Die Xtreme Justice League: Superhelden im echten Leben

Special Marc Brehme
Die Xtreme Justice League: Superhelden im echten Leben
Quelle: Xtreme Justice League

Schon seit Jahrzehnten sorgen Superhelden für Recht und Gesetz auf den Straßen - zumindest in Comics und Spielfilmen. Im echten Leben bekämpfen fiktive Charaktere wie Aquaman, Wolverine oder Spider-Man aber normalerweise keine Verbrechen. Allerdings gibt es sie wirklich, die ganz realen Superhelden, die auf Großstadtstraßen für Recht und Ordnung sorgen - zumindest im US-amerikanischen San Diego. Dort treffen sich an jedem Wochenende die Mitglieder der Xtreme Justice League, um als Superhelden-Patrouille für Sicherheit auf den Straßen ihrer Stadt zu sorgen. Wir haben mit der Gruppe gesprochen.

In den USA haben Real-Life-Superheroes - also "Superhelden im echten Leben" - eine lange Tradition. Die ersten gab es bereits in den 1970er Jahren. Das Credo der gemeinnützigen Xtreme Justice League (XJL), die 2006 vom heutigen Leiter "Mr. Xtreme" gegründet wurde, lautet: "Believe in a better tomorrow - make a better today", also "Glaube an ein besseres Morgen und mache das Heute besser." Die Mitglieder tragen neben Heldennamen wie Freedom Fighter, Midnight Highwayman, The Grim, Phantomesque Xjl, Missy Fitzgerald oder auch Violet Valkyrie selbst gemachte Superhelden-Kostüme. Diese bestehen meist aus Masken und dann eben Körperrüstungsteilen wie Brustpanzer und Armschienen, die sie selbst aus Leder und Kunststoff angefertigt haben.

Mit einer Bürgerwehr sollte man sie aber nicht verwechseln, darauf legt Mr. Extreme großen Wert: "Eine Bürgerwehr ist ein Weg, den wir weder billigen noch befolgen, vielmehr ist es die Wachsamkeit in der Gemeinschaft. Die Polizei zu holen, wenn ein Verbrechen begangen wird oder ein Taxi für jemanden zu rufen, der zu betrunken ist, um noch laufen zu können. Das sind nur einige Beispiele dafür, worum es bei der XJL geht" und erklärt uns weiter: "Wir sind eine gemeinnützige Organisation von Real-Life-Superhelden mit Sitz in San Diego, Kalifornien, die 2006 von mir gegründet wurde und seither von mir geleitet wird. Wir bestehen aus Freiwilligen, die Superheldenkostüme tragen, um das Bewusstsein für Obdachlosenprobleme und Verbrechen zu schärfen und diese Situationen zu verbessern."

Einer für alle - und alle für einen. Dieses Credo gilt auch für die Xtreme Justice League. Auf Patrouille stehen die Mitglieder Rücken an Rücken und sichern sich so gegenseitig. Quelle: Xtreme Justice League Einer für alle - und alle für einen. Dieses Credo gilt auch für die Xtreme Justice League. Auf Patrouille stehen die Mitglieder Rücken an Rücken und sichern sich so gegenseitig. Und dabei ist alles organisierter als es auf den ersten Blick vielleicht scheinen mag. Es läuft also nicht etwa ein bunt zusammengewürfelter Haufen in Kostümen planlos durch die Straßen. Vielmehr sind die Patrouillentouren anhand von Kriminalstatistiken durchdacht und entsprechend geplant. Innerhalb der Gruppe hat jedes Mitglied seine zugewiesene Funktion und somit bestimmte Aufgaben zu erledigen. "Violet" ist neben Fundraising Events auch für die Sicherheit der Gruppe auf Patrouille zuständig und hat sich der Xtreme Justice League vor fünf Jahren angeschlossen. Den Ausschlag dafür gab ein Erlebnis, dass sie hatte, als sie eines Abends mit einem Freund in der Stadt unterwegs war, ein Herr in Anzug auf dem Bürgersteig lag und sie nach ihm gesehen haben. Gerade als sie einen Notruf mit dem Handy absetzten, standen plötzlich Mitglieder der Xtreme Justice League hinter ihnen, die sich erkundigten, ob sie Hilfe benötigen würden. "Ich glaube, es waren "Grim", "Lightfist" und ein paar andere Mitglieder, die mittlerweile nicht mehr im Team sind, die ich in dieser Nacht getroffen habe", berichtet sie kürzlich in einem TV-Beitrag. "In diesem Moment an wusste ich, dass ich ein Teil davon sein möchte - und seitdem bin auch ich ein Superheld im echten Leben."

Wir wollten mehr über die kostümierten Helden wissen und haben uns mit einigen der etwa 40 Mitglieder unterhalten, die sich regelmäßig die Nächte um die Ohren schlagen und in ihrer Freizeit professionell trainieren, um ihre Stadt ein wenig sicherer zu machen und Menschen zu helfen, die in Not geraten sind. Unter anderen sprachen wir mit dem Leiter und Gründer "Mr. Xtreme" sowie mit "The Grim". Der 37-Jährige ist Sicherheitsspezialist für Gesundheits- und Feuerschutz und "Director of Operations" der XJL. Auch "Impact" (30), Umweltwissenschaftler und Regionaldirektor der Liga, "Midnight Highwayman" (48, Geschäftsmann) und "Nyght" haben unsere Fragen beantwortet. Letztgenannter ist ein Veteran der US Marine, der nach zehnjährigem Dienst dort nun als Sonderschullehrer arbeitet. Außerdem sind in der Gruppe auch Lieferdienstfahrer, Techniker und Krankenschwestern aktiv. Seinen echten Namen wollte uns gegenüber kein Mitglied preisgeben - ein nachvollziehbarer Selbstschutz, wie wir im Laufe unserer Gespräche noch erfahren sollten...

PC Games: Das Konzept einer Bürgerwehr ist nicht neu. Würdet ihr euch selbst als so eine bezeichnen? Und warum die Kostüme?

Auf Patrouille: Hombre Obscuro, The Grim, Midnight Highwayman, Lightfist (v.l.n.r.) von der Xtreme Justice League Quelle: Xtreme Justice League Auf Patrouille: Hombre Obscuro, The Grim, Midnight Highwayman, Lightfist (v.l.n.r.) von der Xtreme Justice League Midnight Highwayman:
"Wir sind KEINE Bürgerwehr. Das sind Menschen, die das Gesetz in die eigenen Hände nehmen und versuchen, diejenigen zu bestrafen, die sie als Kriminelle betrachten - ohne ein ordnungsgemäßes Verfahren. Wir sind nur Bürger, die versuchen, anderen Bürgern zu helfen. Es ist nicht unsere Aufgabe, Menschen zu bestrafen. Unser oberstes Ziel ist es immer, andere vor Schaden zu bewahren und ihnen zu helfen, wo immer wir können. Wir helfen den lokalen Strafverfolgungs- und Notfalldienstleistern gerne, wann immer wir können, aber wir dürfen uns nicht in ihre Arbeit und nicht in Situationen einmischen, für die wir nicht qualifiziert sind oder in denen unsere Hilfe unerwünscht ist.

Unsere Kleidung dient mehreren Zwecken. In erster Linie geht es darum, Menschen mit einem visuellen Bild zu begeistern. "Superhelden" stehen für Hoffnung, Hilfe und Altruismus, indem sie sich so kleiden, wie wir es tun, und uns als jemanden identifizieren, der bereit ist, mit jeglicher Hilfe, die wir leisten können, einzugreifen. Und hoffentlich wird es andere dazu inspirieren, dasselbe zu tun.

Zweitens schützt es unsere Identitäten. Das liegt zum Teil daran, dass wir einem gewalttätigen und kriminellen Element, gegen das wir uns wehren, keine einfache Möglichkeit geben können, uns zu identifizieren, wenn wir nicht aktiv auf Streife sind - und es macht uns auch anonym. Es könnte jeder hinter der Maske sein, was bedeutet, dass jeder freiwillig mithelfen kann, wie wir es tun. Wer wir unter der Maske sind, ist irrelevant im Vergleich zu den Maßnahmen, die wir ergreifen, um anderen zu helfen.

Zudem wirkt es auch als ablenkendes Element, wenn wir in gewalttätige Konfrontationen eingreifen. In vielen Fällen kann unser Auftreten am Ort einer hochexplosiven Situation gleich bei der Ankunft entschärfen. Die betroffenen Parteien konzentrieren dann nämlich ihre Aufmerksamkeit auf uns und nicht auf ihren Gegner, was uns wichtige Sekunden gibt, um die Konfrontation zu deeskalieren und die Situation gewaltfrei zu lösen. Die meiste Zeit funktioniert es, besonders wenn die betroffenen Personen betrunken sind und Schwierigkeiten haben zu verstehen, was gerade passiert ist. Wir beruhigen sie und schicken sie dann getrennt von dannen.

Die meisten von uns haben eine Körperrüstung in ihre Outfits integriert, die außerdem hilft, uns vor Verletzungen zu schützen, wenn wir in einer gewalttätigen Situation physisch eingreifen müssen. Das Kevlar, die Platten oder Pads etc. können den Unterschied machen, ob man (im Einsatz, Anm. d. Red.) verletzt wird oder nicht."

Impact:
"Viele von uns ziehen es vor, unter einem "Gimmick" (eine fiktive Person, die man verkörpert, Anm. d. Red.) aufzutreten, weil dann praktisch jeder unter der Maske stecken könnte. Es zeigt auch, dass wirklich jede Person vortreten und anderen helfen kann. (Das Wort "Kostüm" verwenden wir eigentlich nicht, weil es den Eindruck erweckt, dass wir uns verkleiden, anstatt ernsthaft freiwillig zu arbeiten.)"


Ein Team der Xtreme Justice League, u. a. mit The Grim, Midnight Highway Man & Mr. Extreme (v.l.) Quelle: Xtreme Justice League Ein Team der Xtreme Justice League, u. a. mit The Grim, Midnight Highway Man & Mr. Extreme (v.l.)


PC Games: Hast du damals allein angefangen oder gab es von Anfang an eine Gruppe?

Mr. Xtreme:
"Ich habe die Xtreme Justice League alleine gestartet. Zu dem Zeitpunkt, als ich anfing (2006, Anm. d. Red.), gab es keine aktuelle RLSH*-Gruppe. Damals steckte die RLSH-Bewegung noch in den Kinderschuhen. (* Real Life Superheroes)


PC Games: Wie viele Mitglieder habt ihr im Moment?

Mr. Xtreme:
"Wir haben etwa 40 Mitglieder. 20 in San Diego und 20 auf der ganzen Welt verteilt in kleineren Ortsverbänden. Unsere Mitglieder kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen und Altersgruppen."

Impact:
"Neben anderen Berufsgruppen sind unsere Mitglieder unter anderem Wissenschaftler, Studenten, ehemalige Militärs, Verkäufer, Sozialarbeiter, Lieferfahrer, Personal Trainer und und und... Die Altersspanne reicht von 19 bis 60 Jahren. Wir haben allerdings auch ein Junior-Mitglied im Alter von 17 Jahren, dem die begrenzte Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen erlaubt ist, bis er dann volljährig wird.
Es ist schwer, neue Mitglieder für die Xtreme Justice League zu finden. Wer sich mit den Zielen, dem Ablauf in der Liga und dem psychischen Stress bei den Einsätzen identifizieren kann, bleibt aber in der Regel länger dabei. Quelle: Xtreme Justice League Es ist schwer, neue Mitglieder für die Xtreme Justice League zu finden. Wer sich mit den Zielen, dem Ablauf in der Liga und dem psychischen Stress bei den Einsätzen identifizieren kann, bleibt aber in der Regel länger dabei.
Midnight Highwayman:
"Der einzige gemeinsame Faktor ist der Wunsch, unseren Mitbürgern nach besten Kräften zu helfen. (...) Wir sind der Meinung, dass es nie zu früh ist, eine aktive Teilnahme am Altruismus zu fördern."

The Grim:
"Mitglieder in der Gruppe kommen und gehen in regelmäßigen Abständen; es gibt nur wenige, die bleiben. (...) Einige der Jugendlichen (unter 18 Jahren) haben mit ihren Eltern bei der Obdachlosenhilfe mitgearbeitet, was ich für eine großartige Sache halte."


PC Games: Gibt es einen Hauptsitz, in dem ihr euch trefft und eure Operationen plant?

Auch wenn solche Fotos auf den ersten Blick lustig wirken: Oft sind die nächtlichen Streifzüge der Xtreme Justice League mit ersthaften Konflikten verbunden, die sie deeskalierend und möglichst gewaltfrei zu lösen versuchen. Quelle: Xtreme Justice League Auch wenn solche Fotos auf den ersten Blick lustig wirken: Oft sind die nächtlichen Streifzüge der Xtreme Justice League mit ersthaften Konflikten verbunden, die sie deeskalierend und möglichst gewaltfrei zu lösen versuchen. Mr. Xtreme:
"Unser "Hauptsitz" befindet sich praktisch vor der Hall of Justice in der Innenstadt von San Diego. Wir treffen uns vor dem Gerichtsgebäude der Hall of Justice und setzen von dort aus Patrouillen ein. Für Meetings nutzen wir öffentliche Einrichtungen wie Cafés und Restaurants. Da wir kein eigentliches Gebäude für unsere Zentrale nutzen, halten wir unsere Gemeinkosten ziemlich niedrig."

Midnight Highwayman:
"Allerdings hoffen wir, eines Tages ein Gebäue zu haben, das wir zu diesem Zweck sowie für die Lagerung von gespendeten Gegenständen für unsere Wohltätigkeitsarbeit nutzen können. Allerdings ist das hier in San Diego ein teures Ziel und die kleinen Spenden, die wir derzeit erhalten, reichen nicht aus, um die Kosten zu decken. Und wir sind der Meinung, dass diese Spenden am besten dazu verwendet werden, unsere gemeinnützige Arbeit zu finanzieren."

Deshalb nutzt die Liga derzeit nur "eine Lagereinheit für Vorräte, die wir an die obdachlose Bevölkerung verteilen, was etwa alle 3 Monate geschieht", wie "The Grim" noch ergänzt.


PC Games: Wie genau laufen eure Patrouillen ab? Gibt es "Dienstpläne"?

Das Team der Xtreme Justice League trifft sich vor Beginn der Patrouille vor der Hall of Justice in der Innenstadt von San Diego. Quelle: Xtreme Justice League Das Team der Xtreme Justice League trifft sich vor Beginn der Patrouille vor der Hall of Justice in der Innenstadt von San Diego. Mr. Xtreme:
"Die Mitglieder melden sich unter der Woche zu einer Patrouillenschicht auf unserer Meet-up-Website an. Dann treffen wir uns um 23 Uhr in der Innenstadt von San Diego vor der Hall of Justice. Jede Patrouillenschicht bekommt einen Patrouillenführer zugewiesen und der wird alle, die in dieser Nacht um 23 Uhr patrouillieren, ausführlich über alles informieren, bevor es los geht. Die Teams patrouillieren dann bis 3 Uhr morgens im Gaslampenviertel und anderen Teilen der Innenstadt von San Diego und zwar hauptsächlich am Freitag- und Samstagabend; das sind die ereignisreichsten Nächte in San Diego. Wir beschäftigen uns viel mit Schlägereien und anderen Auseinandersetzungen, betrunkenen Menschen, medizinischen Situationen, Menschenmassen, etc."

The Grim:
"Es gibt fünf Hauptrollen während der Patrouille: Patrouillenführer, Sanitäter, Läufer, Kommunikation/Telefon, Menschengrupppen-Kontrolle. Man muss qualifiziert sein, um eine der Rollen zu besetzen und man muss in allen Rollen qualifiziert sein, um Patrouillenführer werden zu können. Wenn wir genügend Leute haben, um zwei Gruppen zu bilden, dann tun wir das und bleiben in Funkkontakt, sodass wir nicht mehr als zwei Blocks voneinander entfernt sind. Auf diese Weise ist das Back-up sehr nahe dran, falls etwas passieren sollte. Wir haben auch eine Fahrzeugpatrouille unter der Leitung von "Midnight Highwayman", der die Außenbezirke des Gebietes und auch Parkplätze überprüft, um in Situationen helfen zu können, in denen wir normalerweise nicht patrouillieren würden. Wir halten also einfach die Augen offen, während wir herumlaufen. (...) Es gab aber auch schon Nächte, in denen es andere als ruhig war. Wir konnten im Laufe der Jahre bereits in so manchen Situationen helfen."



PC Games: Aber ihr geht ja nicht nur auf Patrouille, sondern macht auch Obdachlosen-Einsätze? Arbeitet ihr auch mit anderen Organisationen zusammen?

Midnight Highwayman:
Obdachlosenhilfe ist unsere primäre gemeinnützige Tätigkeit, bei der wir Spenden verteilen, die wir erhalten haben oder die (meistens) von unseren eigenen Mitgliedern gekauft wurden. Wir versuchen, uns auf Dinge zu konzentrieren, die für die obdachlose Bevölkerung am wertvollsten sind, wie etwa Hygieneprodukte, warme Kleidung und Decken, unverderbliche Lebensmittel, etc. Außerdem nehmen wir uns auch die Zeit, mit ihnen zu sprechen und stellen wertvolle menschliche Kontakte her. Oftmals können wir ihren Tag verbessern, indem wir sie als Menschen behandeln und nicht als etwas, das gemieden und ignoriert werden sollte.
Die Xtreme Justice League engagiert sich auch bei der Obdachlosenhilfe. Bei den Einsätzen helfen oft auch Minderjährige unter Aufsicht ihrer Eltern mit. Quelle: Xtreme Justice League Die Xtreme Justice League engagiert sich auch bei der Obdachlosenhilfe. Bei den Einsätzen helfen oft auch Minderjährige unter Aufsicht ihrer Eltern mit. In mehreren Fällen haben wir uns mit anderen gemeinnützigen Organisationen zusammengeschlossen, die sich auf die Unterstützung von Obdachlosen konzentrieren, um unsere Möglichkeiten zu erweitern, noch mehr Menschen in Not zu erreichen und noch mehr Spenden zu erreichen. Wir haben auch andere Wohltätigkeitsveranstaltungen organisiert, wie z.B. Selbstverteidigungstraining für Menschen in gefährdeten Gebieten (in Zusammenarbeit mit einer lokalen Martial-Arts-Akademie) sowie Unterstützung der Gemeinschaft in Zeiten, in denen die Kriminalität in bestimmten Stadtvierteln zugenommen hat (in Zusammenarbeit mit anderen Bürgerpatrouillen, Selbsthilfegruppen sowie den örtlichen Polizeibehörden).


PC Games: Apropos Kooperationen: Was ist mit der Polizei? Toleriert sie euch nur oder gibt es eine echte Zusammenarbeit? Nach Angaben der Polizei gibt es mit etwa 1000 Verbrechen weniger im Jahr einen signifikanten Rückgang der Verbrechen in den Regionen, in denen die XJL patrouilliert?

Mr. Xtreme (Mitte) ist der Leiter der Xtreme Justice League und hat sie 2006 gegründet. Quelle: Xtreme Justice League Mr. Xtreme (Mitte) ist der Leiter der Xtreme Justice League und hat sie 2006 gegründet. Mr. Xtreme:
Ich denke, wir haben ein gutes Verhältnis zur Polizei in dem Gebiet, in dem wir patrouillieren. Ich glaube, dass es definitiv eine echte Zusammenarbeit gibt. Es gab im Laufe der Jahre mehrere Situationen, in denen die Gruppe involviert war, und die Polizei war empfänglich und dankbar dafür, dass wir ihnen geholfen haben. Am Anfang war die Polizei uns gegenüber nicht so offen. Nach mehreren Jahren konsequenter Patrouillenarbeit haben wir nun aber ein gutes Verhältnis zur Polizei aufgebaut. Ich habe gehört, dass die Anzahl der Verbrechen in San Diego zurückgeht. Ich denke aber auch, dass wir trotzdem weiter patrouillieren müssen, damit wir helfen können, unsere Stadt weiterhin sicher zu halten.

The Grim:
"Unsere Beziehung zur Polizei hat sich seit meinem Start mit dem XJL um ein Vielfaches verbessert. Dies ist mein 8. Jahr mit der Gruppe und es war einmal ganz anders. Früher sahen sie uns und hielten uns sofort auf. Sie fragten nach unserem Ausweis, zwangen uns, unsere Ausrüstung auszuziehen, befragten uns... Aber in letzter Zeit ist die Zusammenarbeit viel besser geworden. Es gab früher eine Sprecherin des SDPD (San Diego Police Department, Anm. d. Red.), die nie eine Gelegenheit ausgelassen hat, uns zu sagen, dass wir nicht ausgebildet seien (was wir aber sind - von einem über 30-jährigen Veteranen des Sherriffs Departments) und dass wir wahrscheinlich ein schlechtes Urteilsvermögen hätten.

Aber jetzt reden sie nicht mehr so. Wir haben uns mit der Polizei getroffen und sie hat uns gesagt, wir sollen "Weitermachen, mit dem was wir tun", was uns zu diesem Zeitpunkt ziemlich überrascht hat. Sogar auf der Straße haben sie uns gebeten, kleinere Dinge zu tun, wie z.B. ein Auge auf jemanden zu werfen, Leute davon abzuhalten, ein Gebiet zu betreten, während sie einen Tatort aufzeichnen oder bereit zu sein, bis ihre Verstärkung eintrifft.

Ich habe auch gehört, dass es einen Rückgang der Verbrechen gibt... aber ehrlich gesagt würde ich persönlich es nicht nur auf die Patrouillen zurückführen. Es ist immer noch ziemlich gewalttätig auf den Straßen und ich fühle mich immer noch schlecht, wenn ich von einer Auseinandersetzung lese, bei der jemand verletzt oder getötet wurde, die möglicherweise hätte deeskaliert werden können."
Die Mitglieder tragen 'Ausweise' der Liga mit einem Aufnäher aus dem Logo und dem Schriftzug 'Xtreme Justice League - Costumed Crime Fighter'. Quelle: Xtreme Justice League Die Mitglieder tragen "Ausweise" der Liga mit einem Aufnäher aus dem Logo und dem Schriftzug "Xtreme Justice League - Costumed Crime Fighter".
Midnight Highwayman:
"Wir haben das Glück, eine sehr enge Zusammenarbeit mit dem San Diego Police Department zu haben. Dies war am Anfang nicht immer der Fall und ist für die meisten RLSH-Teams immer noch eine Seltenheit. Wir wurden mehrmals zu ihren Briefings eingeladen, um uns mit den Sergeants und Offizieren zusammenzusetzen, mit denen wir interagieren, um unsere Aktivitäten und unser Engagement zu überprüfen. Sie haben uns oft ermutigt, das, was wir tun, fortzusetzen und nicht zu zögern, in jeder Hinsicht zu helfen. Uns wurde gesagt, dass viele der Offiziere, die während unserer Patrouillen im Einsatz sind, beruhigt sind, wenn sie uns auf Patrouille sehen, da sie wissen, dass wir im Falle eines Vorfalls bereit sind, einzugreifen und sie zu unterstützen, falls es notwendig ist.

Während einer kürzlichen Verbrechensaktion in einer lokalen Nachbarschaft hatte die SDPD ein mobiles Hauptquartier eingerichtet, um die verstärkten Streifen in der Gegend zu koordinieren. In den Nächten, in denen wir anwesend waren, schauten wir beim Hauptquartier vorbei und fragten sie, wie wir ihnen helfen könnten. Sie gaben uns dann eine Aufstellung von Straßen und Gassen, auf die wir uns konzentrieren sollten. Unsere Anwesenheit erlaubte es ihren Polizeibeamten, sich um die Kriminalität in der Nachbarschaft zu kümmern und dennoch über uns immer noch Augen in den anderen Gebieten zu haben. Die Polizei war für unsere Hilfe sehr dankbar."


PC Games: Wie schwer ist es, neue Mitglieder zu finden? Habt ihr auch schon jemanden abgelehnt oder haben potenzielle Mitglieder selbst aufgegeben, weil sie dachten, es sei einfacher?

Mittlerweile hat die Xtreme Justice League ein gutes, kooperatives Verhältnis zur Polizei von San Diego und stimmt sogar ihre Patrouillenrouten mit den Beamten ab. Quelle: Xtreme Justice League Mittlerweile hat die Xtreme Justice League ein gutes, kooperatives Verhältnis zur Polizei von San Diego und stimmt sogar ihre Patrouillenrouten mit den Beamten ab. Mr. Xtreme:
"Es ist ziemlich schwierig, Menschen zu finden, die mitmachen und langfristig bleiben. Ich glaube zwar nicht, dass unsere Anforderungen zu streng sind, aber es scheint so. Viele Leute machen nicht mit oder bleiben bei uns, weil unsere Anforderungen zu hoch für sie sind. Dinge wie jedes Wochenende aufzutauchen, wirklich spät in der Nacht zu patrouillieren, mit streitlustigen Menschen und potenziell eskalierenden Situationen umzugehen, verspottet zu werden... Patrouillieren ist anstrengend und erfordert von den Mitgliedern, regelmäßig zu trainieren. Ich denke, dass der Prozess, Mitglied bei der XJL zu werden, bereits viele ungeeignete Menschen aussortiert."

Midnight Highwayman:
"Die Rekrutierung ist äußerst schwierig. Was wir tun, erfordert, dass die Menschen bereit sind, ihr Ego und auch viel Zeit aufzugeben. Unsere Aktivitäten ziehen normalerweise das Interesse von Menschen ab 18 Jahren auf sich. Sobald sie aber herausfinden, dass sie, anstatt mit ihren Freunden am Wochenende zu feiern, mehrere Meilen in schwerer Ausrüstung herumlaufen und Verletzungen riskieren, um Menschen zu verteidigen, die nie wissen werden, wer sie sind, ihre Freizeit beim Training verbringen, etc.... dann steigen sie auch recht schnell wieder aus. Selbst die besten Nachwuchskräfte halten in diesem Lebensstil selten länger als sechs Monate durch. Die wenigen, die sich jedoch darauf einlassen, bleiben viele Jahre dabei.

In Zeiten, in denen viel über Verbrechen berichtet wird, erhalten wir natürlich auch mehr Aufmerksamkeit, da wir oft auf der Straße sind und dem SDPD helfen, indem wir mehr Augen auf die von der Kriminalität betroffenen Gebiete richten. Die lokalen Nachrichtensender und Zeitschriften berichten etwa ein bis zwei Mal im Jahr über uns, und wir sind auch regelmäßige Sprecher auf vielen lokalen Comic- und Sci-Fi-Kongressen. Einzige Ausnahme ist die San Diego ComicCon International, die bisher jedes Angebot von uns, ein Panel zu veranstalten, abgelehnt hat."

Mitglieder der Xtreme Justice League (u. a. Mr. Xtreme (l.) & The Grim (2.v.l & Lightfist (r.)) Quelle: Xtreme Justice League Mitglieder der Xtreme Justice League (u. a. Mr. Xtreme (l.) & The Grim (2.v.l & Lightfist (r.)) The Grim:
"Es ist eine große Herausforderung, neue Mitglieder zu finden. Immer, wenn ein Medienbericht erscheint, entsteht ein gewisses Interesse. Manchmal kommen neue Mitglieder und denken, dass wir eine Bürgerwehr-Gruppe sind, bei der sie anderen in den Hintern treten und sich einen Namen machen können. Manchmal denken die Leute auch, dass es hier darum geht, in einem Kostüm herumzulaufen, um wie ein Superheld auszusehen. Sie realisieren nicht, dass wir da draußen sind, um zu helfen - und es nicht um SIE geht. Bei uns geht es darum, das Richtige zu tun und zu helfen, wem man helfen kann, wenn man es kann.

Mein Kollege hatte mir einen alten Zeitschriftenartikel mit Mr. Xtreme auf dem Cover gezeigt. Da stand so etwas wie 'Er ist da draußen und es ist ihm egal'. Ich dachte, es ist mir auch egal! Also rief ich an und schloss mich an. Die Gruppe war damals noch deutlich kleiner. (Ich denke, sechs Mitglieder oder so) Ich denke, dass die Tatsache, dass wir seriös und ehrenwert sind, die Gruppe zu dem gemacht hat, was sie ist und uns hoffentlich unser volles Potenzial erreichen lassen wird."

Nyght:
"Es ist sehr schwierig, Rekruten zu finden, die den Gedanken, sich zu verkleiden und sich in Gefahr zu bringen, ernst nehmen. Wir haben es oft mit wahnhaften Menschen zu tun, die denken, dass sie Batman sind, mit Narzissten, die denken, dass sie besser sind als jeder andere, und mit vielen Missverständnissen von Menschen, die nicht bereit sind, sich diesem Lebensstil zu verpflichten. Das andere Problem ist unser Fußabdruck in unserer Gemeinschaft. Da wir eine begrenzte Anzahl von derzeitigen Mitgliedern haben und dies zu 100% ehrenamtlich ist, haben wir nicht die Möglichkeit, Ressourcen im gleichen Stil wie größere gemeinnützige Organisationen zu generieren.

Ich bin beigetreten, um mich wieder mit dem Land zu verbinden, dem ich gedient habe und meinen Dienst fortzusetzen, nachdem meine Militärzeit abgelaufen war."

Impact:
"Die Rekrutierung ist immer schwer. Es ist extrem schwierig, Menschen zu finden, die an dem interessiert sind, was wir tun, die bereit sind, sich zu engagieren - und das in gleichbleibender Qualität. Als ich der Liga beitrat, kontaktierte ich Mr. Xtreme und sagte ihm, dass ich, obwohl ich (damals) weit weg in North Carolina war, hoffte, mit dem Team zusammenzuarbeiten. Einem der renommiertesten RLSH-Teams überhaupt. Ich hatte das Glück, in die Gruppe aufgenommen zu werden und habe seitdem hart daran gearbeitet, sie zu vergrößern."


PC Games: Welche Kosten laufen bei der XJL auf? Wird beispielsweise das Training intern durchgeführt oder müsst ihr externe Trainer dafür bezahlen? Wie finanziert ihr die Liga?

Mitglieder wie 'The Nyght' von Xtreme Justice League trainieren regelmäßig Selbstverteidigung bei der Krav Mag Academy. Quelle: The Nyght/Facebook Mitglieder wie "The Nyght" von Xtreme Justice League trainieren regelmäßig Selbstverteidigung bei der Krav Mag Academy. Mr. Xtreme:
"Die meisten der Kosten für den Betrieb der XJL sind Dinge wie Druckkosten, Postfachmiete, gemeinnützige Archivierungskosten, Porto, Obdachlosenhilfe, etc. Wir haben kein Gebäude, für das wir bezahlen müssen, sodass die Kosten niedrig bleiben.

Wir machen den größten Teil unseres Trainings selbst, aber wir erhalten ein gespendetes Training von der Krav Maga Academy San Diego, das von einem pensionierten stellvertretendem Sheriff und gelegentlichen Gast-Trainern durchgeführt wird, die Experten auf ihrem Gebiet sind. Wir werden durch die großzügigen Spenden unserer Unterstützer finanziert, wir haben vollwertige Mitglieder, die kleine monatliche Beiträge zahlen, und wir haben Spendenaktionen, um Geld zu sammeln."

The Grim:
"Wenn die Spenden nicht ausreichen, zahlen wir für die Güter, die wir an Obdachlose ausgeben. Die Miete wird vielleicht einmal unsere größte Ausgabe sein, falls wir denn mal ein Gebäude in unserem Budget finden, das für uns passen würde. Für Erste Hilfe und Deeskalation haben wir interne Trainer, aber es gibt auch regelmäßige Kurse, für die wir zahlen. Und - wie Mr. Xtreme schon sagte, spendet die Krav Maga Academy ihre Zeit, Erfahrung und Ressourcen, um sicherzustellen, dass wir wissen, wie wir uns bei Bedarf auf der Straße selbst verteidigen und schützen können.

Um unsere Ausgaben zu decken, setzen wir bisher auf Spendensammlungen und Mitgliedsbeiträge. Im neuen Jahr werden wir uns auch verstärkt um Zuschüsse bemühen, um unsere Möglichkeiten zu erweitern."

Midnight Highwayman:
"Wir versuchen, die Kosten auf ein Minimum zu reduzieren. The Grim und Mr. Xtreme sind hier die richtigen Ansprechpartner. Wir bekommen zwar gelegentlich Spenden, aber im Großen und Ganzen spenden die Teammitglieder für die meisten Dinge aus eigener Tasche. (...) Ich selbst unterrichte jährlich 'Command Presence Tactics' (Techniken für Überzeugungskraft und die Fähigkeit, andere zu beeinflussen, Anm. d. Red.) und 'Nightingale' (die Krankenschwester) gibt Auffrischungskurse in grundlegender Erster Hilfe. (Die meisten von uns sind aber natürlich bereits in Erster Hilfe durch das Rote Kreuz und andere offizielle Ausbildungsanbieter zertifiziert.)



PC Games: Gab es schon wirklich gefährliche Situationen? Vielleicht sogar Vorfälle, die Mitglieder dazu brachten, aufzuhören? Wenn ihr dann nach den Patrouillen nach Hause zu euren Familien geht, wie geht ihr dann mit solchen Dingen um? Habt ihr psychologische Unterstützung?

Impact:
"Ich persönlich, nein. Es gibt nur ein paar wütende Betrunkene, die mein Team oder mich anschrien, da war ich nicht sehr in Gefahr. Einmal wurde ich von einem betrunkenen Kerl geschubst, aber er ging dann weg. Und einmal musste ich den Verkehr stoppen, um jemanden von der Straße zu holen. Das war's dann auch schon."

'The Nyght' der Xtreme Justice Leage ist im echten Leben ein Veteran der US-Marine und arbeitet als Sonderschullehrer. Quelle: The Nyght/Facebook "The Nyght" der Xtreme Justice Leage ist im echten Leben ein Veteran der US-Marine und arbeitet als Sonderschullehrer. Nyght:
"Wir haben es häufig mit neuen patrouillierenden Mitgliedern zu tun, die nach ihrer ersten "Code Xtreme" oder körperlichen Auseinandersetzung aufgeben. Nachdem du vielleicht geschlagen wurdest oder mit einer Gewaltsituation oder Blut zu tun hattest, kannst du sehen, woraus du gemacht bist. Bist du der Typ, der sich in Gefahr begibt - oder vor ihr davon läuft? Ich habe schon Massenschlägereien mit mehr als 15 Menschen erlebt. In solchen Situationen habe ich gesehen, wie meine Teamkollegen genau das tun, was wir immer wieder trainieren und das gut machen. Ich habe aber auch gesehen, wie Rekruten oder neue Mitglieder gekündigt haben. Entweder weil sie mit dem Stress nicht umgehen konnten oder weil sie erkannten, dass es nicht die Fantasie ist, die sie sich erhofft hatten."

Midnight Highwayman:
"Die typischen Gefahren, denen wir auf Patrouille begegnen, sind Faustkämpfe und (selten) Messer. Ich weiß, dass es im Laufe der Jahre drei bis vier Vorfälle mit Waffen gab, aber bisher wurde noch nicht auf uns geschossen. Das erste Mal, wenn ein neues Mitglied in eine Konfrontation verwickelt wird, die physisch wird, ist oft ein "Make-or-Break-Point" für denjenigen - und viele kehren dann nicht zu uns zurück. Die Fähigkeit, in Stress- und sogar Gewaltsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren, ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Eigenschaften, die wir benötigen. Es gibt keine psychologische Unterstützung, die über einfache Zusammenschlüsse und das Wissen, dass dein Team dazu da ist, dir zu helfen und dich zu schützen, hinausgeht. Das Training für diese Situationen ist jedoch unser bester Schutz. Wir wollen, dass unsere Teammitglieder instinktiv reagieren."

Ein Patrouillenteam der Xtreme Justice League in San Diego Quelle: Xtreme Justice League Ein Patrouillenteam der Xtreme Justice League in San Diego The Grim:
"Ja. Es gab wirklich gefährliche Situationen. Es gibt einige Bereiche, in denen wir patrouillieren, in denen Banden herumlungern und Menschen erschossen und erstochen wurden. Die Menschen haben bei Streitigkeiten Waffen wie Messer eingesetzt. Es gab Situationen, in denen wir deutlich in der Unterzahl waren und die Menschen versuchen, sich gegenseitig zu verletzen. Aber wir sind einfach da, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten, und der Patrouillenführer ist da, um die Sicherheit der Patrouillengruppe zu gewährleisten. Wenn das bedeutet, dass wir uns aus der Situation heraushalten, bis nicht das Leben von jemandem bedroht ist, dann ist es das, was wir tun. Ich persönlich kann mich nicht erinnern, dass ein Mitglied wegen einer gefährlichen Situation aufgehört hat, aber es könnte auch durchaus passiert sein. Ich würde das auch niemandem vorwerfen. Einige Leute erkennen so vielleicht auch, dass das nichts für sie ist.

Mr. Xtreme:
"Es gab eine ganze Reihe gefährlicher Situationen, in die wir verwickelt waren. Wir wurden mehrmals angegriffen und mit Gewalt bedroht. Es gab einmal eine Situation, in der wir von sechs Leuten angegriffen wurden und ein Kerl versuchte, uns mit einer Kette zu schlagen. Wir haben diese Situation mit Pfefferspray gelöst. Wir gehen mit solchen Situationen und dem psychischen Stress um, indem wir Selbstverteidigung, körperliche Fitness und szenariobasiert trainieren. Die Ausbildung ist sehr wichtig für das Patrouillieren. Training ist es, was uns geistig und körperlich auf die Gefahren und den Stress des Patrouillierens auf der Straße vorbereitet."


PC Games: Was habt ihr für die Zukunft geplant? Wollt ihr weiter wachsen und eure Aktivitäten auch auf andere Städte ausdehnen oder bleibt die XJF in San Diego?

Das Logo der gemeinnützigen Real-Life-Superheroes-Organisation 'Xtreme Justice League' Quelle: Xtreme Justice League Das Logo der gemeinnützigen Real-Life-Superheroes-Organisation "Xtreme Justice League" Mr. Xtreme:
"Der Plan für die Zukunft der XJL ist es, ein größeres lokales San-Diego-Zentrum und ein größeres XJL-Partnerprogramm in anderen Städten außerhalb von San Diego aufzubauen. 'Impact' leistet als unser XJL Regional Director gute Arbeit bei der Etablierung des XJL in anderen Städten. Das wollen wir fortsetzen, damit wir weiterhin etwas in der Welt bewegen können."

Midnight Highwayman:
"Wir haben bereits kleine Satellitenteams in verschiedenen Teilen der USA und eines in Kanada, die jeweils unterschiedliche Mitgliederzahlen und Aktivitäten aufweisen. Einige sind einzelne RLSHs, die mit uns über den Namen und gelegentliche Trainings verbunden sind. Unsere von 'Impact' geführte Niederlassung an der Ostküste ist die zahlreichste und aktivste außerhalb von San Diego. Vorerst möchten wir uns darauf konzentrieren, das lokale Team zu vergrößern. Wenn wir nachts auf acht bis zehn Mitglieder kommen würden, wären wir sehr froh. Derzeit stehen wir noch bei drei bis sechs Mitgliedern."

The Grim:
"Ich habe vor, dieser Organisation zu helfen, so weit wie möglich zu kommen. Als 'Director of Operations' möchte ich so viele Mitglieder wie möglich haben, da wir alle ein wenig tun können, damit niemand zu viel tut. Wir haben Mitglieder in anderen Städten in den USA. 'Impact' ist der 'Region II Director' und kümmert sich um alle Mitglieder außerhalb von Kalifornien. Ich möchte eine RLSH-Gruppe in jeder größeren Stadt sehen. Sie müssen nicht XJL sein. Ich denke, es gibt auch andere Gruppen, die in ihren eigenen Bereichen großartige Arbeit leisten und ich sehe keine Notwendigkeit, sie zu konvertieren oder zu versuchen, das zu verwalten, was sie tun. Es reicht mir aus, nur ihnen zusammenarbeiten, um so vielen Menschen wie möglich zu helfen. Jeder, der daran arbeitet, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, ist für mich ein Held."


Wir danken der Xtreme Justice League recht herzlich für die Bereitschaft, so ausführlich mit uns zu sprechen und uns so tiefe Einblicke in ihre Organisation zu geben. Ich persönlich habe nach meinen Gesprächen mit den Mitgliedern großen Respekt vor dem, was sie tun und auch wie sie es tun und sich so selbstlos und mit viel Herzblut dafür einsetzen, anderen zu helfen, die in Gefahr und Not geraten sind. Nicht nur die Polizei denkt, dass sie ein positives Beispiel für die Bevölkerung sind - ich denke das auch und wünsche ihnen für die Zukunft nur sichere Einsätze und weiterhin viel Erfolg!

Was denkt ihr über solche Real-Life-Superheroes? Würdet ihr euch auch so engagieren? Wäre euch das zu gefährlich? Oder glaubt ihr gar, das sollte alles nur die Polizei erledigen und (sich so wie die XJF organisierte) Bürger sich dort überhaupt nicht einmischen - auch nicht, wenn sie nur helfen wollen? Wir freuen uns über eure Meinungen in den Kommentaren!

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