Guardians of the Galaxy im Test, Seite 2
Test
Wir verraten euch in unserem Test zu Guardians of the Galaxy, ob die Marvel-Helden auf der Konsole genau so rocken wie auf der Kinoleinwand.
Mit der Zeit wird man diesem System allerdings schon Herr. Wo ich anfangs noch das Gefühl hatte, komplett von Funktionen erschlagen zu werden, meisterte ich die Kämpfe zum Schluss mit Leichtigkeit, was auch daran liegt, dass der normale Schwierigkeitsgrad sehr gnädig konzipiert ist. Und auch auf schwer sind die Kämpfe nicht so knackig, dass das für Frust sorgen würde.
Trotzdem geschahen mir häufig noch Ausrutscher, bei denen ich in der Hitze des Gefechts aufgrund der sensiblen Steuerung den falschen Knopf gedrückt habe. Wirklich ins Gewicht fällt so etwas natürlich nur, wenn man aufgrund eines Fehlers einen Schlag kassiert und die Kampfbewertung dadurch heruntergestuft wird.
Ab einem bestimmten Punkt im Spiel sind die Kampfbewertungen dann aber ohnehin überflüssig. Sobald man alle Fähigkeiten freigeschaltet hat, erhält man für absolvierte Gefechte nämlich auch keine Erfahrungspunkte mehr, was zwar logisch ist, einem aber auch der Befriedigung beraubt, für ein Scharmützel die Höchstwertung einzufahren. Das passierte mir ein ganzes Stück vor dem Endgame. Was die letzten paar Kämpfe ein Stück weniger unterhaltsam machte.
In diesem Artikel
Neben Kämpfen, Erkunden und Cutscenes gibt es zudem Flugpassagen, in denen wir die Kontrolle über Star-Lords Raumschiff Milano übernehmen und Objekten ausweichen oder Gegner torpedieren müssen. Diese sind jedoch äußerst spärlich gesät.
Quelle: Square Enix
Nach jedem Scharmützel erhalten wir eine Bewertung, die bemisst, wie viel Bonuserfahrung wir erhalten.
Auch wenn das alles jetzt nicht gerade die Krönung innovativen Gameplays ist und ich es bevorzugt hätte, wenn Entscheidungen etwas weitreichenderen Einfluss gehabt hätten, ist das Gesamtpaket wirklich rund. Alle typischen Guardians-Elemente sind vorhanden und das Spiel bietet genug Abwechslung und hat exakt die richtige Länge, dass keine Langeweile durch Wiederholung aufkommt.
Er hat die Haare schön
Optisch ist Guardians of the Galaxy eine echte Wucht. Die knalligen Farben, coolen Designs und hochwertigen Effekte kommen auf der PS5 voll zur Geltung. Vor allem die Haare der Figuren, insbesondere Rockets Fell und Star-Lords geckenhafter Haarschnitt sehen in Nahaufnahmen wirklich beeindruckend aus. Einzig Zähne und Augen wirken in manchen Szenen ganz schön gruselig.
Vor allem Meredith Quill wirkt durch ihre blitzblanke Knabberleiste wie eine puppenhafte Imitation eines Menschen. Und Mantis (Emmanuelle Lussier-Martinez), die in dieser Version stark an die Figur Harley Quinn von der Comic-Konkurrenz DC erinnert, könnte mit ihren gigantischen Pupillen, riesigem Schlund und mehr Zähnen als Stefan Raab auch direkt einem Horrorfilm entsprungen sein.
Zum Glück sind zumindest die Designs der fünf Hauptfiguren einladend und angenehm anzusehen. Auch, wenn ich mit Star-Lords Auftreten als gelackter Dudebro, der sich für den Oberwitzbold hält, anfangs nur wenig anfangen konnte, muss ich gestehen, dass er mir in den rund 24 Spielstunden, die ich bis zum Abspann mit ihm verbracht habe, aber durchaus ans Herz gewachsen ist.
Quelle: Square Enix
Die farbenprächtige Spielwelt ist auf der PS5 eine echte Augenweide.
Die Stimmen stimmen
Nicht zuletzt ist das auch der hervorragenden englischen Vertonung zu verdanken. Insbesondere Rockets Voice-Actor macht einen Wahnsinnsjob und kommt der Filmfassung von Bradley Cooper extrem nahe. Doch auch der restliche Cast ist überzeugend, sodass man auch mal darüber hinwegsieht, wenn Gamora mitten im Kampf einen peinlichen Wortspiel-Spruch wie "Knife to meet you" raus haut. Die Zahl der Sätze, die für das Abenteuer eingesprochen wurden, ist immens und die konstanten Sticheleien unter den Figuren helfen wirklich, das Guardians-Feeling aufrecht zu erhalten.
Einzig, dass Schimpfwörter wie "Fuck" und "Shit" mit "flark" und "scutt" ersetzt wurden und diese in fast jedem Gespräch vorkommen, oft auch in Kombination, wirkt auf Dauer nervig und infantil. Zumindest ist mir bei anderen Videospielen selten so viel Fickscheiße begegnet wie in Guardians of the Galaxy.
Die deutsche Sprachausgabe ist dann ebenfalls verflarkt solide, wenn auch nicht ganz so divers wie das Original. Ich hatte das Gefühl, die Sprecher heben sich auf Englisch stimmlich stärker voneinander ab, was den Figuren noch etwas mehr Persönlichkeit verleiht.
Was den restlichen Sound angeht, steht bei den Guardians natürlich alles auf Rock 'n' Roll. Der Soundtrack enthält lauter lizensierte Songs aus den 70ern und 80ern sowie eigens für die fiktive Band Star-Lord komponierte Musik. Die Lieder spielen an bestimmten Stellen in der Handlung und können an Bord der Milano gehört werden.
Ganz so schön eingesetzt wie im von James Gunn zusammengestellten Soundtrack zu den Filmen werden die Stücke nicht, insgesamt sorgt die musikalische Untermalung aber trotzdem für Stimmung.
Quelle: Square Enix
Kostüme für die einzelnen Guardians sind an verschiedenen Orten in der Spielwelt versteckt.
Hinweis: In unserer Version des Spiels stieß ich noch auf ein vereinzelte Bugs. So gab es an einer Stelle Texturfehler und ich musste ein paar Kämpfe neu starten, weil meine Eingaben nicht mehr erkannt wurden oder ein Gegner im Boden feststeckte und nicht mehr anvisierbar war. An einer Stelle wurde ein Videoclip nicht abgespielt. Die Fehler ließen sich zwar leicht mit einem Neustart vom letzten Checkpoint beheben, sie sollten aber der Vollständigkeit halber trotzdem kurz erwähnt werden. Square Enix hat bereits einen Day-One-Patch mit Fixes angekündigt.
