Gunbrella darf sich von mir aus offiziell als Schmovement-Shooter bezeichnen

Test Daniel Link
Gunbrella darf sich von mir aus offiziell als Schmovement-Shooter bezeichnen
Quelle: Devolver Digital

Wie viele Spiele können von sich behaupten, einen Multifunktions-Regenschirm als Hauptwaffe zu haben? Gunbrella kann es! Was das Action-Adventure von Publisher Devolver Digital und Entwicklerstudio doinksoft sonst noch kann, verrät unser Test.

Ein höherer Schwierigkeitsgrad hätte Gunbrella definitiv gutgetan. Ich habe das Spiel beim ersten Mal direkt auf Hard durchgespielt, also der höchsten Stufe. Wirklich mit den Systemen des Spiels musste ich mich dabei nicht auseinandersetzen. Es gibt etwa Händler, die Gegenstände für den Kampf verkaufen. So erhält man durch Gerichte Bonusherzen. Die hab ich fast nie verwendet. Oder Bandagen füllen das vollständige Leben wieder auf. Doch das war kaum vonnöten. Dann gibt es auch noch einige Pillen mit besonderen Effekten - von denen ich nicht eine Einzige erwarb. Und durch die großzügig verteilten Checkpoints, an denen man geheilt wird, ist das alles erst recht nicht nötig.

Klar, habe ich mich bewusst dazu entschieden, diesen Systemen keine Beachtung zu schenken, schließlich hatte ich genug Geld, um mir ein richtiges Festmahl zu kaufen. Doch es gab schlichtweg keinen Grund, nicht einfach von Bildschirm zu Bildschirm zu rennen, da sich kaum ein Gegner wirklich zur Wehr setzen konnte.

Kann man je genug von Pixel-Optik haben?

Die Welt ist zwar hübsch gestaltet, allzu viel zu erkunden gibt es jedoch nicht, denn insgesamt ist Gunbrella ein ziemlich lineares Spiel. Es gibt zwar einige Nebenaufgaben, für die man auch mal in ältere Gebiete zurück muss, doch als richtiges Metroidvania lässt sich Gunbrella nicht bezeichnen. Auch ein paar versteckte Truhen und Ähnliches gibt es zu finden, doch die meisten davon wurden sehr offensichtlich platziert.

Bei all dem Gemecker könnte man meinen, dass mir Gunbrella gar keinen Spaß gemacht hat, doch tatsächlich ist das genaue Gegenteil der Fall.

Der Protagonist stellt zwei Kultisten. Quelle: Devolver Digital

Ich kam, ich sah, ich schmoovte

Die größte Stärke von Gunbrella ist meiner Meinung nach das Movement, das man sogar fast als richtiges Schmoovement bezeichnen könnte - also richtig geschmeides Movement. Einfach durch die Karte von Gunbrella zu navigieren, fühlt sich großartig an und zukünftige Speedruns des Titels werden sicherlich ziemlich interessant. Beispielsweise gewinnt man an Höhe, wenn man springt und direkt danach auf den Boden schießt. Dann noch einen Dash hinterhergehängt und schon segelt man über seine Feinde hinweg.

Vollführt man den Dash, während man auf dem Boden steht, gewinnt man weniger Momentum, als wenn das Ganze in der Luft passiert. Die schnellste Art der Fortbewegung ist es also, die ganze Zeit zu springen und dabei seinen Regenschirm auszufahren. Darüber hinaus können Dashes in Kombination mit verschiedenen Aktionen mehrfach genutzt werden, wodurch sich mehrere Dashes ganz leicht aneinanderreihen lassen. Das System bietet auf jeden Fall einiges an Tiefe, ist jedoch leicht genug zu verstehen, sodass man binnen kürzester Zeit über die Karte saust.

Genau diese Art von Spiel, in der man einfach durch schnelles, spaßiges Movement alle Kontrahenten dem Erdboden gleich macht, ohne auf andere Systeme zurückgreifen zu müssen, gefallen mir tatsächlich sehr gut. Ich kann jedoch durchaus verstehen, wenn einige Personen durch den recht geringen Schwierigkeitsgrad etwas enttäuscht sein könnten.

Der Protagonist nutzt seinen Gunbrella, um sich schnell fortzubewegen. Quelle: Devolver Digital Nach etwa sechs Stunden war meine Reise durch Gunbrella dann vorbei. Mir fehlen jedoch noch ganze sieben Trophäen, alles habe ich aus dem Spiel also nicht mitgenommen. Einige Trophäen sind für etwaige Questreihen, die ich nicht abgeschlossen hatte, da es ein paar Stellen im Spiel gibt, an denen offene Quests schlichtweg abgebrochen werden, weil man nicht zurück kann. Auch habe ich zwei Truhen mit Kombinationsschlössern nicht geöffnet und möglicherweise befindet sich unter den versteckten Achievements ja sogar noch ein alternatives Ende oder ähnliches. Ob das ausreicht, nochmal sechs Stunden zu investieren, um Gunbrella erneut durchzuspielen, sei dahingestellt, doch alleine aufgrund des wirklich spaßigen Movements juckt es mich bereits in den Fingern.

Wertung zu Gunbrella (PC)

Wertung:

7.0 /10
Fazit

Gunbrella wird vermutlich nicht jeder Person gefallen, doch wer auf schnelles Gameplay mit spaßigem Movement steht, sollte sich das Spiel nicht entgehen lassen.

Meine Zeit mit Gunbrella habe ich definitiv genossen, auch wenn das Spiel ein wenig kurz und nicht sonderlich anspruchsvoll ist. Wer mit Gunbrella ein langes Metroidvania mit richtig herausfordernden Kämpfen erwartet, wird vermutlich enttäuscht. Doch wer einfach nur spaßiges Gameplay haben möchte, macht mit dem Kauf von Gunbrella definitiv nichts verkehrt. Vor allem Speedrun-Enthusiasten werden an dem Titel wirklich Gefallen finden.

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