Hardspace: Shipbreaker im Test - Seite 3

Test David Benke
Hardspace: Shipbreaker im Test - Seite 3
Quelle: Focus Entertainment

Nach zwei Jahren Early Access ist endlich die finale Version 1.0 von Hardspace: Shipbreaker erschienen. Was die Weltraum-Simulation kann, lest ihr im Test.

Stichwort Kampagne: Die umfasst drei Akte, die euch für etwa 30 Stunden beschäftigt halten werden. In deren Verlauf versucht ihr unter anderem, im Geheimen eine Gewerkschaft für fairere Arbeitsbedingungen zu organisieren, was eure Chefs natürlich gar nicht gerne sehen. Neben ein paar vereinzelten Cutscenes bekommt ihr die Geschichte leider nur in E-Mails und kurzen Konversationen via Funk erzählt. Die sind zwar voll vertont, viel mehr als ein paar Textboxen mit zugehörigen Charakterbildern am unteren Bildschirmrand gibt es aber nicht zu sehen. Aber hey, die Story ist, trotz einer ordentlichen Prise Humor und Kapitalismuskritik, ja ohnehin eher nebensächlich.

Abwrackprämie

Die große Motivation, die Karotte vor der Nase bleibt die schwarze Null auf eurem Konto. Um die irgendwann zu erreichen, schaltet ihr im Spielverlauf neue, effizientere Werkzeuge wie Sprengladungen frei. Außerdem könnt ihr an einer Werkbank in eurem bescheidenen Heim bereits bestehendes Equipment reparieren, mit Stickern dekorieren oder verbessern. Durch Upgrades an eurem Laserschneider lassen sich auch robustere Materialien durchtrennen. Wer seinen Anzug ausbaut, hat im Vakuum einen größeren Luftvorrat.

In eurer bescheidenen Hütte könnt ihr euch via Intercom mit anderen Shipbreakern unterhalten. Das treibt die Story voran. Quelle: PC Games In eurer bescheidenen Hütte könnt ihr euch via Intercom mit anderen Shipbreakern unterhalten. Das treibt die Story voran. Jegliche Anpassungen kosten euch dabei LYNX-Münzen, die ihr fürs Erfüllen bestimmter Bergungsziele und für Level-Ups bekommt. Je mehr Schiffe ihr verschrottet, je mehr Erfahrung ihr sammelt, desto weiter steigt ihr im Rang auf, was euch wiederum auch Zugriff auf neue Ausrüstung und Schiffe verschafft. Die Weltraumkreuzer werden dabei immer größer und warten mit immer mehr Gefahren auf. Wer sich instabilen Fusionsreaktoren, Druckunterschieden oder bösen Bord-KIs stellt, sackt im Gegenzug aber auch mehr Kohle ein.

Ab einem gewissen Zeitpunkt könnt ihr eure Werkzeuge auch kaufen. Dann bezahlt ihr keine Miete mehr für sie. Quelle: PC Games Ab einem gewissen Zeitpunkt könnt ihr eure Werkzeuge auch kaufen. Dann bezahlt ihr keine Miete mehr für sie. Euren eigenen Kontostand könnt ihr übrigens in einem globalen Highscore mit dem anderer Spieler vergleichen und schauen, wie viel des absurd hohen Schuldenbergs sie schon abarbeiten konnten. Die Zahlen sind allerdings ziemlich ernüchternd. Selbst der Führende in unserer Rangliste war immer noch mit guten 700 Millionen Dollar in der Kreide, war also nicht mal zur Hälfte durch.

Quo vadis?

Das ist tatsächlich auch einer der wenigen Kritikpunkte in Hardspace: Shipbreaker: die Langzeitmotivation. Habt ihr irgendwann mal Maximallevel 30 erreicht, alle Werkzeuge und alle Schiffstypen freigespielt, fehlt es an triftigen Gründen zum Weiterspielen.

Das Ziel, auf das man hinarbeitet, scheint einfach vollkommen unerreichbar. Dazu kommt, dass es gerade mal 13 verschiedene Schiffstypen gibt. Die werden zwar für jeden Auftrag neu zufällig generiert, sie schauen aber immer relativ gleich aus. Am Einheitsbrei aus Gelb, Grau und Schwarz, der schon zu Beginn nicht der allerschönste ist - die schicken Effekte für Schneidbrenner und Explosionen lassen wir mal außen vor - hat man sich schnell sattgesehen.

Dann wird die Schrottsammelei etwas eintönig und repetitiv. Daran ändern auch alternative Modi wie Freies Spiel oder Cutter S.P.U.R.T. nichts, in dem ihr möglichst flott ein Schiff zerlegen und eure Bestzeit mit der Welt teilen dürft.

Reaktoren verbreiten nukleare Strahlung. Das verträgt euer Protagonist nicht ganz so gut. Quelle: PC Games Reaktoren verbreiten nukleare Strahlung. Das verträgt euer Protagonist nicht ganz so gut. Hardspace: Shipbreaker bräuchte so etwas wie Mod-Support oder einen Koop-Modus. Das wird es laut Entwickleraussagen aber wohl nicht geben. "Die komplexe Physik-Simulation, die das Herzstück unserer Schiffsabwrackung bildet, würde erfordern, dass wir Hunderte von physikalisch simulierten, freischwebenden Objekten und die dazugehörigen Kollisionsnetze zwischen den Clients synchronisieren. Das ist ein ziemlich schwieriges Problem", heißt es auf Steam. Oder kurz gesagt: Die Technik macht nicht mit.

Das ist unfassbar schade, denn ansonsten ist Hardspace: Shipbreaker eigentlich eine runde Sache. Das unkonventionelle Spielkonzept, das entspannte Gameplay, die Ingame-Physik, der tolle Soundtrack und die saubere technische Umsetzung machen den Titel zu einem Spielerlebnis, in dem wir eigentlich sehr gerne noch mehr Zeit verbracht hätten.

Meinung

Wertung zu Hardspace: Shipbreaker (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Einzigartiges SpielkonzeptTolle Physik-SimulationUmfangreiche SchwierigkeitsanpassungGrundlegende Story, die am Ball hältEtliche Equipment-UpgradesZusätzliche Modi abseits der KampagneErstklassiger Soundtrack
Fehlende LangzeitmotivationWenig Variation bei den SchiffenKein Mod-Support, kein Koop
Fazit

Ein zen-artiges Sci-Fi-Erlebnis zum Herunterkommen nach einem stressigen Tag

Hardspace: Shipbreaker ist am 24. Mai 2022 für den PC erschienen. Auf Steam kostet der Titel knappe 35 Euro, Game-Pass-Nutzer können ihn im Rahmen ihres Abonnements kostenlos zocken. Für die Zukunft haben die Entwickler von Blackbird Interactive auch noch Versionen für Playstation 5 und Xbox Series S|X geplant.

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