25 Jahre GTA: Die Geschichte von Rockstars Gangster-Saga

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
25 Jahre GTA: Die Geschichte von Rockstars Gangster-Saga
Quelle: Rockstar Games

Vom pixeligen Top-Down-Action-Flitzer zur Open-World-Satire: Wie aus dem launigen Arcade-Game GTA eine der größten Gaming-Marken überhaupt wurde.

Während spielerisch hier nur leicht die Schrauben angezogen wurden, war sicherlich das Setting der entscheidende Unterschied. Denn zum ersten Mal in der Seriengeschichte wart ihr in einer real existierenden Stadt unterwegs, nämlich in London. Die von Rockstar Canada entwickelte Erweiterung fuhr dazu über 30 neue Fahrzeuge und allerlei Anspielungen auf die britische Popkultur auf. Was viele nicht wissen: GTA London 1969 war nicht das einzige Add-on für das erste Grand Theft Auto. Nur wenige Wochen später kam das von Rockstar Toronto entwickelte Prequel Grand Theft Auto London 1961 als herunterladbares Freeware-Spiel exklusiv für den PC heraus. Auch wenn es keine bahnbrechenden Innovationen lieferte, so sei ein Feature hier doch hervorgehoben: die Drive-by-Shootings. Zuvor war es nicht möglich, aus dem Fahrzeug zu feuern. In GTA London 1961 konntet ihr diese Funktion als Power-up nachrüsten.

Am 22. Oktober 1999 kam endlich der von vielen Fans lang erwartete zweite Teil von Grand Theft Auto für PC und Playstation auf den Markt. Die Versionen für Dreamcast und Game Boy Color folgten 2000. Das Spiel basierte weiterhin auf der aus dem ersten Teil bekannten Technik, erweiterte das bekannte Spielprinzip aber dezent.

Der 1999 veröffentlichte Nachfolger Grand Theft Auto 2 machte in puncto Spielbarkeit wenig anders als sein Vorgänger. Dafür integrierte DMA Design aber neue Fahrzeuge und Waffen wie diese Elektrokanone.  Quelle: Moby Games Der 1999 veröffentlichte Nachfolger Grand Theft Auto 2 machte in puncto Spielbarkeit wenig anders als sein Vorgänger. Dafür integrierte DMA Design aber neue Fahrzeuge und Waffen wie diese Elektrokanone. 

Zunächst einmal ging es in eine neue, in drei Bezirke unterteilte Stadt, die später nur als "Anywhere City" in die Annalen einging. Die interessanteste Neuerung ist hier sicherlich das Gang-System: Anstatt euch zu Beginn für eine Spielfigur zu entscheiden, meistert ihr im Spielverlauf Jobs für sieben unterschiedliche Gangs wie etwa die Yakuza und die russische Mafia.

Spielerisch blieb hier vieles beim Alten, allerdings erweiterte das Team um Sam und Dan Houser die Spielwelt um neue Elemente: Beispielsweise machte nicht nur die Polizei Jagd auf euch - bei einem besonders hohen Fahndungslevel kam gleich ein ganzes SWAT-Team dazu. Und auch die Gangs waren sich untereinander spinnefeind, sodass es immer wieder zu spontanen Schießereien kam.

Das Spiel verkaufte sich gut, und das, obwohl die Pressewertungen längst nicht mehr so positiv ausfielen wie noch beim ersten Teil. Vielerorts wurden etwa Schwächen wie die stagnierende Technik und das im Vergleich zum Vorgänger kaum veränderte Gameplay moniert. Die Kritik machte deutlich: Damit Grand Theft Auto überleben konnte, musste etwas Revolutionäres passieren!

Grand Theft Auto: Der Dreifach-Schlag

Und genau dieser Paukenschlag kam am 22. Oktober 2001 für die Playstation 2: Grand Theft Auto 3. Aus dem einstigen 2D-Top-Down-Actionspiel wurde eine waschechte 3D-Open-World, die die Vorgänger in puncto Freiheiten und Komplexität mühelos in den Schatten stellte. Aus heutiger Sicht undenkbar: Das Team von DMA Design in Edinburgh bestand aus lediglich 23 Mitarbeitern, die eng mit Rockstar Games in New York zusammenarbeiteten.

Zu den größten Herausforderungen bei der Umsetzung einer lebendigen 3D-Welt gehörten die damaligen Hardware-Limitierungen. Die Playstation 2 besaß lediglich 32 Megabyte Arbeitsspeicher. Dementsprechend war es nicht möglich, den Schauplatz Liberty City komplett darzustellen.

Stattdessen unterteilten die Entwickler die Stadt in die Distrikte Portland, Staunton Island und Shoreside Vale. Die Metropole selbst und deren Stimmung waren indes vo New York inspiriert.

Im Gegensatz zu den sehr actionbetonten Vorgängern gab sich GTA 3 zudem vielseitiger. Das Open-World-Gameplay wurde hier um eine Rachegeschichte rund um Hauptcharakter Claude ergänzt. Rockstar Games griff tief in die Tasche und glänzte mit einer professionellen Synchronisation der Dialoge sowie lizenzierten Musikstücken für die charakteristischen Radiostationen.

Ganz ohne Skandale ging es natürlich auch hier nicht: Die drastische Gewaltdarstellung und die für die damaligen Zeit realistisch-düstere Darstellung riefen vielerorts die Jugendschützer auf den Plan.

Überdies mussten DMA Design und Rockstar Games infolge der Anschläge des 11. September 2001 noch Änderungen in letzter Sekunde vornehmen. GTA 3 trat dennoch eine Welle der Begeisterung los und war letztlich der unüberhörbare Startschuss für das Open-World-Genre. Das Spiel verkaufte sich bis heute über 14,5 Millionen Mal und fand unzählige Nachahmer.

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