25 Jahre nach Gothic kehrt das Minental zurück: schöner, größer und moderner. Doch wie viel Original steckt wirklich im Remake? Wir vergleichen Lager, NPCs, Skills, Kämpfe und neue Systeme.
Mit Gothic Remake fühlen sich Rollenspielfans aus Deutschland gerade wie damals vor 25 Jahren. Endlich können sie wieder in die Welt des Minentals eintauchen, die Charaktere & Monster kennenlernen und ja, sich auch wieder mit Bugs rumschlagen. Aber was ist denn jetzt eigentlich anders und was erkennt man wieder? Das wollen wir uns hier mal genauer anschauen.
Das Auffälligste am Gothic-Remake ist natürlich die Grafik. Nach 25 Jahren hat sich einiges getan und so erstrahlt das Minental jetzt in neuem Glanz. Vor allem die Lager wurden modernisiert oder sogar komplett umgestaltet.
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Das Alte Lager
Das erste Lager, in das wir wieder stolpern, ist natürlich das Alte Lager. Hier residieren die Erzbarone, Feuermagier, Gardisten, Schatten und Buddler. In der Mitte thront eine mächtige Burg, bei der ein Turm umgestürzt ist. Um die Burg herum hat sich ein äußeres Lager gebildet, das von einer mächtigen Holzpalisade umschlossen ist.
Wer das Original kennt und im Alten Lager unterwegs ist, der wird sich sofort zurechtfinden. Hier hat man sich nämlich sehr genau an das ursprüngliche Layout gehalten. Vom Tor geht es links runter zu Snaf und Richtung Arena. Dort geht es über Hunos Schmiede zum Südtor. Von dort aus weiter zum Marktplatz. Dann noch den Galgenplatz abklappern und schon sind wir einmal rum.
Was aber auf jeden Fall auffällt: Hier gibt es jetzt überall kleine Details und auch eine Menge Gerümpel. Stellenweise wurden auch ein paar Bereiche im Außenring angepasst. Am Marktplatz gibt es jetzt zum Beispiel ein paar weiter ausgebaute Hütten.
In der Burg sieht auch viel so aus, wie es früher war. Ein paar kleine Änderungen gibt es aber. Die Feuermagier haben jetzt einen schönen kleinen Vorgarten. Gomez hat einen fetten Erzthron. Und der Kerker wurde ein gutes Stück ausgebaut. Insgesamt ist das Alte Lager also eine sehr originalgetreue Umsetzung.
Das Neue Lager
Das Gleiche kann man auch für das Neue Lager sagen. Die Rivalen von Gomez und seinen Schergen haben sich in einer Schlucht verschanzt. Durch einen natürlichen Felsbogen geht es an einem See vorbei zu den Reisfeldern des Reislords. Die wurden im Vergleich zum Original enorm erweitert und bilden ein sehr beeindruckendes Bild. Auch die Unterkünfte der Reisbauern haben sich sehr verändert. Im Original sind die nur in so eine alte Bretterbude gelaufen.
Im Remake hat man die Bleibe jetzt an die Felswand bei den Reisfeldern versetzt. Das sieht auch gleich noch mal beeindruckender aus. Von den Reisfeldern geht es dann den Weg durch das innere Tor. Von dort aus führt der Weg über den Damm, der angelegt wurde, um die Felder zu bewässern.
Quelle: PC Games
Die Reisfelder im Neuen Lager im Gothic Remake.
Auch die Kneipe auf der Insel im See ist noch genau da, wo sie im Original war. Nur sieht das jetzt eben noch um einiges schicker aus mit den Nebelschwaden über dem Wasser.
Die Hauptattraktion liegt aber natürlich in der Wohnhöhle hinter uns. Wie im Original hausen die Banditen und Söldner wie die Höhlenmenschen. Die Höhle geht aber weitaus tiefer rein und ist stärker ausgearbeitet, und die Häuser schmiegen sich jetzt auch mehr in die Felswand rein. Die Grube vom großen Erzhaufen ist jetzt noch tiefer im Zentrum eingelassen.
Lees Kammer ist jetzt deutlich gemütlicher und keine Höhle mit nackter Steinwand mehr. Die Wassermagier haben ihre Butze aber mal ordentlich aufgewertet im Vergleich zum Original. Anstatt nur ein paar verteilter Steinhäuser gibt es jetzt einen richtigen Magiertrakt. Eine Bibliothek mit Baum in der Mitte, einen Studienraum. Aber die Steinhäuser sind nicht komplett weg.
Weiter oben öffnet sich der Trakt wieder zur Höhle hin und dort stehen dann auch die alten Steinhäuser - diesmal als Wohnung für die Magier. Im Neuen Lager gab es also durchaus ein paar Änderungen, aber auch noch eine Menge Bekanntes. Im dritten und letzten Lager sieht das aber jetzt ganz anders aus.
Das Sumpflager
Das Lager der Bruderschaft liegt in einem Sumpf. Im Original konnte man das schon auch irgendwie erkennbar darstellen. Aber eben auch nicht so richtig. Technisch war das damals einfach nicht machbar.
25 Jahre später ist hier aber natürlich sehr viel mehr möglich! Und das haben die Entwickler von Gothic Remake (jetzt kaufen / 49,99 € ) wörtlich genommen. Das Sumpflager ist jetzt in einem Sumpf, den man auch wirklich so bezeichnen darf! Die Vegetation ist extrem dicht, die Luft ist zum Schneiden dick und das Sonnenlicht dringt nur spärlich durch das dichte Blätterwerk der Bäume.
In diese Umgebung schmiegt sich das Sumpflager jetzt hervorragend ein. Die Bruderschaft lebt jetzt im Einklang mit der Natur. Ihre Baumhäuser sind jetzt auch richtig in die Baumkronen reingebaut. Verbunden sind sie mit einem verzweigten Stegsystem, auf dem man sich auch gern mal verlaufen kann.
Aber auch auf dem Boden sind die Wege im Sumpf verschlungen. Cor Kaloms Labor ist jetzt auch in einem richtigen Baumhaus. Baal Tondral hält seine Predigten jetzt vor einer riesigen Schläfermaske und die Templer haben einen schicken neuen Trainingsbereich.
Tja, und dann gibt es ja noch den Tempel. Der wird jetzt auch noch mal richtig schick in Szene gesetzt und versprüht viel Ehrfurcht. Allgemein kann man sagen, dass nicht nur die Fläche des Minentals ein bisschen größer geworden ist, sondern auch die allgemeinen Proportionen. Alles wirkt ein wenig wuchtiger als noch im Original, was die Architektur einfach viel beeindruckender wirken lässt.
