleichen Stellen im Bild schärfer - aber die FPS-Werte waren deutlich schlechter. Inzwischen ist DLSS mit der Version 2.0 aber so gut, dass das Ergebnis in manchen Fällen sogar besser als ohne DLSS erscheint. Zu DLSS haben wir im Juni auch ein Special veröffentlicht, das wir wegen der Zusammenarbeit mit Nvidia als Werbung gekennzeichnet haben. Die Erkenntnisse und Benchmarks haben wir aber völlig unabhängig kreiert.

Doch was ist mit AMD-Grafikkarten? AMD hat vor Kurzem eine ebenfalls mehr FPS versprechende Technik vorgestellt: Fidelity FX Super Resolution, kurz FFXSR. Ein großer Vorteil ist dabei, dass die Technik Open-Source und sehr leicht in Games zu integrieren ist. Unsere Kollegen der PC Games Hardware haben im Juni FFXSR zum Release mit den ersten dazu kompatiblen Games getestet. Bei der Methodik gibt es Unterschiede zu DLSS, denn FFXSR ist nicht KI-basiert und kann dem PC nur bei den räumlichen Details Rechenarbeit abnehmen, bringt aber im Gegensatz zu DLSS keinen zeitlichen Vorteil für die Berechnung. Es gibt vereinfach gesagt keine Vorlage, die der PC verwenden kann, um Rechenarbeit zu sparen. Vielmehr geht es bei FFXSR um das Berechnen der Grafik mit einer geringen Auflösung, die hochgerechnet und optimiert wird.

Die PC Games Hardware kommt dabei zu dem Schluss, dass AMDs Antwort auf DLSS vor allem für die Leistung ein sehr guter Konkurrent ist. Beim optischen Ergebnis ist FFXSR hingegen - zumindest zum damaligen Stand - nicht ganz so stark wie DLSS. Die Vorteile von FFXSR überwiegen aber klar dem Szenario, ohne FFXSR zu spielen. Ohne FFXSR müsste man für vergleichbare FPS-Werte starke Abstriche bei den Grafikeinstellungen in Kauf nehmen, durch die das Ergebnis schlechter aussieht als mit FFXSR - trotz der kleinen Qualitätsmängel, die FFXSR hat.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Grafik-Tuning: 2D, 3D und Voreinstellungen
  2. Seite 2 Grafik-Tuning: Auswirkung der Auflösung
  3. Seite 3 Grafik-Tuning: Grafiktuning per Untermenüs
  4. Seite 4 Grafik-Tuning: Raytracingm DLSS und Fidelity FX Super Resolution
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