Ghost Rider

Test Andre Steinert

2K Games macht den nächsten Marvel-Helden zum Spielestar. Unser Test klärt, ob es der Hitzkopf mit der Konkurrenz aufnehmen kann.

Jetzt klatscht es: Dieser Zombiesoldat bekommt Johnnys Kette an die faulige Birne. Jetzt klatscht es: Dieser Zombiesoldat bekommt Johnnys Kette an die faulige Birne. Derzeit macht Marvel den großen Reibach. Neben Millionen von Comics verhökert der Verlag auch noch fleißig Lizenzen an Film- und Software-Firmen. Nach Helden wie Spider-Man, Hulk, den Fantastischen Vier und den X-Men hat Marvel nun auch den Klassiker Ghost Rider an den Mann gebracht.

Sony Pictures sicherte sich die Rechte und bringt am 22. Februar 2007 den "Ghost Rider"-Kinofilm mit Nicolas Cage in der Hauptrolle in die deutschen Lichtspielhäuser. Publisher 2K Games schnappte sich die Rechte für das Videospiel und engagierte Climax ("Crusty Demons", "ATV Offroad Fury 3"), um das digitale Abenteuer von Johnny Blaze programmieren zu lassen.

Neue Ideen? Fehlanzeige!

Schwing dein Ding: Sogar auf dem Moped muss Johnny fiese Monster verdreschen. Schwing dein Ding: Sogar auf dem Moped muss Johnny fiese Monster verdreschen. Dass die Engländer kaum mehr als ein Jahr Zeit hatten, um das Projekt aus dem Boden zu stampfen, fällt auf den ersten Blick kaum auf. Der Actioner präsentiert sich in feinster Düster-Highres-Optik und verzückt mit detaillierten Schauplätzen und schicken Animationen des Feuerköpfchens. Im Vergleich zur Vorab-Version (OPM 02/2007) kommt die fertige Scheibe ganz ohne störendes Flimmern aus und läuft meist flüssig. Klasse!

Spaß voraus: Ihr besucht aus Film und Comic bekannte Schauplätze. Spaß voraus: Ihr besucht aus Film und Comic bekannte Schauplätze. Die Spielspaß-Abteilung hat hingegen sehr viel weniger Arbeit investiert. Dass man von einem Lizenztitel keine Revolution des Action-Genres erwarten kann und daneben noch einen Sack voller neuer Ideen, war uns klar. Ein paar frische Elemente allerdings haben bislang noch keinem Spiel geschadet. Doch für Innovationen war ganz offensichtlich keine Zeit. So hat man einfach dreist bei der Konkurrenz geklaut. "Ghost Rider" erinnert nicht nur an die beiden Hits "God of War" und "Devil May Cry: Dantes Erwachen", es spielt sich auch wie eine Light-Version der beiden. Wobei die Entwickler Sonys Griechenland-Metzelorgie wohl am nachhaltigsten beeindruckt hat.

Unendliches Gegner-Recycling

Das Kampfsystem ist eins zu eins dem von "God of War" nachempfunden. Einen heftigen und einen leichten Angriff, die zu besonders tödlichen Kom-bos werden, Zupacken, Sprung und Abrollen -- die Höllenkreaturen können kommen.

Es hat Boom gemacht: Mit seinem Ballermann pustet Johnny gleich mehrere Biester weg. Es hat Boom gemacht: Mit seinem Ballermann pustet Johnny gleich mehrere Biester weg. Doch liegt genau hier der Hase im Pfeffer: Zwar haben die Charakterdesigner ein paar aus den Comics bekannte Schauergestalten eingebaut, um den Feindeskader aufzublasen, doch werden euch immer wieder dieselben hässlichen Fratzen über den Weg laufen. Sollte mal ein neues Biest auftauchen, handelt es sich meist um einen alten Bekannten in neuem Gewand. So wird aus dem Feuervogel die Zombiekrähe und aus dem Feuer spuckenden Gnom ein Ninja mit Lasergewehr, der später auch noch zum untoten Soldaten mit Panzerfaust mutiert. Also wiederholt sich nicht nur der Spielablauf.

Die Shotgun im Nacken: Da gibt auch das größte Ungetüm klein bei. Die Shotgun im Nacken: Da gibt auch das größte Ungetüm klein bei. Dafür funktioniert das Schurkenklatschen dank "God of War"-Steuerung hervorragend, und ihr lasst problemlos ellenlange Kombos vom Stapel. Allerdings ist die Kamera nicht optimal und meist viel zu dicht dran am Kampfgeschehen. Die effektreichen Attacken des Hitzkopfs kommen somit zwar gut zur Geltung, doch leidet die Übersicht. Die Folge: Monster springen euch wie aus dem Nichts plötzlich ins Kreuz oder knallen euch Feuerbälle, Lasersalven oder Raketen vor den Latz.

Teufelskerl auf zwei Rädern

Verdammt lästig: Ab und an tauchen Feinde mit Schutzschilden auf, die geknackt werden müssen. Verdammt lästig: Ab und an tauchen Feinde mit Schutzschilden auf, die geknackt werden müssen. Schickt ihr die Höllenschergen nach Hause, bleiben ihre Seelen zurück. Mit den eingesammelten Dämonenseelen pimpt ihr Johnnys Fähigkeiten und Waffen. Da die "Ghost Rider"-Kreaturen mehr als nur eine Seele im Leib haben, geht das Aufleveln recht flott. Bereits nach zwei bis drei Spielstunden (nach sechs ist die Klopperei vorbei) besitzt ihr alle möglichen Upgrades und Energie sowieso. Zwei Stunden später habt ihr dann auch sämtliche Extras (Filmchen, Comics und Making of) freigespielt.

Stylish: Die Geschichte wird in dezent animierten Comic-Strips erzählt. Stylish: Die Geschichte wird in dezent animierten Comic-Strips erzählt. Zwischen den Zu-Fuß-Abschnitten schwingt sich Johnny immer wieder auf sein feuriges Moped und brettert durch die Gegend. Die Zweirad-Einlagen spielen sich ebenfalls recht flott, sind aber noch ärmer an Abwechslung als das Rumgelatsche. Ihr weicht Hindernissen aus, hüpft über Fallgruben, rutscht unter Überhängen durch und ballert nebenbei Gegner aus dem Weg. Da schlafen einem mit der Zeit leider die Füße ein.

Wertung zu Ghost Rider (PS2)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Detaillierte Optikdie mit vielen Effekten brilliertEinfache SteuerungÜber 30 Kampf-Moves
Hier findet sich keine einzige neue IdeeKeine CheckpointsGegner wiederholen sichKeine Abwechslung
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