Grafik-Tuning: Grafiktuning per Untermenüs
Special
Die Entwickler legen die Messlatte bei der Spielegrafik immer höher, um die beste vorhandene Hardware auszureizen. Optional gibt es aber auch noch eine Menge Optionen im Grafikmenü, um die Grafik des Spiels an die Leistung des PCs anzupassen - darum sowie auch um die Techniken DLSS und Fidelity FX Super Resolution und mehr geht es in unserem Special.
Neben den zuvor beschriebenen Voreinstellungen gibt es auch die Möglichkeit, einzelne Aspekte der Grafikberechnung manuell zu ändern. Ein Beispiel: Nehmen wir an, es gibt in einem Spiel die Einzelaspekte Schatten, Licht, Sichtweite, Texturqualität und Objektvielfalt. Jeder der Punkte kann auf niedrig, mittel oder hoch eingestellt werden. Bei den Voreinstellungen Niedrig, Mittel und Hoch ist jede dieser Optionen entsprechend auf niedrig, mittel oder hoch eingestellt. Nun kann es passieren, dass die Voreinstellung Hoch den PC knapp überfordert.
In diesem Artikel
Grafiktuning per Untermenüs
Wer will, der kann dann beispielsweise die Stufe Mittel wählen, dann aber nur Schatten und Licht auf "hoch" einstellen, um sich eine bessere Lichtstimmung zu schaffen und trotzdem den PC nicht zu sehr zu belasten.
Einige Spiele haben eine wahre Flut an Untermenü-Optionen, von denen jede einzelne oftmals weniger als drei Prozent Leistungsgewinn oder -verlust (je nach dem, ob man den Menüpunkt um eine Stufe hoch- oder runterstellt) bringt. Daher macht es nur in Grenzfällen Sinn, diese Menüpunkt selber umzustellen. Es gibt aber auch Guides, die einzelne Spiele unter die Lupe genommen und dann manch einen Untermenüpunkt herausfinden, der für sich betrachtet durchaus relevant sein kann - zuletzt hatten wir so einen Guide zu Biomutant erstellt, zu Cyberpunk 2077 gab es im Dezember ein Special mit dem Schwerpunkt Raytracing und DLSS, ebenso zu Call of Duty: Black OPs Cold War im November.
Typische Kandidaten für einen recht hohen Einfluss auf die FPS-Werte von zum Teil sogar mehr als 10 Prozent, wenn man den Untermenüpunkt um nur eine Stufe verändert, sind neben dem Sonderfall Raytracing immer wieder die Schattendarstellungen und Kantenglättung, auch AA (Anti Aliasing) genannt.
Quelle: Screenshot AntonioFunes
Vorbildlich zeigt sich das Grafikmenü bei Baldur's Gate 3 (Early Access), wo man sogar Beispiele der Untermenü-Einstellungen sehen kann.
Letzteres ist eine Technik, um unschöne Treppeneffekte zu vermeiden. Diese entstehen, wenn eine Linie oder Kante im Bild zu sehen ist, deren Farbe einen hohen Kontrast zu ihrer Umgebung hat - zum Beispiel, wenn ihr in einem Spiel bei einem Blick nach oben das Stromkabel einer Hochspannungsleitung seht und der dahinter liegende Himmel den Kontrast bildet. Ohne Kantenglättung wird das Kabel sehr pixelig wirken, die Pixel erzeugen eine teils treppenartige Optik. Mit Kantenglättung werden die Pixelfarben um das Kabel herum ein wenig verändert, damit der Farbübergang sanfter wird - im besten Falle sieht das Ergebnis dann gestochen scharf aus, und es sind keine Treppen mehr zu sehen.
Je nach Verfahren frisst die Kantenglättung mehr oder weniger Leistung und hat mehr oder weniger gute optische Ergebnisse vorzuweisen. Die folgende Grafik aus unserem F1 2010-Tuning-Artikel v om Juli 2020 zeigt drei AA-Methoden sowie den Vergleich ganz ohne AA, wobei ihr vor allem auf die Treppeneffekte bei der Mauer und der Laterne achten solltet (das Bild lässt sich in einem neuen Tab öffnen und dann vergrößern):
Quelle: Codemasters
AA-Vergleich bei F1 2020
Eine besondere Methode für ein besseres Bild sind Verfahren, bei denen das Bild intern in einer höheren Auflösung berechnet wird. Wenn das Bild danach verkleinert wird, um zur gewollten Auflösung zu passen, ist das Ergebnis etwas besser als ohne ein solches Verfahren - denn der PC hat mehr Daten zur Verfügung, um das Bild zu optimieren. Dies kostet aber eine Menge Leistung, da es natürlich mindestens so viel Leistung benötigt, als würdet ihr mit einer höheren Auflösung spielen. Doch es gibt auch moderne Verfahren, die eine bessere Optik versprechen, ohne an FPS zu verlieren, beziehungsweise alternativ auch mehr FPS zu erzeugen, ohne dass die Grafik sichtbar schlechter wird. Die Rede ist von DLSS für Nvidia-RTX-Grafikkarten und AMDs Antwort darauf, was wir beides abschließend auf der letzten Seite erklären.
