Vorschau zu Ghostwire Tokyo: Geister-Action der The-Evil-Within-Macher - mit Video

Special Stefan Wilhelm 53,99 €
Vorschau zu Ghostwire Tokyo: Geister-Action der The-Evil-Within-Macher - mit Video
Quelle: Bethesda

Tango Gameworks, das Studio hinter The Evil Within, meldet sich mit einem neuen Spiel zurück. Statt ultrabrutalem Survival-Horror serviert euch die Truppe um Shinji Mikami aber diesmal ein Action-Adventure im von Geistern bevölkerten Tokio. Im Rahmen eines Preview-Events konnten wir uns den Anfang von Ghostwire Tokyo ansehen - und waren trotz offener Fragen angetan!

Stellt euch vor, ihr lauft durch Tokio, und es ist keiner da. Kein Ozean aus Menschen, der sich zwischen zwei Ampelphasen über die Straßen ergießt, keine Schaffner, die Fahrgäste in die U-Bahn schieben müssen, damit die Türen zugehen, und riesige Werbepanels, die für niemanden blinken. In diese Ausgangslage stolpert Akito, der Protagonist von Ghostwire Tokyo, zu Beginn des Spiels. Und den durften wir uns nun, knapp zwei Monate vor dem Release des neuen Werks der Truppe um Shinji Mikami, im Rahmen eines Preview-Streams ansehen. Dabei haben wir festgestellt: Ghostwire Tokyo hat nicht nur ein frisches Setting auf Lager!

Aus heiterem Himmel sind 99 Prozent der Bevölkerung Tokios verschwunden, darunter auch Akitos Schwester, die er unbedingt befreien will. Anstelle von Menschen treiben sich nun groteske Geister namens "Besucher", sowie Yokai, also Monster aus der japanischen Folklore, in den Gassen der Millionenmetropole herum. Der mysteriöse Verursacher des ganzen Schlamassels ist ein Maskenträger namens Hannya, der offenbar nichts Gutes mit Akitos Schwester vorhat.

Angesichts der Prämisse und der beiden vorherigen Spiele von Entwickler Tango Gameworks, nämlich The Evil Within 1 und 2, erwartet ihr jetzt vielleicht fiesen Survival-Horror mit Schockmomenten und Munitionsmangel. Aber weit gefehlt: Ghostwire Tokyo (jetzt kaufen 7,53 € / 53,99 € ) wird ein First-Person-Action-Adventure in einer offen gehaltenen Stadt, und den übernatürlichen Besuchern dürft ihr mit spirituellen Fähigkeiten ordentlich einheizen.

Ghostbusting

Akito ist nämlich nicht alleine in Albtraum-Tokio unterwegs, sondern mit der Seele eines Geisterjägers namens KK verschmolzen, der euch als Stimme im Kopf herumschwirrt und euch allerlei magische Angriffe in Form des "Ätherischen Webens" ermöglicht. In der Preview bekamen wir vor allem eine Art Tornado-Windstoß zu sehen, den Akito aus seinen Fingern feuert, und der euer Standard-Fernangriff werden dürfte.

Es wird aber auch dickere Geschütze wie explodierende Feuerbälle und lähmende Blitzfelder geben. Außerdem sammelt ihr kurz nach Spielbeginn einen Bogen ein, der - mit magischen Pfeilen bestückt - so manchen patrouillierenden Geist hinterrücks erledigen kann.
Kein unterlegener Horrorspiel-Protagonist: Feindliche Geister und Yokai beharkt ihr mit mächtigen Zaubern.  Quelle: Bethesda Kein unterlegener Horrorspiel-Protagonist: Feindliche Geister und Yokai beharkt ihr mit mächtigen Zaubern.  Habt ihr die Gegner ausreichend geschwächt, entreißt ihr ihnen mit einer coolen Animation den Geisterkern, woraufhin sie bunte Munitions-Päckchen für eure ätherischen Skills fallen lassen. Klingt nach Doom 2016? Ja, und das hat durchaus seinen Grund: Der Combat Designer von Ghostwire Tokyo war auch an den Kämpfen und dem Glory-Kill-System des Doom-Reboots beteiligt.

Uns hat es beim Zusehen auf jeden Fall in den Fingern gejuckt - vor allem die Möglichkeit, mehreren Gegnern gleichzeitig die Kerne auszureißen, oder Nah- und Fernkampfangriffe per Parade abzuwehren, macht Lust auf mehr.

Zaubern und Streicheln

Die Spielfigur wirkt durch wilde Handbewegungen einen Zauber. Quelle: Bethesda Sind die Feinde ausreichend geschwächt, entreißt ihr ihnen den Geisterkern. Das stellt eure "Munition" wieder her und funktioniert auch mit mehreren Gegnern gleichzeitig.  Und apropos Finger: Auf die filigran animierten Griffel eurer Spielfigur sind die Entwickler besonders stolz. Die Naruto-Fans und Hobby-Japanologen unter euch dürften die markanten Handbewegungen als Kuji-Kiri erkennen, also spirituelle Gesten-Techniken aus der Ninjutsu-Kampfkunst.

An bestimmten Stellen müsst ihr diese Gesten außerdem per Analogstick "vorzeichnen", um etwa das magische Siegel an einer Tür zu entfernen oder einen rachsüchtigen Geist zu exorzieren. Nett!

Auch abseits davon ist Ghostwire Tokio voller Referenzen und liebevoller Details aus Japans Kultur und Mythologie: Es gibt Tanookis, Katzen-Yokais als Händler, und Katashiro, also kleine Papier-Puppen, mit denen ihr in der Spielwelt verstreute Seelen einfangen und retten könnt.

Und ja, wenn ihr einen Shiba Inu am Straßenrand steht, dürft ihr ihn selbstverständlich streicheln. Oder seine Gedanken lesen, was uns aber noch nicht gezeigt wurde - wir sind gespannt, was sich in den Köpfen von Japans Lieblingshunden so abspielt!

Weiße Gesichter, pechschwarze Haare

Neben bleichen Geschäftsleuten und kopflosen Schulmädchen will euch auch diese gespenstische Frau mit ihrer Schere ans Leder. Zum Glück könnt ihr ihre Nahkampfangriffe stylisch parieren! Quelle: Bethesda Neben bleichen Geschäftsleuten und kopflosen Schulmädchen will euch auch diese gespenstische Frau mit ihrer Schere ans Leder. Zum Glück könnt ihr ihre Nahkampfangriffe stylisch parieren! Das wunderbar schaurige Gegnerdesign tut sein Übriges: Zu Beginn des Spiels schlagt ihr euch mit gesichtslosen Geschäftsleuten herum, die sich mit zerstörbaren Regenschirmen verteidigen und sich unheimlich staksend auf euch zubewegen. Wir haben auch kopflose Schulmädchen gesehen, die mit Kampfstäben um sich werfen, und bleiche Frauen mit langen, schwarzen Haaren dürfen beim gepflegten Asia-Grusel natürlich auch nicht fehlen.

Taktiker (oder Angsthasen) dürfen sich von hinten an die Geister heranschleichen und ihnen per Takedown lautlos die Kerne entreißen. Nützlich ist das vor allem bei größeren Geisteransammlungen an den Torii-Pforten, die ihr tilgen müsst, um den Nebel in der Spielwelt zu lichten.

Ghostwire Tokyo scheint sich beim Spielverlauf recht nah am klassischen, westlichen Open-World-Design zu orientieren: Indem ihr verfluchte Orte befreit, deckt ihr die Stadtkarte auf und entdeckt so neue Sammelgegenstände, Questgeber in Form von rastlosen Geistern und interessante Orte.

Nebenquests für verlorene Seelen

Hannya, der Mann mit der gehörnten Maske, ist euer Hauptgegenspieler. Was er mit eurer Schwester vorhat? Vermutlich nichts Gutes! Quelle: Bethesda Hannya, der Mann mit der gehörnten Maske, ist euer Hauptgegenspieler. Was er mit eurer Schwester vorhat? Vermutlich nichts Gutes! In der Preview wurde uns etwa eine Frau gezeigt, deren Vermieter den Schutzgeist ihres Hauses entführt hat. Habt ihr den rachsüchtigen Hausverwalter gefunden und den Geist befreit, erhaltet ihr ein Juwel, mit dem ihr offenbar eure Fähigkeiten verbessern dürft.

Ein klassisches Upgrade-Menü, etwa für einen größeren Köcher oder eine höhere Feuerrate für den Windstoß, ist natürlich auch an Bord. Auch bei der Fortbewegung spielen eure magischen Skills eine Rolle. Ihr könnt euch etwa per Enterhaken an schwebende Tengu heranziehen und so auf Dächer gelangen, oder zeitweise durch die Luft gleiten.

In besonderen Abschnitten greift Entwickler Tango Gameworks in die Evil-Within-Trickkiste: Weil euch etwa eine Geisterbarriere von außen zu zerquetschen droht, müsst ihr unter Zeitdruck ein verfluchtes Haus durchqueren, während sich eure Umgebung immer wieder plötzlich verändert. Ihr dürft euch also trotz des Tokio-Settings offenbar auf so manchen überraschenden Ortswechsel gefasst machen.

Wie lang? Wie groß? Und wann?

Von der Spielwelt an sich haben wir in der Preview noch nicht allzu viel gesehen - die gezeigten Orte waren dank vieler Details, schicker Reflexionseffekte und atmosphärischem Nebel aber schick. Auch fürs Ohr ist etwas geboten: Der Soundtrack beinhaltet, passend zum Rest des Spiels, viele Einflüsse aus der japanischen Kultur. Und für die deutsche Synchronisation hat sich Bethesda unter anderem eine bekannte Stimme ins Boot geholt.

Tommy Morgenstern, die Stimme von Son-Goku aus Dragon Ball Z, spricht die Hauptfigur Akito. Wie lange uns das Abenteuer letztlich beschäftigen wird, und wie groß die Spielwelt angelegt ist, wollte uns Bethesda noch nicht beantworten. Was aber bereits klar ist: Ghostwire Tokyo wird ein reines Singleplayer-Erlebnis, und wegen bestehender Vereinbarungen zwischen Sony und Bethesda dürfen Xbox-Spieler erst ein Jahr später ran. Auf PC und PS5 erscheint der Titel schon am 25 März 2022.

Meinung


Was denkt ihr? Hat Ghostwire Tokyo das Zeug zum Hit? Und habt ihr die beiden letzten Spiele aus dem Hause Tango Gameworks gespielt, also The Evil Within und The Evil Within 2? Wie steht ihr generell zu den Werken Shinji Mikamis, der einst mit Resident Evil das Horrorgenre nachhaltig prägte? Diskutiert gerne in den Kommentaren!

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk